Die vier Gezeiten von Anne Prettin

Helen reist von Neuseeland nach Deutschland, um sich auf die Suche ihrer Mutter zu begeben, dass sie damit Ebbe und Flut in Bewegung setzt, hätte sie nicht erwartet. Ihre richtige Familie hat einige Geheimnisse und durch ihr Auftauchen kommen die Familienmitglieder nicht darum herum, sich mit der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen. Eine wilde Familiengeschichte mit sehr vielen traurigen Momenten und vielleicht mit einem Happy End. Für Helen beginnt auf jeden Fall ein Spießrutenlauf, um ihre eigene Geschichte heraus zu finden. Nicht jeder ist begeistert, dass sie nun da ist und Juist ist eine kleine Insel – da kommt alles ans Licht.

Johanne und Adda

Alles beginnt mit Johanne, der Großmutter in der Geschichte. Sie verliebt sich in jungen Jahren in einen Juden, der aus Deutschland fliehen muss, als die Nazis gekommen sind. Was Johanne jahrelang verheimlicht, ist das sie aber schwanger war von ihrem Gustav. Aus der Not heraus heiratet sie ihren besten Freund und niemand kennt die Umstände. Im zweiten Weltkrieg waren die Menschen sowieso mit anderen Dingen beschäftigt. Von Juist einer kleinen Insel in der Nordsee geht es für die Familie nach Dresden. Adda, die Tochter von Johanne erlebt die schlimmsten Jahre dort. Im Krieg verlieren sie alles. Nur ihr Bruder Joost ist ihr eine Stütze, auch er hat seine Geheimnisse, aber diese erfährt Adda erst im hohen Alter. Kurz vor dem Mauerbau flüchtet die Familie wieder zurück auf die Insel und versucht ein neues Leben zu beginnen. Johanne hat Verbindungen zum Hotel de Tiden und erbt diese. Von nun an soll es der Familie besser gehen. Doch auch diese Erbsache hat einen Hintergrund, den keiner sonst kennt.

Eigentlich ist Adda die Schlüsselfigur in diesem Roman, denn sie begleitet die ganzen Teile der Familiengeschichte. Mal bewusst und mal einfach unbewusst. Sie ist die Tochter von Johanne. Sie selbst bewahrt eines der größten Geheimnisse und auch nur sie kann Helen am Ende auch helfen. Doch Adda muss auch am meisten leiden in meinen Augen, denn auch sie hat sich für eine Art Zwangsehe entschieden und ihr Mann ist nicht der, der er zu sein scheint. Aber auch das erfahren wir erst zum Ende des Buches hin. Verbunden bleiben alle Teile in der Beziehung zwischen Johanne und Adda. Über Generationen hinweg scheint sich ein gleiches Schicksal abzuzeichnen.

Die vier Gezeiten

Adda hat vier Töchter, alle vier sind wie die Gezeiten so unterschiedlich. Zwei sind ruhig wie die Ebbe und zwei sind wild wie die Flut. Passend dazu sind sie auch zu diesen Gezeiten jeweils geboren. Eine der Töchter stirbt mit jungen Jahre – Selbstmord. So zumindest glaubt die Familie. Bescheid wissen alle erst, als das Tagebuch von Wanda auftaucht. Alle Frauen in diesem Roman haben wie gesagt etwas geheimes an sich, so auch Wanda. Die Autorin führt uns oftmals in die falsche Richtung, weil man denkt, dass man erahnen kann, welche Frau die Mutter von Helen sein könnte. Aber ich war am Ende positiv überrascht und fand die Wendung wirklich super. Die vier Gezeiten drehen sich meistens rund um das Hotel de Tiden auf Juist und man merkt schnell, das diese kleine Insel auch einem Gefängnis ähneln kann. Nicht nur eines der Kinder in diesem Roman entflieht dem Sog der Insel. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich die Beschreibungen der kleinen Insel sehr mochte. Aber ich mag auch generell das Meer und solche tollen Inseln.

