Paul Jankowski – Das Wanken der Welt

Ich habe mich seit langem mal wieder an ein geschichtliches Sachbuch ran gewagt. Ich lese gerne Sachbücher, aber ich muss auch die nötige Lust dazu haben. In diesem Fall hatte ich wirklich große Freude daran, dieses Buch zu lesen. Mich interessiert die Geschichte rund um den zweiten Weltkrieg sowieso, weil ich gerne mehr erfahren möchte, als die Schulen uns gelehrt haben. Und in „Das Wanken der Welt- Wie 1933 der Weltfrieden verspielt wurde“ ist im Prinzip die Vorgeschichte zum zweiten Weltkrieg, eine Zeit zu der ich in der Schule rein gar nichts gelernt habe. Der erste Weltkrieg kommt meistens gar nicht vor und beim zweiten Weltkrieg lernt man auch immer nur die deutsche Sicht kennen. In “ Das Wanken der Welt“ ist es aber so, dass alle Seiten bedacht werden. Alle Länder die sich nach dem ersten Weltkrieg dem sogenannten Völkerbund anschlossen, werden in diesem Buch berücksichtigt. So bekommt der Leser einen wunderbaren Eindruck, wie die einzelnen Länder und deren Staatsoberhäupter zwischen den Kriegen agiert haben. Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar vom S.Fischerverlag bekommen und freue mich sehr, dass ich es lesen durfte.

Wie 1933 der Weltfrieden verspielt wurde

Um das ganze Buch zu verstehen, muss man es tatsächlich lesen. Ich könnte es nie in Gänze wieder geben, aber ich kann ein paar Fakten nennen, welche ich mir heraus geschrieben habe. Ich habe versucht zu verstehen, was damals geschehen ist. Ich muss sagen, dass Buch ist sehr gut aufgebaut, denn jedes Land hat sein eigenes Kapitel. Natürlich ist Hitler sehr oft genannt in diesem Buch, schließlich hat er schlussendlich die Welt noch mehr ins Wanken gebracht. Im Prinzip einigen sich die Staaten nach dem ersten Weltkrieg sich mit dem Völkerbund ein Versprechen zu geben, sie wollen zu dem Zeitpunkt keinen Krieg mehr und möchten, dass jeder Staat seine Schulden bei dem jeweils anderen begleichen kann. Heutzutage würde man es ein Abkommen nennen. Der Völkerbund entstand 1920 als Ergebnis der Pariser Friedenskonferenz. Die ersten Jahre hielt das Ganze auch noch an, doch mit Jahr um Jahr kamen die Gedanken der einzelnen Länder ins Wanken. Viele Völker waren in Sorge, denn es herrschte nach dem ersten Weltkrieg eine Depression. Die Weltwirtschaft hatte durch den Krieg gelitten und in vielen Ländern versuchte man die Schäden zu beseitigen und Hunger gab es leider auch noch eine Menge in der Welt.

Der erste „Diktator“ wurde in Italien 1922 ins Amt gewählt. Mussolini wurde Ministerpräsident von Italien. Er war zwar nicht so sehr in Kritik wie Hitler, aber dennoch nicht zu unterschätzen. 1927 folgte dann Josef Stalin als Diktator der Sowjetunion und 1932 dann unser bekannter Hitler. Alle Drei waren jede Menge Munition, um einen neuen Krieg zu beginnen. Außerdem gab es immer noch Unstimmigkeiten zwischen Japan und China und Japan viel 1932 in China ein. Die USA wollte sich erst einmal aus allem raus halten und das eigene Land schützen. Nach Hoover, welcher den ersten Weltkrieg Präsident der vereinigten Staaten war, folgte Roosevelt. Er war einer der beliebtesten Präsidenten in den Vereinigten Staaten von Amerika. Er musste das Land durch den zweiten Weltkrieg führen und starb zum Ende des Krieges an seiner schweren Krankheit.

