Valerie Wilson Wesley – Ein Engel über deinem Grab

Ein Fall für Tamara Hayle

Tamara ist eine ehemalige Polizeibeamtin, die sich nun selbstständig gemacht hat und als Detektivin arbeitet. Eines Tages kommt ihr Ex-Mann DeWayne zu ihr, um sie um einen Gefallen zu bitten. Denn einer seiner Söhne wurde ermordet. Angeblich starb er nach einer Überdosis, aber da DeWayne erst vor einem Jahr einen weiteren Sohn auf merkwürdige Weise verloren hat, konnte er hier nicht an einen Zufall glauben. Er glaubt, dass jemand hinter seinen Söhnen her ist. Tamara bekommt Angst, denn auch ihr Sohn ist von DeWayne und auch er könnte in Gefahr sein. Doch erst einmal wird sie beauftragt um den Mord an seinem Sohn Terrence aufzuklären. Schon beim Besuch in dessen Wohnung begegnet Tamara merkwürdigen Personen, wie der Vermieterin Miss Lee. Sie kennt DeWayne auch schon sehr lange und auch sie macht irgendwie den Eindruck als könnte sie etwas verbergen. Die Ergebnisse der Polizei sind auch nicht zielführend. Sie gehen ganz klar von der Überdosis aus. Tamara ärgert es, denn sie fühlt sich noch oft wegen ihrer Hautfarbe anders beurteilt und findet das gerade bei der Polizei vieles dadurch noch falsch beurteilt wird. Was sie auch zum Ausstieg bei der Polizei gebracht hatte.

Viele Verdächtige und ein weiterer Mordfall

Tamara hat einige Verdächtige in diesem Fall. Einmal ist da Miss Lee , die Vermieterin von Terrence. Aber es gibt auch noch den Rivalen von DeWayne namens Basil. Und Basil speziell hat es Tamara auch schon seit einer Weile angetan. Es funkt zwischen den beiden. Doch Basil hat auch keine weiße Weste und auf der Beerdigung von Terrence kommt es zum Streit zwischen DeWayne und Basil. Neben den offensichtlichen Verdächtigen gibt es auch noch die durchaus merkwürdige Sekretärin von DeWayne’s Büro. Irgendwie taucht sie immer wieder auf und sie kennt DeWayne auch in und auswendig. Während Tamara allerdings weiter ermittelt, findet ein weiterer Mord statt. Gerard der zweite Sohn, welchen er mit Mutter Emma gezeugt hatte, wurde leblos in einer Badewanne gefunden. Nun blieben nur noch die Söhne Hakim und Jamal. Jamal war Tamaras Sohn und so langsam wurde sie nervös. Die Dinge spitzen sich zu und auch Hakim erwischt es im Laufe der Geschichte. Doch den Mörder zu finden wird immer schwieriger, zumal einen Zusammenhang entstehen muss. Eine wilde Suche beginnt für Tamara und das alles noch neben der Angst um Jamal. Und dann ist da auch immer noch Basil, ein Verdächtiger, der ihr dennoch vertrauen gibt. Tamara steht vor einem kaum zu lösenden Fall.

„Jeder Mensch ist zu einem Mord fähig- man muss nur wütend oder eifersüchtig oder habgierig genug sein. Das ist die bittere Wahrheit. Manche gehen das clever an, andere ausgesprochen dämlich, doch für jeden Menschen hinter Gittern läuft mindestens ein Ganove frei herum, der sich nicht in die Karten schauen ließ und alle Spuren verwischt hat.“

Meine eigene Meinung

Ich mag den Schreibstil sehr. Valerie Wilson Wesley hat manches mal einen sehr rauen Ton, aber genau das mochte ich. Sie verbindet hier einen Krimi mit einer Gesellschaftslektüre in meinen Augen. Kraftvoll und intelligent führt sie uns durch diesen Fall und präsentiert uns eine Starke Frau als Protagonistin. Das mag ich sehr und ich denke, ich werde noch mehr Bücher von ihr lesen wollen. Die Autorin wird gerade im Diogenes Verlag neu aufgelegt und ich denke, da werde ich mich noch einmal austoben. Gelesen habe ich dieses Buch im Zuge der Lesegruppe auf Facebook Diogenes Backlist Lesen.

