„Die Paradiese von Gestern“ Mario Schneider

Heute nehme ich Euch mit nach Bordeaux und Paris, denn dieses Buch entführt dich nach Frankreich. „Die Paradiese von Gestern“ ist eine wunderbare Liebesgeschichte und irgendwie auch eine Suche nach einem selbst. Ich mag es ja persönlich sehr, wenn die Protagonisten in einem Buch auf der Suche nach sich selbst sind. Meistens stecken dann spannende Geschichten hinter den Personen. So ist es auch hier. Auf der einen Seite haben wir ein verliebtes Pärchen aus der DDR, die kurz nach der Wende nach Frankreich reisen und wir haben Charlotte de Violet und ihren Diener Vincent, welche ein altes Hotel an einem Weingut gelegen betreiben. Das Hotel hat allerdings die besten Jahre hinter sich, sodass Rene und Ella die letzten Gäste sein werden.

Rene und Ella

Das verliebte Paar aus der DDR reist zum ersten Mal in ein anderes Land. Bevor sie am Hotel ankommen, haben sie schon ein paar wunderbare Orte in Frankreich gesehen. Im Hotel von Charlotte landen sie eher zufällig und doch ist es ihr Schicksal in diesem Chateau zu stranden. Auch wenn beide sehr verliebt sind, so erleben sie doch zum ersten Mal was Freiheit bedeutet. Und Freiheit heißt auch, dass man sich selbst in einem neuen Licht sehen kann. Sie erfahren in diesem Buch, wie die Menschen außerhalb der DDR bisher gelebt haben. Gerade Rene erfährt durch den Sohn des Hauses De Violet eine Menge von Paris, denn Alain nimmt ihn mit in die Welt der Schönen und Reichen. Der Kapitalismus war beiden bisher eher fremd gewesen. Sowohl Ella als auch Rene lernen sich selbst besser kennen und das ein paar Tage getrennt von einander. Ella bleibt im Chateau und verbringt viel Zeit mit Vincent und Rene reist mit Alain nach Paris. Getrennt voneinander finden sie zu sich selbst und lernen, was Liebe für jeden einzelnen bedeutet.

Charlotte und Vincent

Charlotte de Violet ist in dem Schlosshotel aufgewachsen, ihre Familie betreibt seit Generationen dieses Weingebiet. Die Weinberge allerdings gibt es seit dem Krieg nicht mehr und das Hotel, welches sie mit ihrem Mann nach dem Krieg aufgebaut hatte, hat auch schon mal bessere Tage gesehen. Vincent ist ihr Diener und eigentlich aber auch ihre geheime Liebe. Ihr Ex-Mann fühlte sich immer unwohl in dem Hotel und hat sie eines Tages verlassen. Seither leben Charlotte und Vincent alleine in dem großen Schloss und leisten sich Gesellschaft. Gäste kamen schon einige Jahre nicht mehr so richtig, das junge Paar ist ein Highlight zum Abschluss des Hotels. Es soll geschlossen werden und gerade Charlotte fällt es schwer sich damit abzufinden. Sie kann sich nicht vorstellen, alleine zu wohnen und nicht mehr in ihren geliebten Gemäuern. Weiterhin gibt es auch noch ein großes Missverständnis mit ihrem Sohn Alain. Bei einem gemeinsamen Diner kommt es zum Streit und die Suche nach jedem selbst beginnt.

Bei beiden Beziehungen merkt man, dass die eigenen Wünsche oftmals die Wünsche der gemeinsamen Zukunft überblenden. Gerade auch bei Ella und Charlotte. Beide Frauen sind sich sehr ähnlich. Sie suchen beide das vollkommene Glück, beide haben Angst vor zu wenig Veränderung und beide kennen sich irgendwie selbst nicht richtig. Bei Charlotte und Vincent ist die Zeit ein wenig abgelaufen, aber bei Rene und Ella gibt es noch Hoffnung. Ich denke allerdings, auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, dass beide sich irgendwann trennen werden. Beide sind in meinen Augen doch zu unterschiedlich.

Meine eigene Meinung

Ich mochte das Buch sehr. Mario Schneider hat einen sehr angenehmen Schreibstil. An manchen Stellen war es mir zu lang und die Handlung etwas zäh. Ich mochte allerdings die Atmosphäre und vor allem die Beschreibungen von Bordeaux und Paris. Frankreich konnte man im ganzen Buch spüren und ein wenig Urlaubsfeeling kam auf. Die Charaktere waren alle super gezeichnet, besonders Vincent mochte ich sehr. Er tat mir in dem Buch auch am meisten Leid, denn er liebte Charlotte über Jahrzehnte hinweg im Stillen und diese Liebe bliebt bis auf Weiteres auch unerfüllt. Das fand ich bewegend, vor allem weil Vincent anscheinend ein sehr netter Mann war. Es war mein erstes Buch aus dem Mitteldeutschen Verlag und ich mochte es wirklich sehr und werde wohl noch mehr Bücher aus diesem Verlag lesen müssen! Vielen Dank für das Rezensionsexemplar. Würde ich Sterne vergeben müssen, wären es 4 von 5, aber den Abzug gibt es auch nur für die Länge des Buches. Ein paar Seiten weniger hätten der Geschichte nicht wehgetan. Aber ich bleibe dabei: Ich mag es sehr.

