Das Glück riecht nach Sommer von Meike Werkmeister

Ich habe in dieser Woche das erste Buch von Meike Werkmeister gelesen und offenbar hatte ich in der Vergangenheit einiges verpasst. Dieses Buch beschreibt nicht nur den Sommer, es holt einem auch den Sommer nach Hause. Eine leichte, sonnige Lektüre. Ihre bisherigen Bücher müssen nun auf jeden Fall mit mir durch den Sommer ziehen. Daran führt wohl kein Weg vorbei. Jetzt aber erst einmal zu „Das Glück riecht nach Sommer“.

Ina in Hamburg

Ina kommt eigentlich vom Meer aus der Nähe von St.-Peter-Ording ( ich liebe diesen Ort übrigens ). Sie hatte den Traum Kinderärztin zu werden, aber auf dem Land kann man sich nicht immer aussuchen, welche Stelle gerade frei ist. Geblendet von einem Mann bleibt sie aber an der See und verliert kostbare Jahre. Nachdem aus der großen Liebe nichts geworden ist, zieht es sie doch nach Hamburg und sie bewirbt sich auf der Inneren einer renommierten Hamburger Klinik. Doch trifft sie allerdings auf Tim, in ihn hatte sie sich bereits als Praktikantin verguckt und er ist mittlerweile verheiratet, wenn auch unglücklich. Eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle beginnt und ob das alles mit ihrer Bewerbung so passt, wird sich auch noch zeigen, denn Tim wäre dann ihr Chef.

Ina hofft bei ihrer Freundin Filiz unter zu kommen, diese wohnt in einer WG. Jedoch die die Mädels neben Filiz nicht ganz so begeistert und sie können Ina nur die Gartenlaube anbieten. Was besseres hätte Ina gar nicht passieren können, im Sommer ist es in den Lauben direkt am Alsterfleet wunderschön und Ina lernt jede Menge super interessante Leute kennen. Neben Tim taucht auch noch Sebastian auf. Sie kennt ihn vom Nachbarhof ihrer Eltern und trifft ihn nun in Hamburg. Sebastian verliebt sich in sie. Und Ina? Sie ist irgendwie ziemlich verwirrt. Auch bei den Freundinnen geht es heiß her und jede von Ihnen findet in diesem Buch irgendwie ihren eigenen Weg. Und es entsteht nebenbei eine wunderbare Freundschaft.

Das Glück riecht nach Sommer

Das schöne an solchen Romanen ist, dass es meistens ein Happy End gibt. Man weiß irgendwie, das es gut ausgehen muss. Daher mag ich solche Bücher im Sommer besonders gerne. Ina findet am Ende ihr Glück und auch ihre berufliche Bestimmung. Aber der Weg dahin ist alles andere als einfach. Es gerät erst einmal viel durcheinander bevor es in die richtige Richtung geht. Im Job und vor allem auch in der Liebe. In diesem Roman gab es neben Ina aber super viele andere tolle Charaktere. Meike Werkmeister ist in meinen Augen sehr gut im Zeichnen von Charakteren. Viele von Ihnen mochte ich sehr.

Meine eigene Meinung

Ich mochte das Buch sehr. Ina war als Protagonistin sehr überzeugend, ich konnte mich super mit ihr identifizieren- sowas mag ich immer. Meike Werkmeister hat einen sehr angenehmen Schreibstil und zum Glück habe ich über Instagram auch ihre anderen drei Bücher von einer Bloggerin geschickt bekommen. Ich werde diese also nun in diesem Sommer alle lesen. Ich kann das Buch empfehlen, wenn man eine locker leichte Lektüre braucht. Gerade im Sommer mag ich sowas gerne. Also, wer noch ein Urlaubsbuch braucht, hat es nun gefunden. Auf dem unteren Bild findet ihr übrigens ihre bisherigen Romane.

Rezensionsexemplar/ Goldmann Verlag/ Taschenbuch/ April 2022/ 11,00€

Taschenbuch Empfehlung Mai 2019

Alle Neu macht der Mai, so sagt man und passend zum neuen Monat möchte ich Euch zwei neue Taschenbücher vorstellen. Beide habe ich auf der Leipziger Buchmesse gekauft und sie nun endlich gelesen. Zwei unterschiedliche Geschichten mit ganz viel Tiefgang und zwei Bücher, die einen nicht mehr los lassen. Ich habe beide Bücher direkt hintereinander weg gelesen und brauchte danach erst einmal eine ganz ganz seichte Literatur zum Ausgleich. Herz auf Eis von Isabelle Autissier erschien im Original beim Mare Verlag und nun als Taschenbuch im Goldmann Verlag. Die Farbe von Milch von Nell Leyshon erschien im Wilhelm Heyne Verlag, dieser gehört der Randomhouse Verlagsgesellschaft an. Wie ich bereits erwähnte beide habe ich selbst gekauft, weil ich sie unbedingt lesen wollte.

