Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau von Marie-Renee Lavdie

“ Ich habe geheiratet, weil die Familie meines Mannes Liebe allein zu simpel fand. Ich hatte bis dahin noch nie gehört, dass Einfachheit etwas Schlechtes sein könnte. Aber sie wollten es gerne schwierig- bitte schön, jetzt konnten Sie es erleben: Scheidungen sind schließlich alles andere als simpel.“

Diane ist frisch geschieden. Ihr Mann hat eine neue, jüngere Freundin und hat sich von ihr getrennt. Wie lange das Ganze schon geht, weiß Diane nicht und sie möchte auch nichts weiter darüber wissen. Sie gibt sich selbst die Schuld, weil sie sich selbst langweilig findet. Ihr Leben bestand darin Ehefrau und Mutter zu sein, darüber hinaus gab es Diane nicht. Im Job ist sie auch eher ein Mitläufer und eine Leidenschaft kann man bei ihr nicht wirklich erkunden. Im Laufe des Buches versucht sie ihr Selbstvertrauen zurück zu finden und stolpert über einige Hürden und erlebt aber auch einige Höhepunkte, die sie persönlich weiter ermutigen.

Eine langweilige Ehefrau

Wieso ergeht es vielen Frau so? Der Mann trennt sich und die Frau gibt sich selbst die Schuld?! So oft habe ich dieses Phänomen bereits gehört und glauben kann ich es immer noch nicht. Auch Diane denkt, dass sie langweilig ist und das dieses der Grund sein muss. Nach der Scheidung findet sie nur langsam zu sich selbst zurück, sie lernt sich selbst wieder neu kennen. Sie ist sogar in der Lage dazu zu flirten. Auch wenn sie es bei einem verheirateten Kollegen versucht, dennoch kann sie wieder los lassen. Diane hat das Glück gute Freunde und ihre Kinder zu haben, die halten Diane bei Laune und helfen ihr sich neu zurecht zu finden.

Ich finde es persönlich falsch, dass so viele Frauen sich selbst dafür verantwortlich machen, wenn der Ehemann sich trennt. Als ob man selbst aufhören würde zu existieren, wenn man heiratet und Kinder bekommt. Diane ist mir in dem Punkt irgendwie unsympathisch. Selbst zum Ende des Buches hat sich nicht wirklich etwas in ihrem Leben getan. Sie hat ihren Job verloren und hat jetzt einen Kater, aber elementar hat sich nichts verändert nach der Scheidung. Die Autorin Marie-Renee Lavdie gibt Diane zumindest eine sehr witzige Art an die Hand. Die Dialoge sind wirklich lustig und zumindest ihre offene Art spricht für Diane. Ich habe am Ende des Buches gedacht: „Hoffentlich findet Diane zu sich selbst zurück, hoffentlich findet sie einen ganz wunderbaren Job und kommt mit sich selbst klar. Ich wünsche ihr, dass sie lernt alleine genug zu sein und sich dann irgendwann wieder für Liebe öffnen kann…“

„Der arme Phillipe konnte also nichts dafür, Heidegger hatte seine ganze philosophische Weisheit in das Gehirn einer seiner Studentinnen ejakuliert, und das hatte sie unwiderstehlich gemacht.“

Meine eigene Meinung

Ich mochte das Buch, weil es sich angenehm lesen ließ. Die Autorin hat Witz und ihre Dialoge machen wirklich Spaß. Mir hat nur die Darstellung von Frauen nach einer Ehe in diesem Buch nicht gefallen. Zu viel Klischee in meinen Augen. Würde ich Sterne vergeben, bekäme das Buch 3 von 5 Sternen, weil es ein netter Roman für nebenbei ist und ich den Schreibstil von Marie- Renee Lavdie wirklich mochte. „Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau“ ist übrigens ein Buch aus Kanada und dieses Land wird Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse sein. Ich bedanke mich bei Bastei Lübbe und dem Eichborn Verlag für das Exemplar und das ich es lesen durfte. Ich habe als Teil der #bloggerjury an dieser Leseaktion teilgenommen und hatte viel Spaß mit dem Buch.

 

 

 

 

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