Meine eigene Meinung

Anne Prettin hat eine super flüssigen Schreibstil und sie bringt die nötige Spannung in diesen Roman. Ich mag Geschichten über komplizierte Familien und ich liebe Geheimnisse. Ein wenig hat sie mich an Lucinda Riley erinnert, zumindest geht es in die selbe Richtung. Anne Prettin hat wunderbare Protagonisten aber auch spannende Antagonistin geschaffen. Ich mochte das Buch sehr und freue mich, dass ich es als Rezensionsexemplar aus dem Bastei Lübbe Verlag lesen durfte. Fans von solchen Romanen, wie ich, kommen voll auf ihre Kosten. Ich bin übrigens froh, das der zweite Weltkrieg nur angerissen wurde. Ich finde, es gibt mittlerweile zu viele Romane in diese Richtung. Also von mir eine kleine, feine Empfehlung zu diesem Buch.

Rezensionsexemplar / Bastei Lübbe Verlag / Auflage 2021 / 480 Seiten / Gebundene 1. Auflage / 22,00 €

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau von Marie-Renee Lavdie

“ Ich habe geheiratet, weil die Familie meines Mannes Liebe allein zu simpel fand. Ich hatte bis dahin noch nie gehört, dass Einfachheit etwas Schlechtes sein könnte. Aber sie wollten es gerne schwierig- bitte schön, jetzt konnten Sie es erleben: Scheidungen sind schließlich alles andere als simpel.“

Diane ist frisch geschieden. Ihr Mann hat eine neue, jüngere Freundin und hat sich von ihr getrennt. Wie lange das Ganze schon geht, weiß Diane nicht und sie möchte auch nichts weiter darüber wissen. Sie gibt sich selbst die Schuld, weil sie sich selbst langweilig findet. Ihr Leben bestand darin Ehefrau und Mutter zu sein, darüber hinaus gab es Diane nicht. Im Job ist sie auch eher ein Mitläufer und eine Leidenschaft kann man bei ihr nicht wirklich erkunden. Im Laufe des Buches versucht sie ihr Selbstvertrauen zurück zu finden und stolpert über einige Hürden und erlebt aber auch einige Höhepunkte, die sie persönlich weiter ermutigen.

Eine langweilige Ehefrau

Wieso ergeht es vielen Frau so? Der Mann trennt sich und die Frau gibt sich selbst die Schuld?! So oft habe ich dieses Phänomen bereits gehört und glauben kann ich es immer noch nicht. Auch Diane denkt, dass sie langweilig ist und das dieses der Grund sein muss. Nach der Scheidung findet sie nur langsam zu sich selbst zurück, sie lernt sich selbst wieder neu kennen. Sie ist sogar in der Lage dazu zu flirten. Auch wenn sie es bei einem verheirateten Kollegen versucht, dennoch kann sie wieder los lassen. Diane hat das Glück gute Freunde und ihre Kinder zu haben, die halten Diane bei Laune und helfen ihr sich neu zurecht zu finden.

Ich finde es persönlich falsch, dass so viele Frauen sich selbst dafür verantwortlich machen, wenn der Ehemann sich trennt. Als ob man selbst aufhören würde zu existieren, wenn man heiratet und Kinder bekommt. Diane ist mir in dem Punkt irgendwie unsympathisch. Selbst zum Ende des Buches hat sich nicht wirklich etwas in ihrem Leben getan. Sie hat ihren Job verloren und hat jetzt einen Kater, aber elementar hat sich nichts verändert nach der Scheidung. Die Autorin Marie-Renee Lavdie gibt Diane zumindest eine sehr witzige Art an die Hand. Die Dialoge sind wirklich lustig und zumindest ihre offene Art spricht für Diane. Ich habe am Ende des Buches gedacht: „Hoffentlich findet Diane zu sich selbst zurück, hoffentlich findet sie einen ganz wunderbaren Job und kommt mit sich selbst klar. Ich wünsche ihr, dass sie lernt alleine genug zu sein und sich dann irgendwann wieder für Liebe öffnen kann…“