Selbst gekauft/ Diogenes Verlag/ Auflage 1996/ 10,00€/ Taschenbuch/ 289 Seiten

Joyce Summer – Jenseits des Kaps

Ich habe mal wieder ein Ebook gelesen. Eigentlich mag ich Bücher lieber, aber hin und wieder gefällt mir auch dieses. Zumal ich einen kleinen feinen Krimi gelesen habe. „Jenseits des Kaps“ von Joyce Summer spielt in Südafrika, in Kapstadt und Umgebung. Alleine die Kulisse kann man sich sehr gut vorstellen, sodass ich atmosphärisch schon direkt mittendrin war. Es war mein erster Krimi von Joyce Summer und ich glaube, dass bleibt nicht der Letzte.

Ich musste am Anfang ein wenig mit der Sprache klarkommen, da viele südafrikanische Akzente im Text inkludiert waren, mit denen ich erst einmal zurechtkommen musste. Zum Glück fand man am Ende des Buches auch eine Erklärung der Begrifflichkeiten. Sehr hilfreich. Generell hat das aber dem Lesegefühl keine Minuspunkte verschafft, denn ansonsten war der Schreibstil sehr angenehm.

Pieter Strauss

Pieter ist Polizist bei den sogenannten Valke in Kapstadt. Sein neuster Auftrag führt ihn allerdings zurück zu seinem Heimatort im Elgin-Tal. Denn auf der Farm seines Vaters wurde eine Leiche gefunden. Das farbige Mädchen war die Tochter des Farmarbeiters seines Vaters und Pieter kannte das Mädchen seit frühester Kindheit. Tansey hatte sich die letzten Monate an eine radikale Gruppe angeschlossen, welche weiße Farmer ihres Landes enteignen wollte. Daher kam es immer wieder zu Unstimmigkeiten. Die Rassendiskussion ist leider auch in diesem Jahrtausend noch nicht vom Tisch und rund um Kapstadt wird anscheinend immer noch über Land diskutiert. Natürlich vermutet man als Mörder zuallererst Pieters Vater, denn auf dessen Farm wurde die Leiche des Mädchens gefunden. 

Die Farmer in der Umgebung haben aber auch alle ihre eigene Geschichte und so könnten auch andere Täter in Betracht kommen. Pieter möchte daher ins Elgin-Tal reisen, um zu ermitteln. Unterstützt wird er von seinem guten Freund und Kollegen Jan. Er wird sich Undercover als Farmarbeiter einschleusen, um etwas bei den anderen Farmarbeitern zu erfahren. Jan neigt aber dazu, sich von hübschen Frauen ablenken zu lassen und das wird im in seinem Undercover Job schnell zum Verhängnis.

Neben der Geschichte um das tote Mädchen werden auch viele zwischenmenschliche Themen behandelt. Zum Beispiel das Verhältnis zwischen Pieter und seinem Vater. Denn Pieter fühlt sich immer falsch verstanden von seinem Vater und hat auch ein ganz schlechtes Bild von ihm. Im Laufe der Geschichte zeigt der Vater von Pieter aber auch eine andere Seite und diese kann ein neues Verhältnis für die beiden zur Folge haben. Auch Jan und seine Liebschaften bekommen ein anderes Bild. Krimi und Roman in einem würde ich sagen, wäre die beste Buchbeschreibung.

Meine eigene Meinung

Ich mochte den Roman/Krimi von Joyce Summer sehr. Sie hat einen angenehmen Schreibstil und die Charaktere sind super gezeichnet. Viele Protagonisten in diesem Buch sind sehr sympathisch und man möchte gerne mehr erfahren. Ich denke, dass ich auch noch die anderen Krimi Romane von Joyce Summer lesen werde. Die Atmosphäre rund um Kapstadt gefällt mir nämlich auch sehr gut. Danke an der Stelle an die Autorin, dass ich dieses Ebook lesen durfte und gerne empfehle ich es an dieser Stelle weiter.

Rezensionsexemplar/ Ebook/ 267 Seiten/ 12,99€ als Taschenbuch

Das Nest von Katrine Engberg

Ein neuer Teil der Kopenhagen Krimi‘s – endlich! Ab dem ersten Buch „Krokodilwächter“ verfolge ich nun die Kopenhagen Fälle von Jeppe Koerner und Anette Werner. Jeder Krimi für sich war bisher immer spannend und hatte dennoch auch einen kleinen Roman Part enthalten. Katrine Engberg selbst ist super sympathisch und ihre Krimi‘s einfach nur super spannend. Und Jeppe und Anette über alle Krimi‘s hinweg zu begleiten ist auch immer wieder interessant.

