Im Schatten des Schwertes von Julie Kagawa

Yumeko ist eine Halbfüchsin und im zweiten Teil der Trilogie von Julie Kagawa wird es wieder richtig spannend für die *Kitsune. Bereits nach dem ersten Teil war ich begeistert von der feinen Geschichte mit japanischem Touch. Ich liebe ja bekanntlich Japan und als Teenager habe ich auch Manga’s verschlungen, sodass ich natürlich auch den zweiten Teil lesen musste. Im Schatten des Schwertes ist eine wunderbare Fortsetzung von Im Schatten des Fuchses.

Zum Inhalt

Yumeko und ihre neugewonnenen Begleiter haben eine weite Reise vor sich. Sie müssen nicht nur die Schriftrolle des Drachengedichtes beschützen, sondern müssen auch noch Kage Tatsumi aus den Fängen des Dämonen Hakaimono befreien. Keine leichte Aufgabe für die Gruppe und gerade Yumeko hat eine große Aufgabe zu bewältigen. Sie wird so langsam erwachsen und muss lernen ihre Kitsune Energie zu steuern. Leichte Tricks eines Fuchses werden den Dämonen schließlich nicht aufhalten können. Mittlerweile kämpft sie aber nicht mehr allein, sie hat vier Freunde gefunden, die sie beschützen und unterstützen in all ihren Entscheidungen. Auch bei der folgenschweren Entscheidung Tatsumi zu befreien, stehen die Freunde hinter ihr.

Die Schreinmaid Reika und der Mönch folgen der Gruppe erst seit kurzem, sind aber eine große Hilfe. Der Ronin und Daisuke der Adlige folgen Yumeko nun schon länger und haben auch bereits an Seite von Tatsumi gekämpft. Im Laufe des zweiten Teils stellt sich heraus, dass diese beiden sich sogar noch mehr mögen als nur wie Freunde. Auch Yumeko sieht die beiden in einem Traum und ist verwirrt, welche Verbindung zwichen den beiden Männern entstanden ist. Ein Adliger und ein gebrochener Samurai, dass könnte noch für Probleme sorgen. Ich hoffe man bekommt im dritten Teil noch mehr Details dazu.

Der Geist von Suki

Ganz zu Anfang des ersten Buches haben wir die kleine Suki kennen gelernt. Sie musste leider schon früh in der Geschichte sterben, durfte aber als Geist weiter eine Rolle spielen. Mittlerweile glaube ich, dass die kleine Suki ein Schutzengel der Gruppe von Helden ist. Sie ist immer in der Nähe und sie hat immer einen guten Riecher, um Yumeko und ihre Freunde zu beschützen. Es war offensichtlich Schicksal, dass sie als Geist weiter leben durfte.

Meine Meinung

Ich mochte den zweiten Teil genauso gerne wie schon den ersten Teil. Julie Kagawa hat eine tolle Fantasie und die Beschreibungen der Orte und Personen gefallen mir sehr gut. Man kann sich die Welt rund um Iwagoto richtig vorstellen. Literarisch ist es kein ganz großes Buch, aber wer Fantasie und Manga’s mag, der wird sich hier wieder finden können. Ich freue mich auf den dritten Teil der Saga und hoffe auf ein tolles Ende der Geschichte und natürlich hoffe ich auf ein Happy End für Yumeko und Tatsumi. Im Schatten des Drachens folgt voraussichtlich im Juni 2020.

Selbst gekauft/ Gebundene Auflage 2020/ Heyne Verlag/ 496 Seiten

*Kitsune: bedeutet Halbfüchsin

 

 

 

 

 

 

 

Taschenbuch Empfehlung Mai 2019

Alle Neu macht der Mai, so sagt man und passend zum neuen Monat möchte ich Euch zwei neue Taschenbücher vorstellen. Beide habe ich auf der Leipziger Buchmesse gekauft und sie nun endlich gelesen. Zwei unterschiedliche Geschichten mit ganz viel Tiefgang und zwei Bücher, die einen nicht mehr los lassen. Ich habe beide Bücher direkt hintereinander weg gelesen und brauchte danach erst einmal eine ganz ganz seichte Literatur zum Ausgleich. Herz auf Eis von Isabelle Autissier erschien im Original beim Mare Verlag und nun als Taschenbuch im Goldmann Verlag. Die Farbe von Milch von Nell Leyshon erschien im Wilhelm Heyne Verlag, dieser gehört der Randomhouse Verlagsgesellschaft an. Wie ich bereits erwähnte beide habe ich selbst gekauft, weil ich sie unbedingt lesen wollte.