„Der arme Phillipe konnte also nichts dafür, Heidegger hatte seine ganze philosophische Weisheit in das Gehirn einer seiner Studentinnen ejakuliert, und das hatte sie unwiderstehlich gemacht.“

Meine eigene Meinung

Ich mochte das Buch, weil es sich angenehm lesen ließ. Die Autorin hat Witz und ihre Dialoge machen wirklich Spaß. Mir hat nur die Darstellung von Frauen nach einer Ehe in diesem Buch nicht gefallen. Zu viel Klischee in meinen Augen. Würde ich Sterne vergeben, bekäme das Buch 3 von 5 Sternen, weil es ein netter Roman für nebenbei ist und ich den Schreibstil von Marie- Renee Lavdie wirklich mochte. „Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau“ ist übrigens ein Buch aus Kanada und dieses Land wird Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse sein. Ich bedanke mich bei Bastei Lübbe und dem Eichborn Verlag für das Exemplar und das ich es lesen durfte. Ich habe als Teil der #bloggerjury an dieser Leseaktion teilgenommen und hatte viel Spaß mit dem Buch.

 

 

 

 

Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman

Ich, Eleanor Oliphant ist die Geschichte einer wundersamen jungen Frau. Eine verstörende Vergangenheit, jede Menge Witz und eine ganz besondere Freundschaft. Der Roman von Gail Honeyman hinterlässt Spuren, das steht fest. Seit langem ein Buch, wo ich die Protagonistin sofort ins Herz geschlossen habe und jede Minute in dieser Erzählung mit ihr zusammen erlebt habe. Entdeckt habe ich das Buch auf der Leipziger Buchmesse und ich konnte nicht anders, als es zu erwerben.

Eleanor Oliphant

Eleanor ist eine ganz sonderbare, junge Frau. Sie ist eindeutig nicht wie alle anderen. Nicht nur, weil sie eine Narbe im Gesicht trägt, sondern weil ihre ganz Art einfach so komplett komisch ist. Eleanor hat sehr merkwürdige Gedanken und das was für andere „normal“ ist, ist für sie unvorstellbar. Sie lebt sehr zurück gezogen in einer Sozialwohnung in Glasgow und hat eigentlich gar keinen Kontakt zur Außenwelt. Selbst ihre Kollegen im Büro meiden die junge Frau. Sie hat gelernt alleine zu sein, wenn sie alleine ist, kann sie niemandem schaden.

Mit jeder Seite in diesem Buch lernt man Eleanor besser kennen und man fängt an, sie wirklich total zu mögen. Sie hat ganz solide Einstellungen und hat ein ganz reines Herz. Sie wird durch ihr bislang zurückhaltendes Aussehen nie richtig wahr genommen. Doch lernt man sie erst einmal kennen, dann muss man sie einfach mögen. Ich habe selten so gelacht bei einem Buch, wie bei diesem. Die Protagonistin bezaubert den Leser mit ihrem Witz und ihren ungewollt coolen Sprüchen.

Ihre Vergangenheit

Eleanor hat ein dunkles Geheimnis. Sie telefoniert angeblich einmal die Woche mit ihrer Mutter die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Noch dazu bekommt sie regelmäßig Besuch von einer Sozialarbeiterin. Man kann bereits am Anfang des Buches erahnen, dass ihr in ihrer Kindheit etwas schlimmes Wiederfahren ist. Erst zum Ende des Buches versteht man die Geschichte ganz. Die Autorin Gail Honeyman hält die Spannung bis zum Schluss und gibt einem immer nur ein Puzzleteil zum ergründen mit auf den Weg. Erzählerisch in meinen Augen großartig gelöst.