Herz auf Eis

Louise und Ludovic erfüllen sich einen großen Traum und segeln um die Welt. Sie wollen raus aus dem grauen Alltag von Paris und endlich etwas erleben. Ludovic ist der Antreiber in dieser Beziehung, er hat Louise quasi vor sich selbst gerettet, denn eigentlich war Louise immer eine Einzelgängerin, die nur für das Bergsteigen gelebt hat. Zusammen wagen sie ein Abenteuer und stoßen mental und emotional an ihre Grenzen und die Grenzen ihrer Beziehung.

Als sie Nahe der Insel Kap Hoorn mit ihrem Boot auf einer einsamen Forschungsinsel halt machen, ahnen sie nicht, dass einer der beiden diese Insel nicht mehr lebend verlassen wird. In einem Sturm wird das Boot vom Ufer gerissen und Louise und Ludovic können dem nicht mehr entkommen. Eine einsame Insel ohne Zivilisation, die einzigen anderen Lebewesen sind Pinguine und Robben. Sie fangen an sich von eben diesen Inselbewohnern zu ernähren. Eine grauenhafte Beschreibung folgt in diesem Buch. Nichts für schwache Nerven, wenn ihr mich fragt.

Ludovic wird immer schwächer und so beschließt Louise sich eines Tages auf einen eigenen Weg zu begeben. Sie lässt ihn zurück und versucht zur Forschungsstation auf der anderen Seite der Insel zu gelangen. Sie ahnt nicht, dass sie Ludovic verlieren wird und sie ahnt auch nicht, was sie danach alles erwarten wird. Sie lebt weiter mit einer Lüge über die Geschehnisse auf dieser Insel, sie verliert sich selbst in ihrer Trauer.

„In den wichtigsten Momenten ist der Mensch allein, denkt Louise. Wenn es um das Leben, um den Tod, um Entscheidungen von größter Wichtigkeit geht, zählt der andere nicht mehr….“

Ein starkes Buch. Grausam an vielen Stellen, unendlich traurig an anderen Stellen und mitreißend in jedem Fall. Eine Empfehlung.

Die Farbe von Milch

Die kleine Mary wächst auf einem Bauernhof auf und kennt von klein auf nur die harte Arbeit. Sie lebt zusammen mit zwei Schwestern und ihren Eltern und arbeitet von früh bis spät. Eines zeichnet sie aber in meinen Augen aus, sie verliert niemals ihr Lachen. Sie ist munter und fröhlich und unglaublich wissbegierig. Man mag den Charakter Mary sofort und fühlt mit ihr mit.

Mary wird eines Tages von ihrem Vater an den Pfarrer „verkauft“, verkauft deshalb, weil ihr Vater Geld bekommt, damit Mary bei dem Pfarrer arbeiten darf. Sie soll eine Art Hausmädchen werden und versteht sich sofort super mit der Frau des Pfarrers. Leider verstirbt diese unmittelbar nach Mary’s Ankunft in der Familie und für Mary werden die Tage trister. Mary’s Schwester wird Schwanger vom Sohn des Pfarrers, doch der macht sich zum studieren aus dem Staub. Es ist für mich eine klassische Geschichte aus der frühen amerikanischen Geschichte. Es gibt Herrschaften und es gibt die Arbeiterfamilien- die untere und die obere Schicht und dazwischen nichts. Die untere Schicht muss sich immer den Wünschen der oberen unterordnen.

Mary erfährt das am eigenen Leib. Der Pfarrer ist irgendwann einsam und sucht Nähe bei Mary, die das natürlich nicht will. Die nächtlichen Besuche nehmen zu und Mary weiß sich einfach keinen Rat, bis sie sich eines Tages wehrt. Der Pfarrer benutze ihre Wissbegierigkeit, denn er lernte sie das Schreiben und forderte im Gegenzug ihren Körper. Doch am Ende ist es Mary, die bestraft wird und dennoch hat sie ihren Frieden gefunden.

„Hast du das Leben jemals von der schlechten Seite aus betrachtet? Fragte er. Ich werde noch genug Zeit haben darüber nachzudenken, sagte ich, wenn ich tot bin….“

Ein unglaublich trauriges Buch. Es beschreibt leider immer noch Tatsachen. So wenige Seiten hat dieses Buch und dennoch hat es so viel Tiefe – meine zweite Empfehlung.

Beide Bücher

Beide Bücher haben mich noch lange beschäftigt. Gerade die Geschichten, wo Menschen an ihre Grenzen gehen vor allem emotional bewegen mich immer wieder. Man hinterfragt sich bei solchen Geschichten immer selbst, was hätte ich an deren Stelle getan?! Zwei ganz großartige Bücher!

Herz auf Eis/ Goldmann Verlag/ 239 Seiten/ Taschenbuch/ 10,00€/ 2.Auflage 2018

Die Farbe von Milch/ Wilhem Heyne Verlag/ 207 Seiten/ 10,00€/ Auflage 2019