Herz auf Eis

Louise und Ludovic erfüllen sich einen großen Traum und segeln um die Welt. Sie wollen raus aus dem grauen Alltag von Paris und endlich etwas erleben. Ludovic ist der Antreiber in dieser Beziehung, er hat Louise quasi vor sich selbst gerettet, denn eigentlich war Louise immer eine Einzelgängerin, die nur für das Bergsteigen gelebt hat. Zusammen wagen sie ein Abenteuer und stoßen mental und emotional an ihre Grenzen und die Grenzen ihrer Beziehung.

Als sie Nahe der Insel Kap Hoorn mit ihrem Boot auf einer einsamen Forschungsinsel halt machen, ahnen sie nicht, dass einer der beiden diese Insel nicht mehr lebend verlassen wird. In einem Sturm wird das Boot vom Ufer gerissen und Louise und Ludovic können dem nicht mehr entkommen. Eine einsame Insel ohne Zivilisation, die einzigen anderen Lebewesen sind Pinguine und Robben. Sie fangen an sich von eben diesen Inselbewohnern zu ernähren. Eine grauenhafte Beschreibung folgt in diesem Buch. Nichts für schwache Nerven, wenn ihr mich fragt.

Ludovic wird immer schwächer und so beschließt Louise sich eines Tages auf einen eigenen Weg zu begeben. Sie lässt ihn zurück und versucht zur Forschungsstation auf der anderen Seite der Insel zu gelangen. Sie ahnt nicht, dass sie Ludovic verlieren wird und sie ahnt auch nicht, was sie danach alles erwarten wird. Sie lebt weiter mit einer Lüge über die Geschehnisse auf dieser Insel, sie verliert sich selbst in ihrer Trauer.

„In den wichtigsten Momenten ist der Mensch allein, denkt Louise. Wenn es um das Leben, um den Tod, um Entscheidungen von größter Wichtigkeit geht, zählt der andere nicht mehr….“

Ein starkes Buch. Grausam an vielen Stellen, unendlich traurig an anderen Stellen und mitreißend in jedem Fall. Eine Empfehlung.

Die Farbe von Milch

Die kleine Mary wächst auf einem Bauernhof auf und kennt von klein auf nur die harte Arbeit. Sie lebt zusammen mit zwei Schwestern und ihren Eltern und arbeitet von früh bis spät. Eines zeichnet sie aber in meinen Augen aus, sie verliert niemals ihr Lachen. Sie ist munter und fröhlich und unglaublich wissbegierig. Man mag den Charakter Mary sofort und fühlt mit ihr mit.

Mary wird eines Tages von ihrem Vater an den Pfarrer „verkauft“, verkauft deshalb, weil ihr Vater Geld bekommt, damit Mary bei dem Pfarrer arbeiten darf. Sie soll eine Art Hausmädchen werden und versteht sich sofort super mit der Frau des Pfarrers. Leider verstirbt diese unmittelbar nach Mary’s Ankunft in der Familie und für Mary werden die Tage trister. Mary’s Schwester wird Schwanger vom Sohn des Pfarrers, doch der macht sich zum studieren aus dem Staub. Es ist für mich eine klassische Geschichte aus der frühen amerikanischen Geschichte. Es gibt Herrschaften und es gibt die Arbeiterfamilien- die untere und die obere Schicht und dazwischen nichts. Die untere Schicht muss sich immer den Wünschen der oberen unterordnen.

Mary erfährt das am eigenen Leib. Der Pfarrer ist irgendwann einsam und sucht Nähe bei Mary, die das natürlich nicht will. Die nächtlichen Besuche nehmen zu und Mary weiß sich einfach keinen Rat, bis sie sich eines Tages wehrt. Der Pfarrer benutze ihre Wissbegierigkeit, denn er lernte sie das Schreiben und forderte im Gegenzug ihren Körper. Doch am Ende ist es Mary, die bestraft wird und dennoch hat sie ihren Frieden gefunden.

„Hast du das Leben jemals von der schlechten Seite aus betrachtet? Fragte er. Ich werde noch genug Zeit haben darüber nachzudenken, sagte ich, wenn ich tot bin….“

Ein unglaublich trauriges Buch. Es beschreibt leider immer noch Tatsachen. So wenige Seiten hat dieses Buch und dennoch hat es so viel Tiefe – meine zweite Empfehlung.

Beide Bücher

Beide Bücher haben mich noch lange beschäftigt. Gerade die Geschichten, wo Menschen an ihre Grenzen gehen vor allem emotional bewegen mich immer wieder. Man hinterfragt sich bei solchen Geschichten immer selbst, was hätte ich an deren Stelle getan?! Zwei ganz großartige Bücher!

Herz auf Eis/ Goldmann Verlag/ 239 Seiten/ Taschenbuch/ 10,00€/ 2.Auflage 2018

Die Farbe von Milch/ Wilhem Heyne Verlag/ 207 Seiten/ 10,00€/ Auflage 2019