„Im Dunkel des Tages, im Dunkel der Nacht, immerzu muss ich daran denken. Hellwach in der Dunkelheit, zwei kleine flatternde Herzen, wie aufgeschreckte Kaninchen, ihr Atem messerscharf. Immerzu Gedanken, Erinnerungen….“

Raymond

Eines Tages lernt sie durch einen Zufall ihren Arbeitskollegen Raymond kennen. Sie ist zunächst entsetzt von seinem Äußeren. Schlabberige Jeans, Sneaker und immer Shirts mit lustigen Bildern auf der Brust. Und dann raucht er auch noch. Eleanor ist nicht sonderlich angetan und dennoch entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Die beiden wachsen zusammen, nachdem sie einem Alten Mann der auf der Straße zusammen gebrochen ist, das Leben retten. Der Alte Sammy und seine Familie sind den beiden sehr dankbar für ihre Hilfe und so werden Eleanor und Raymond auf diverse Partys eingeladen und kommen sich so auch immer näher. Eine emotionale Bindung entsteht.

„Auch mein Herz hat Narben davongetragen, dicke, wulstige Narben. Man sieht sie nicht, doch ich weiß, dass sie da sind. Aber ich hoffe, dass eine kleine Stelle frei von verhärtetem Gewebe ist, ein kleines Fleckchen nur, durch das Liebe hinein- und hinausströmen kann. Das hoffe ich wirklich…“

Meine eigene Meinung

Ich könnte so viele Stunden über dieses Buch schreiben. Ich könnte es für Euch komplett zusammenfassen, so gut sind die einzelnen Teile noch in meinem Gedächtnis. Aber ich will eigentlich nicht zu viel vorweg nehmen, denn es muss auf jeden Fall gelesen werden! Ich, Eleanor Oliphant ist meine persönliche Leseempfehlung an Euch. In diesem Buch gibt es so viele gute Eigenschaften zu entdecken und man öffnet seinen eigenen Horizont noch einmal. Äußerlichkeiten sind sowas von unwichtig und der innerer Kern zählt so viel mehr – genau das geht aus diesem Roman hervor.

Zum Schluss ein Lieblingsabschnitt von mir, wo ich lachend von der Couch gefallen bin. Eleanor wird von einem Typen auf einer Party angesprochen, dieser möchte ihr gerne einen Drink spendieren. Ihre Antwort darauf:

„Nein Danke. Ich möchte mich von Ihnen nicht auf einen Drink einladen lassen, denn dann müsste ich Ihnen im Gegenzug auch eine Runde spendieren, und ich fürchte, ich bin einfach nicht daran interessiert, die auf zwei Getränke anfallende Zeitspanne mit ihnen zu verbringen!“ 🙂

 

Buchdaten: Ich, Eleanor Oliphant, Bastei Lübbe Verlag, Taschenbuch, Auflage 2017, 527 Seiten, 11€

Anmerkung: Dieses Buch ist selbst gekauft und steht in keinem Zusammenhang mit Werbung, dies ist lediglich eine Empfehlung für andere begeisterte Leser/innen so wie ich.

 

 

Nach mir die Flut von Sarah Perry

„…nach einer Weile sind unsere Sorgen das Einzige, was Bestand hat, und deswegen halten wir an Ihnen fest, obwohl wir das gar nicht müssten…“

Nach mir die Flut“ von Sarah Perry – ein ziemlich verrücktes Buch. Warum ich mit diesem Satz starte? Weil es stimmt, dieses Buch ist irgendwie durch geknallt. „Nach mir die Flut“ aus dem Bastei Lübbe Verlag ist eine Geschichte über einen seltsamen Einzelgänger, der sich in ein Haus voller Irrer verirrt und in diesem irgendwie wieder zu sich selbst zurück findet. Zumindest glaube ich, dass das der Sinn des Endes in diesem Buch darstellte. Ich muss Euch zu Anfang schon gestehen, dass ich mir absolut nicht sicher bin, was dieses Buch mir sagen sollte. Vielleicht habe ich es sogar komplett falsch interpretiert. Ich möchte dennoch versuchen, Euch ein wenig daraus zu erzählen.