Familie Dreyer-Hoff

Oscar Dreyer-Hoff wird vermisst und seine gesamte Familie benimmt sich äußerst komisch. Aber auch der Vater seiner besten Freundin benimmt sich sonderbar. In einem Abfallentsorgungswerk wird eine Leiche gefunden, Oscar‘s Lehrer. Ist Oscar also geflohen, weil er seinen Lehrer umgebracht hat?! Oder sind beide einfach nur in Gefahr geraten. Sein Lehrer hatte auf jeden Fall eine starke Bindung zu seinem Schüler. Oscar‘s Bruder Victor allerdings hatte eher ein schwieriges zu dem Lehrer.

Victor viel in der Schule auf, weil er angeblich Oscar‘s beste Freundin sexuell belästigt hat und der Lehrer wollte diesen Fall aufklären. Aber ob das ein Mordgrund ist?! Der Familienvater selbst hat aber auch Dreck am stecken. Denn er ist in illegale Geschäfte gewickelt und macht gemeinsame Sache mit dem Vater der besten Freundin von Oscar. Zusammen verpfuschen sie CO2 Zahlen an der Abfallentsorgungsanlage. Und dann gibt es da noch Jenny, die Schwester von Oscar‘s Mutter. Sie handelt mit gestohlenen Kunstwerken.

Jeppe & Anette

Auch die beiden Ermittler erleben in diesem Krimi ihre persönlichen Höhen und Tiefen. In der Beziehung zwischen Jeppe und Sara läuft jede Menge schief. Und Anette beginnt auf einmal an einen anderen Mann zu denken, anstatt an ihren eigenen. Beide durchlaufen eine emotionale Achterbahnfahrt. Und nebenbei müssen sie aber noch den spannenden Fall rund um Oscar Dreyer- Hoff lösen.

Auch Esther die Laurenti spielt in diesem Krimi wieder eine Rolle. Die alte Dame hatte Jeppe schon mal bei einem Fall den entscheidenen Hinweis gegeben. Und auch dieses Mal stößt sie wieder, wenn auch spontan, auf den eigentlichen Mörder und kann zur Lösung des Falles beitragen.

Meine eigene Meinung

Ich mag Katrine Engberg super gerne. Und „Das Nest“ ist wieder mal sehr spannend. Ich finde nicht, dass man im Vorfeld den Mörder erahnen kann und das ist immer ein gutes Zeichen. Und die Figuren Jeppe und Anette machen mir jedes Mal auf‘s neue riesen Spaß. Einzig das Cover und der Titel bleiben für mich noch ein Rätsel. Ich hoffe da auch Erkenntnis in meiner Leserunde zu diesem Buch. Für mich ist diese Kopenhagen Reihe aus dem Diogenes Verlag immer eine Empfehlung wert. Ich bedanke mich bei Diogenes für dieses tolle Leseexemplar.

Rezensionsexemplar / Diogenes Verlag / Gebundene Ausgabe / Auflage 2021 / 415 Seiten / 22,00€

Bittersüße Zitronen von Luca Ventura

Nach seinem Roman „ Mitten im August“ erschien nun der zweite Capri Krimi von Luca VenturaBittersüße Zitronen“ im Diogenes Verlag. Ich mag leichte Krimis wie diesen sehr und vor allem im Sommer, im Urlaub sind solche Krimis wirklich klasse geeignet. Luca Ventura ist ein Pseudonym, der Autor selbst wohnt am Golf von Neapel. Und wie man hört, schreibt er bereits an einem dritten Buch aus der Capri Reihe.

Bittersüße Zitronen

Inselpolizist Enrico Rizzi steht erneut vor einem Rätsel. Eine junge Frau verunglückt mit einer Ape und ihr letzten Worte an Rizzi waren: „Es war kein Unfall“. Für den Inselpolizist steht fest, dass mehr hinter der Geschichte stecken muss und das die bekannte Limoncello Firma der Insel in irgendeiner Form involviert sein muss. Seine Komplizin Antonia Cirillo ist wieder seine Partnerin in diesem Fall, doch ganz grün sind die beiden sich immer noch nicht. Im ersten Buch konnte man schon erahnen, dass Cirillo auf die Insel zwangsversetzt wurde, aber leider wurde diese Tatsache auch im zweiten Buch noch nicht aufgeklärt. Ich hoffe nun im dritten Krimi mehr über sie zu erfahren. Cirillo kommt vom Festland und ist daher nicht ganz so nah involviert wie Enrico Rizzi. Er lebt auf der Insel und kennt alle beteiligten gut. Seine Gutgläubigkeit auf Grund seiner Nähe zu den Menschen steht ihm allerdings eher im Weg.

