„In den Wäldern der Biber“ von Franziska Fischer

Nach einer langen Leseflaute hat mich dieses Buch wieder zurück zur Leseratte geholt. Dieses tolle Buch hat es geschafft mich wieder zu begeistern. Eine recht einfache Geschichte, aber mit sehr viel Liebe und Naturverbundenheit. Ich denke das Buch kam für mich zur richtigen Zeit. „In den Wäldern der Biber“ hat so etwas leichtes und doch ergreifendes und die Beschreibungen der Natur sind einfach wunderbar. Man merkt, die Autorin mag die Natur sehr.

Alina‘s Flucht aus Frankfurt

Alina hat sich gerade frisch von ihrem Freund Fabian getrennt. Sie haben in Frankfurt in der Wohnung seiner Eltern gewohnt. Alina und Fabian hatten anscheinend von Anfang an verschiedene Vorstellungen vom Leben und ein Beziehungsende kam eigentlich viel zu spät. Hals über Kopf verlässt Alina Frankfurt und reist nach Norden zu ihrem Großvater. Ihn hat sie seit über 10 Jahren nicht mehr gesehen, weil die Familie den Kontakt abgebrochen hat. Nach dem Tod von Alina‘s Vater, hat ihre Mutter den Kontakt zu seinen Eltern einfach abgebrochen. Alina weiß also auf ihrer Reise noch nicht, ob der Großvater sie überhaupt empfangen wird.

Durch den Umstand, dass ihr Opa vor Jahren umgezogen ist, landet Alina zunächst im alten Haus ihrer Großeltern und trifft auf Isabel, Elias und Mia. Isabel und Elias haben früher immer die Sommerferien dort verbracht und kennen Alina daher schon lange. Isabel hat inzwischen eine Tochter: Mia. Die allerdings, ist zunächst sehr schüchtern und geht Alina aus dem Weg. Elias weckt hingegen nette Erinnerungen. Während der Zeit bei ihrem Opa kommen sich alle auf unterschiedliche Weise wieder Nahe. Und natürlich nimmt der Großvater die Enkelin gerne vorübergehend bei sich auf.

Es gibt Momente, die sich in die Ewigkeit erstrecken. Die schon Erinnerungen sind, während man sie lebt, weil man spürt, wie sie an einem Tag in der fernen Zukunft zupfen, einem Tag, an dem man an diesen Moment zurückdenkt. Vielleicht glücklich, vielleicht nostalgisch, vielleicht traurig. Ich nicke diesem Zukunfts-Ich zu, auch wenn es mich nicht sehen kann. Alles wird gut, denke ich.

Die Wälder und die Biber

Alina‘s Opa beobachtet Biber. Er forscht richtig über sie und erklärt Alina alles über die Biber und über den Wald. Er geht mehrere Stunden am Tag im Wald spazieren und sortiert seine Gedanken. Eine wunderbare Vorstellung, wenn ihr mich fragt. Beim Lesen ist mir auch bewusst geworden, dass ich noch nie einen Biber gesehen habe. Alina und ihr Großvater kommen sich so wieder näher und werden unzertrennbar. Doch Alina muss immer noch eine Entscheidung treffen, bleibt sie in der Natur bei ihrem Großvater und Elias oder geht sie zurück nach Frankfurt und sortiert ihr Leben neu. Einen neuen Job braucht sie tatsächlich auch noch, denn diesen hatte sie bei ihrer Flucht aus Frankfurt auch einfach gekündigt.

Alina hat eine relativ fremde Beziehung zu ihrer Mutter. Sie hat einen neuen Mann und vergisst darüber anscheinend die Pflichten Mutter zu sein. Am Ende, muss ich gestehen, kommt mir das Thema ein wenig zu kurz, denn man weiß nicht, ob sie sich mit ihrer Mutter aussprechen wird oder nicht. Das fand ich etwas schade. Gibt dem Buch aber nicht weniger Zuspruch.

Meine eigene Meinung

Ich mochte das Buch sehr. Ich kann gut nachvollziehen, dass es jemanden mehr in die Natur als in die Großstadt zieht. Beides hat Vorteile, aber zum durchatmen ist ein Wald natürlich sehr viel besser geeignet. Mir gefiel besonders gut auch der Charakter Elias. Er hat sich für seine Schwester geopfert und sein Leben für sie und Mia neu sortiert. Er war ein super sympathischer Protagonist. Alles in Allem: Super, tolles Buch. Franziska Fischer kannte ich bisher nicht und mag ihren Schreibstil aber sehr. Übrigens liebe ich dieses Cover, vor allem weil grün meine Lieblingsfarbe ist. 💚

Selbst gekauft/ Dumont Buchverlag/ Gebundene Auflage/ Auflage 2022/ 219 Seiten/ 22,00€

2 Kommentare zu „„In den Wäldern der Biber“ von Franziska Fischer

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  1. Liebe Sarah,
    eine sehr schöne Rezension! Du hast mir das Buch auf jeden Fall schmackhaft gemacht, denn ich bin selber unheimlich gerne in der Natur, im Wald und Biber als Thematik finde ich auch toll! Das Näherkommen von Enkelin und Großvater klingt ebenfalls sehr interessant. Danke für die Vorstellung und den guten Tipp!
    Ganz liebe Grüße, Steffi

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