Der Klappentext

An einem heißen Sommertag beschließt John Cole, sein Leben hinter sich zu lassen. Er sperrt seinen Buchladen zu, den nie jemand besuchte, und verlässt London. Nach einer Autopanne sucht er Hilfe, verirrt sich und gelangt zu einem herrschaftlichen, aber heruntergekommenen Anwesen. Dessen Bewohner empfangen ihn mit offenen Armen – aber hinter der seltsamen Gemeinschaft verbirgt sich ein Geheimnis. Sie alle kennen seinen Namen, haben ein Zimmer für ihn vorbereitet und beteuern, schon die ganze Zeit auf ihn gewartet zu haben. Wer sind diese Menschen? Und was haben sie mit John vor?

Die Handlung

John Cole ist ein Einzelgänger, der in seinem Leben irgendwie nicht weiter kommt. So scheint es zumindest. Er flieht aus seinem gewohnten Londoner Umfeld und verirrt sich mitten im Nirgendwo. Die Gegend wird sehr düster und irgendwie schaurig beschrieben, für mich ein typischer dunkler, englischer Wald. Mitten in diesem Wald in der Nähe eines Staudammes entdeckt er dieses verwunschene Anwesen. Er wird empfangen, wie ein lang vergessener Freund, den man bereits erwartet hatte. Im Laufe des Buches stellt sich heraus, dass er gar nicht dieser Freund war und das er sich aber einfach irgendwann als dieser ausgeben hat. Er kommt aus der Nummer irgendwie nicht mehr raus und spielt das Spielchen mit. Doch auch die Bewohner dieses Hauses haben alle ihre Geheimnisse. Es wird irgendwann klar, dass alle Bewohner des Hauses aus einer Klinik für phsychiche Krankheiten stammen. Jeder Einzelne hat sein Päckchen zu tragen und vor allem zu verarbeiten. Und John passt in diesen verrückten Haufen irgendwie hinein. Das ganze Buch spielt sich in diesem Haus ab und die Geschehnisse sind irgendwie verworren. Ich kann keine klare Linie erkennen und ich kann das Ende absolut nicht verstehen.

Lieblingsabsatz aus dem Buch

….Der heutige Tag hat mir das Bild wieder in Erinnerung gerufen, ich sehe es so deutlich vor mir, als würde es zwischen den Fenstern im Wald hängen. Ich befand mich außerhalb der Welt und habe die anderen darin beobachtet, oder wenigstens glaubte ich das, ich hielt sie in meiner Hand, zwischen zwei Buchdeckeln, und hätte sie jederzeit beiseitelegen und mir eine spannendere Geschichte suchen können. Aber ich spüre, wie ich gegen meinen Willen in ihr Leben hineingezogen werde. Es ist, als wäre ich eines Tages an dem Gemälde vorbei gegangen und hätte aus dem Augenwinkel gesehen, wie die Frau im schwarzen Kleid mir ein Weinglas reicht…

Meine persönliche Meinung

Ich bin irgendwie nicht so richtig in dieses Buch rein gekommen. Ich fand die Charaktere unglaublich spannend und sehr gut beschrieben, ich konnte mir jeden Einzelnen super vorstellen. Aber eine Message ist bei mir leider nicht angekommen. Das Ende fand ich tatsächlich am schlimmsten, dass hat mir nichts gesagt und ich fand es auch reichlich unpassend. Ich habe bis zum Schluss nicht verstanden, warum John dort gelandet ist, ob es nur Zufall war oder ob mehr dahinter steckte?! Ich kann es Euch nicht sagen. Tolle Autorin eigentlich und auch die ein oder andere Passage war sehr gelungen, aber überzeugt hat es mich nicht. Dennoch danke ich dem Bastei Lübbe Verlag für das tolle Leseexemplar.