Ein weiterer Part in der Geschichte spielte Stalin. Er führte die Sowjetunion bis lange nach dem zweiten Weltkrieg mit starker Diktatur. Er ließ 1927 bis 1932 eine Kollektivierung der Landwirtschaft in der Ukraine erwirken. Jeder Bauer*in durfte seine Ernte nicht behalten, sondern musste diese an den Staat abgeben. Wieder andere wurden vom Staat gekauft oder das Land wurde auch komplett verkauft und enterbt. Zwischen 1928 und 1929 starben mehrere Millionen Menschen an Hungerleiden. Stalin ließ die Menschen in der Ukraine absichtlich verhungern. Ich finde diesen Teil der Geschichte sehr wichtig, denn alle haben immer nur ein Auge auf Deutschland geworfen, wenn es um die Zeit zwischen und während dem zweiten Weltkrieg geht. Aber Stalin war mindestens genauso grausam wie Hitler es war und wahrscheinlich waren auch beide die Initiatoren dieses unsagbar grausamen Krieges. Eigene Meinung, kann falsch sein, aber so denke ich nun mal. Denn unabhängig wer diesen Krieg begonnen hat, in diesem Buch geht hervor, dass einige Länder es genauso wollten und heimlich schon dafür planten.

Als 1932 Hitler als Bundeskanzler ins Amt trat, so dachte man zuerst, dass nichts schlimmes passieren würde. Ein so nüchterner Mann kann doch kein Diktator werden, so dachte man. Er war unscheinbar, wenn auch böse, aber man hatte ihn damals eindeutig unterschätzt. Auch das Regime der Nazis hat sich erst nach und nach gebildet. Mit immer kleinen Spitzen, wie z.B. der Bücherverbrennung 1933 oder dem Reichstagsbrand wurde immer mehr klar, dass Hitler zu mehr fähig war. Nur die Oberhäupter der anderen Länder haben die Gefahr nicht sofort erkannt, viele wollte sogar mit ihm kooperieren.

Klaus Mann schrieb damals: “ Du willst Deutschland regieren? Diktator willst du sein? Mit der komischen Nase? Daß ich nicht kichere!….Du kommst nie zur Macht!“ Doch auch er sollte sich täuschen. Und spätestens als seines Vaters Bücher verbrannt wurden, muss es ihm klar geworden sein. Die New York Post schrieb damals, er sei der Innbegriff des kleinen Mannes. Unterschätzt, wie ich bereits sagte. Doch würden wir in dieser Zeit leben, so würden wir vielleicht gleich denken. Das Problem war, dass das Volk nach dem ersten Weltkrieg den Mut verloren hatte. Man wusste nicht, wo die Reise hingehen soll. Die Wirtschaft wurde nicht so richtig angekurbelt und der „kleine Mann“ hatte zumindest einen Plan. Zu der Zeit war auch noch nicht ganz das Ausmaß seines Judenhasses klar. Die Menschen folgten ihm, weil er eine Perspektive bot, wenn sie sich nun zum Ende als die falsche Perspektive heraus gestellt hatte.

Meine eigene Meinung

Wie bereits beschrieben, kann man dieses Buch ganz schlecht wieder geben. Man kann nur erahnen, wie diese ganzen Ereignisse zu dem geführten haben, was danach folgte. Doch dieses Buch gibt einem zumindest eine Idee davon. Fakten die aus der Geschichte resultieren. Paul Jankowski hat sehr gut recherchiert und hat anschaulich erklärt, wie es damals in den zweiten Weltkrieg geführt hat. Trotz das es ein Sachbuch ist, ist es sehr locker geschrieben. Ich finde es hat einen sehr guten Schreibstil für so ein schweres Thema. Es sind auf jeden Fall 464 Seiten Informationen, von denen so ziemlich jede wichtig ist. Ich habe zumindest jede Menge Post It’s gesetzt und mir einen Notizzettel mit Daten geschrieben, um alles für diese Rezension auf dem Schirm zu haben. Ich hoffe es ist mir gelungen einen Eindruck von diesem Buch zu geben. Wenn dieses Thema interessiert, der sollte es lesen. Achso eine Anmerkung noch, in der Mitte des Buches gibt es Fotos von damaligen Zeitungsartikeln und Propaganda Plakaten, teilweise sind diese wirklich lesenswert und interessant. Sehr gut gelungen ist es auf jeden Fall, diese mit einzubringen. Danke an den S.Fischerverlag für dieses Rezensionsexemplar.

Rezensionsexemplar/ S.Fischerverlag/ Gebundene Auflage von 2021/ 464 Seiten ohne Dank und Quellenverzeichnis/ 39,00 €