Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman

Ich, Eleanor Oliphant ist die Geschichte einer wundersamen jungen Frau. Eine verstörende Vergangenheit, jede Menge Witz und eine ganz besondere Freundschaft. Der Roman von Gail Honeyman hinterlässt Spuren, das steht fest. Seit langem ein Buch, wo ich die Protagonistin sofort ins Herz geschlossen habe und jede Minute in dieser Erzählung mit ihr zusammen erlebt habe. Entdeckt habe ich das Buch auf der Leipziger Buchmesse und ich konnte nicht anders, als es zu erwerben.

Eleanor Oliphant

Eleanor ist eine ganz sonderbare, junge Frau. Sie ist eindeutig nicht wie alle anderen. Nicht nur, weil sie eine Narbe im Gesicht trägt, sondern weil ihre ganz Art einfach so komplett komisch ist. Eleanor hat sehr merkwürdige Gedanken und das was für andere „normal“ ist, ist für sie unvorstellbar. Sie lebt sehr zurück gezogen in einer Sozialwohnung in Glasgow und hat eigentlich gar keinen Kontakt zur Außenwelt. Selbst ihre Kollegen im Büro meiden die junge Frau. Sie hat gelernt alleine zu sein, wenn sie alleine ist, kann sie niemandem schaden.

Mit jeder Seite in diesem Buch lernt man Eleanor besser kennen und man fängt an, sie wirklich total zu mögen. Sie hat ganz solide Einstellungen und hat ein ganz reines Herz. Sie wird durch ihr bislang zurückhaltendes Aussehen nie richtig wahr genommen. Doch lernt man sie erst einmal kennen, dann muss man sie einfach mögen. Ich habe selten so gelacht bei einem Buch, wie bei diesem. Die Protagonistin bezaubert den Leser mit ihrem Witz und ihren ungewollt coolen Sprüchen.

Ihre Vergangenheit

Eleanor hat ein dunkles Geheimnis. Sie telefoniert angeblich einmal die Woche mit ihrer Mutter die wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Noch dazu bekommt sie regelmäßig Besuch von einer Sozialarbeiterin. Man kann bereits am Anfang des Buches erahnen, dass ihr in ihrer Kindheit etwas schlimmes Wiederfahren ist. Erst zum Ende des Buches versteht man die Geschichte ganz. Die Autorin Gail Honeyman hält die Spannung bis zum Schluss und gibt einem immer nur ein Puzzleteil zum ergründen mit auf den Weg. Erzählerisch in meinen Augen großartig gelöst.

„Im Dunkel des Tages, im Dunkel der Nacht, immerzu muss ich daran denken. Hellwach in der Dunkelheit, zwei kleine flatternde Herzen, wie aufgeschreckte Kaninchen, ihr Atem messerscharf. Immerzu Gedanken, Erinnerungen….“

Raymond

Eines Tages lernt sie durch einen Zufall ihren Arbeitskollegen Raymond kennen. Sie ist zunächst entsetzt von seinem Äußeren. Schlabberige Jeans, Sneaker und immer Shirts mit lustigen Bildern auf der Brust. Und dann raucht er auch noch. Eleanor ist nicht sonderlich angetan und dennoch entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Die beiden wachsen zusammen, nachdem sie einem Alten Mann der auf der Straße zusammen gebrochen ist, das Leben retten. Der Alte Sammy und seine Familie sind den beiden sehr dankbar für ihre Hilfe und so werden Eleanor und Raymond auf diverse Partys eingeladen und kommen sich so auch immer näher. Eine emotionale Bindung entsteht.

„Auch mein Herz hat Narben davongetragen, dicke, wulstige Narben. Man sieht sie nicht, doch ich weiß, dass sie da sind. Aber ich hoffe, dass eine kleine Stelle frei von verhärtetem Gewebe ist, ein kleines Fleckchen nur, durch das Liebe hinein- und hinausströmen kann. Das hoffe ich wirklich…“

Meine eigene Meinung

Ich könnte so viele Stunden über dieses Buch schreiben. Ich könnte es für Euch komplett zusammenfassen, so gut sind die einzelnen Teile noch in meinem Gedächtnis. Aber ich will eigentlich nicht zu viel vorweg nehmen, denn es muss auf jeden Fall gelesen werden! Ich, Eleanor Oliphant ist meine persönliche Leseempfehlung an Euch. In diesem Buch gibt es so viele gute Eigenschaften zu entdecken und man öffnet seinen eigenen Horizont noch einmal. Äußerlichkeiten sind sowas von unwichtig und der innerer Kern zählt so viel mehr – genau das geht aus diesem Roman hervor.

Zum Schluss ein Lieblingsabschnitt von mir, wo ich lachend von der Couch gefallen bin. Eleanor wird von einem Typen auf einer Party angesprochen, dieser möchte ihr gerne einen Drink spendieren. Ihre Antwort darauf:

„Nein Danke. Ich möchte mich von Ihnen nicht auf einen Drink einladen lassen, denn dann müsste ich Ihnen im Gegenzug auch eine Runde spendieren, und ich fürchte, ich bin einfach nicht daran interessiert, die auf zwei Getränke anfallende Zeitspanne mit ihnen zu verbringen!“ 🙂

 

Buchdaten: Ich, Eleanor Oliphant, Bastei Lübbe Verlag, Taschenbuch, Auflage 2017, 527 Seiten, 11€

Anmerkung: Dieses Buch ist selbst gekauft und steht in keinem Zusammenhang mit Werbung, dies ist lediglich eine Empfehlung für andere begeisterte Leser/innen so wie ich.

 

 

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