Rezensionsexemplar/ Bastei Lübbe Verlag/ Auflage 2018/ Hardcover/ 271 Seiten/ 24,00€ 

All die schönen Tage von Julia Kaufhold

Eine große Liebe mit vielen Hürden und eine Box, voll mit Erinnerungen, dass zusammen ergibt eine kleine schöne Liebesgeschichte wie “ All die schönen Tage“ von Julia Kaufhold. Dieses Buch ist in diesem Herbst im Bastei Lübbe Verlag erschienen und ich habe mich riesig gefreut es lesen zu dürfen. Es war seit langem mal wieder eine klassische Liebesgeschichte mit einem schönen Happy End.

Stella und Max

Die Hauptfiguren in „All die schönen Tage“ sind Stella und Max. Die beiden kennen sich seit der Schule und haben als Kinder jeden Tag zusammen verbracht. Schon sehr früh haben die beiden ihre Liebe zueinander erkannt und waren gleich unzertrennlich. Es ist eine Liebe, wie sie sich jeder nur wünschen kann. Stella und Max sind ein Leben lang wie durch einen unsichtbaren Faden verbunden und können den anderen spüren, ohne das er da sein muss. Als Stella und Max im Teenager Alter waren und zusammen abhauen wollten, zerbrach ihre Liebe durch einen blöden Jungen Streit im Schulbus. Ein brisantes Foto von Stella, welches Max von ihr geschossen hatte, gerät in die Hände kleiner Jungs und für Stella beginnt der dunkle Teil ihrer Kindheit. Kinder können wirklich ganz schön gemein sein. Max kommt leider nicht mehr dazu sich zu erklären und so sehen sich die beiden viele Jahre nicht mehr. Vergessen können Sie allerdings beide nicht, denn dafür war die Liebe einfach zu groß. Und durch ein Wiedersehen auf einem Schultreffen, kommen „All die schönen Tage“ beiden wieder in Erinnerung.

Schöne-Tage-Box

Stella bekommt von ihrer Mutter ein ganz besonderes Geschenk, die Schöne-Tage-Box. Eine kleine Box aus massivem Holz, in der Stella all ihre schönen Erinnerungen sammeln kann. In der Box gibt es für jeden Tag des Jahres eine Karte, auf der sie sich Erinnerungen speichern kann. So kann sie sich ein Leben lang an ihre schönsten Momente und Tage erinnern und kann diese jedes Jahr ergänzen. Ich fand diese Idee so süß und ich kenne Erinnerungsboxen aus meiner eigenen Kindheit und habe bis heute selbst eine Box mit alten Erinnerungen. Die Schöne-Tage-Box aus dem Buch habe ich für Euch nachgebastelt, wie ihr auf meinem Foto erkennen könnt. Ich werde diese mit Leben füllen und genau wie Stella in vielen Jahren meine schönsten Momente durchstöbern. Vielleicht finde ich da auch einen Max in meinem Leben.

Mein Lieblingszitat aus dem Buch

„Ich hatte das Mädchen sechs Wochen nicht gesehen, aber andauernd an sie gedacht. Und dann saß sie da in diesem weißen Kleid, das ein bisschen aussah wie ein Brautkleid, und ich dachte: Das hat sie für mich angezogen. Und wenn ich mich getraut hätte, wenn ich nicht so ein Idiot gewesen wäre, dann hätte ich sie schon damals gefragt…. dann hätte ich sie gefragt, ob sie meine Frau werden will. Und es wäre mir vollkommen egal gewesen, dass ich erst fünfzehn war.“

All die schönen Tage

Ich mochte dieses Buch von Julia Kaufhold sehr gerne. Eine leichte Liebesgeschichte für Zwischendurch. Jeder der schöne Liebesgeschichten mag, der wird dieses kleine Buch lieben. In einer Welt, in der manches dunkel sein kann, da freut man sich über kleine helle Momente voll von Liebe und Schönen Ideen wie der Schöne-Tage-Box. Danke an den Bastei Lübbe Verlag für dieses tolle Buch, ich kann es nur empfehlen.

Rezensionsexemplar/ Hardcover/ 16,00€/ Bastei Lübbe/ Auflage 2018