Rezensionsexemplar/ Mitteldeutscher Verlag/ Auflage 2022/ 552 Seiten/ 28€

Nicolas Barreau- Das Lächeln der Frauen / Die Zeit der Kirschen

Nicolas Barreau zählt für mich zu den wunderbarsten Liebesroman Autoren. Wobei ich sagen muss, dass ich nicht genau weiß, ob es tatsächlich ein Autor ( männlich ) ist. Es gibt Gerüchte, dass es eine Autorin ist mit einem Pseudonym. Mir persönlich reichlich egal, denn ich mag die Bücher von ihm/ihr sehr gerne. „Das Lächeln der Frauen“ gibt es schon etwas länger und die Fortsetzung „Die Zeit der Kirschen“ ist ganz frisch erschienen. Zusammen ergeben sie eine Hommage an die Stadt Paris.

Das Lächeln der Frauen

Aurelie ist eine junge Restaurantbesitzerin im Herzen von Paris. Sie ist in einer Beziehung, hat eine tolle Freundin und führt das vererbte Restaurant/ Bistro ihres Vaters. Lesen lag ihr noch nie so sehr, sie liebt die Küche. Als ihr Partner sie verlässt fällt sie in ein tiefes Loch. Sie hatte Claude geliebt und war am Boden zerstört. Durch Zufall landet sie in einem kleinem Buchladen und entdeckt dort ihren ersten Lieblingsroman „ Das Lächeln der Frauen“. In diesem Roman entdeckt sie auf einmal sich selbst. Als hätte der Autor Robert Miller sie vorher schon einmal gesehen, als ob er Gast in ihrem Restaurant gewesen ist. Sie musste unbedingt herausfinden, was es damit auf sich hat.

Es stellt sich heraus, das es Robert Miller eigentlich gar nicht gibt und das er schon gar nicht aus England kam, sondern Franzose war. Es war ihr gleich seltsam vorgekommen, dass ein Engländer so wunderbar über Paris schreiben konnte. Doch nun hatte sie sich schon fast in diesen Autoren verliebt und lud ihn zum Abendessen in ihr Restaurant ein. Sie kochte das bekannte Gericht ihres Vater „Menu D‘ amour“. Ihr Autor aka Lektor war begeistert. Denn der Lektor selbst hat das Buch geschrieben und seit seinem ersten Besuch im Restaurant „Le Temps des Cerises“ ist er verliebt in das Lächeln von Aurelie.

Die Zeit der Kirschen

Im zweiten Roman „Die Zeit der Kirschen“, welches nach dem Restaurant von Aurelie benannt ist, greift Nicolas Barreau die Liebesgeschichte von Aurelie und Andre erneut auf. Während Andre versucht einen Heiratsantrag zu machen, verguckt sich Aurelie in einen Sternekoch und eine wilde Jagd nach der Liebe beginnt. Beide erfahren in diesem Buch einen Karriereaufschwung. Andre wird als Autor gefeiert und besucht eine Lesung nach der nächsten. Aurelie bekommt durch Zufall einen falschen Michellin Stern und lernt dadurch den Sternekoch Jean-Marie Marronnier kennen. Durch ihn wird sie in neue Kochkünste verführt und lernt jede Menge neue Gerichte kennen. Der Sternekoch lebt allein, weil seine Frau nicht aufs Land ziehen möchte und er findet Gefallen an Aurelie. Andre ist auf äußerste eifersüchtig und begeht dadurch einen Fehler nach dem nächsten. Auf der anderen Seite lernt er aber auch nette Buchhändlerinnen kennen, auf die Aurelie dann eifersüchtig ist. Am Ende steht die Frage im Raum, ob die beiden sich noch lieben und ob sie zusammen gehören?

Mein persönliches Fazit

Was ich in beiden Büchern sehr schön fand, waren die Beschreibungen über Paris. Die Stadt wird super beschrieben und man fühlt sich wie im Traumland beim Lesen. Man bekommt Lust diese wunderbare Stadt noch einmal zu bereisen. Auch die Gerichte in der Küche machen durchaus Hunger auf mehr. Wobei ich kein Fan von französischer Küche bin und auch noch vegan lebe. Dennoch mochte ich die Leidenschaft, die man förmlich bei beiden Köchen spüren konnte.

Die Story an sich ist im ersten Buch noch sehr, sehr romantisch, verliert sich aber im zweiten Buch. Die Geschichte mit der Eifersucht wird einfach zu lang und auch zu anstrengend. Ich finde das sehr schade, denn das erste Buch hat mir richtig gut gefallen. Aber leider ist es oft so, dass einen Fortsetzung nicht an den Erstroman ran kommt. So ist es hier leider auch. Dennoch mochte ich beide in Kombi, Paris reißt es Gott sei Dank wieder raus. Würde ich Sterne vergeben, dann hätte das erste Buch 5 Sterne und das zweite 3, sodass wir in Kombi auf 4 Sterne kommen. Ich finde, das ist ein guter Schnitt. Nicolas Barreau bleibt für mich aber immer eine Empfehlung wenn es um Romantik in Paris geht.

Beide selbst gekauft, daher keine Werbung