Die Tote Elisa Constantini hatte ein Verhältnis mit dem Erben der großen Limoncello Fabrik und noch dazu, war er ein farbiger, ein ehemaliger Zitronenpflücker. Alles sprach gegen diese Liebe und die Tatsache das Elisa schwanger war, verkomplizierte die Geschichte noch. Die bekannte Familie Bellini, dieser gehörte auch die verunglückte Ape, ist nicht unwichtig in Capri und der gute Name muss gewahrt werden. Elisa war eigentlich verheiratet und hatte nur ein Verhältnis zu dem Erben der Fabrik, ein Skandal in der Geschichte beider Familien. Und natürlich hält man einen farbigen Mann auf der Insel zuerst als Tatverdächtig. Doch bis zum Schluss bleibt es dieses Mal spannend. Klar ist zu Beginn, die Ape wurde manipuliert – aber wer hat es getan? Wer tötet eine schwangere Frau?!

Meine eigene Meinung

Ich mag Luca Ventura gerne. Ich mochte bereits das erste Buch. Ich habe jeweils beide im Urlaub im Wohnmobil gelesen und finde weiterhin, dass eine solche Lektüre bestens dafür geeignet ist. Die Capri Krimis sind spannend und die Protagonisten sympathisch gezeichnet. Wie gesagt wünsche ich mir noch mehr Input zu Antonia Cirillo, denn ich glaube, da gibt es noch ein Geheimnis zu lüften. Ernico Rizzi mag ich voll gerne, es macht ihn so sympathisch wie er seiner Familie und anderen Menschen auf der Insel so selbstverständlich zur Seite steht. Danke an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar. Ich möchte es sehr gerne weiterempfehlen.

Rezensionsexemplar/ Diogenes Verlag/ Broschierte Auflage 2021/ 313 Seiten/ 16€

Mitten im August von Luca Ventura

Mitten im August von Luca Ventura habe ich mitten im Juni gelesen und zwar im Urlaub. Übrigens an der Stelle eine sehr gute Urlaubslektüre. Luca Ventura ist ein Autor, den ich bisher nicht kannte. Ein Pseudonym sei an der Stelle erwähnt, denn es gibt ihn nicht wirklich unter diesem Namen. Was das Buch aber nicht schlechter macht. Mitten im August erschien im Diogenes Verlag und ich durfte dieses Buch diesen Sommer lesen.

Der Inhalt

Enrico Rizzi ist Inselpolizist auf Capri. Er lebt bereits sein Leben lang auf der Insel und hilft dort regelmäßig seinem Vater bei der Ernte oder am Haus. Bislang war seine Karriere eher ruhig vonstatten gegangen, denn auf Capri gab es selten spannende Fälle. Ein Knöllchen hier und eine Ordnungswidrigkeit da, aber keine besonders großen Fälle. Doch Mitten im August wird ein Toter in einem Boot an den Strand gespült und auf einmal beginnt eine rasante Suche nach dem Mörder für Enrico.

Der Tote war Student der Meeresbiologie und wollte die Welt verbessern, er wollte die Meere säubern und neigte hin und wieder zu blindem Aktionismus. Seine Freundin Sofia ist nach dem Tot von Jack spurlos verschwunden und wird somit zur Hauptverdächtigen. Aber auch der Biologieprofessor der beiden steht unter Verdacht, denn dieser hatte ein Auge auf Sofia geworfen.

Enrico und seine Kollegin Antonia müssen einigen Spuren folgen, um die Wahrheit heraus zu bekommen. Antonia spielt in dem Buch eine eher mysteriöse Figur, denn sie wurde Strafversetzt nach Capri und niemand kennt den Grund. Ich hoffe dieses wird im nächsten Buch noch weiter erklärt, denn soweit ich weiß, wird es einen Nachfolger geben.

Meine eigene Meinung

Ich bin mir bei diesem Buch nicht sicher. Ich mochte den Protagonisten Enrico Rizzi total gerne und ich bin gespannt, wie seine Geschichte weiter gehen wird. Doch ich muss auch sagen, dass ich relativ früh wusste, wer der Mörder sein würde. Ich fand diesen Teil eigentlich ziemlich klar und das ist erst einmal kein gutes Zeichen für einen Krimi. Jedoch muss ich auch sagen, dass Luca Ventura das mit seinem Schreibstil und den Charakteren wieder Wett gemacht hat. Ich würde sagen, keine absolute Empfehlung, aber eine nette Urlaubslektüre. Danke an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar und ich werde dennoch auf jeden Fall den Nachfolger lesen, sollte es diese denn wirklich geben.

Rezensionsexemplar/ Diogenes Verlag/ Broschiert/ 18,00€/ Auflage März 2020/ 336 Seiten