Eine fast perfekte Welt von Milena Agus

Sardinien die Insel mit dem türkis-blauem Meer und dem weißen Sand. Rund um dieses Traumziel dreht sich das Buch „Eine fast perfekte Welt“ von Milena Agus. Das im Dtv Verlag erschienene Buch habe ich mir kurz vor der Corona Krise in einem Buchhandel um die Ecke gekauft. Ich hatte vor diesen Sommer nach Sardinien zu reisen, endlich mal wieder nach so vielen Jahren, doch wahrscheinlich hält die Krise ich davon ab. Umso mehr habe ich mich in dieses Buch verliebt, denn es beschreibt ganz wunderbar die Menschen auf dieser großartigen Insel.

„Die Freiheit, mein liebes Kind, ist ein dem Menschen angeborener Wunsch. Man kann ihn nicht unterdrücken. Ohne Freiheit kann man nicht leben.“

Von Mailand nach Sardinien

Ester ist eine verbitterte Frau. Sie sehnt sich nach Sardinien zurück und kann dem italienischen Norden in Mailand wenig abgewinnen. Sie glaubt, dass sie es auf Sardinien wieder besser haben würde. Eigentlich mag sie ihr ganzes Leben nicht. Sie mochte das bäuerliche Leben auf dem Land nicht, sie mag ihre Ehe nicht und sie kann sich nicht mit den Umständen auf dem Festland begnügen. Als ihre Tochter Felicita geboren wird, scheint es eine Weile anders zu sein. Und vor allem, als die Familie wieder zurück auf die Insel kehrt und sich dort bei den Großeltern heimisch macht.

Felicita ist ganz anders als ihre Mutter Ester, sie ist lebensfroh und glücklich. Sie freut sich über kleine Dinge und kann jedem Ort etwas abgewinnen. Egal wie umperfekt diese Welt auch zu sein scheint, irgendwas positives findet sie immer. Das dicke Mädchen verliebt sich schon in jungen Jahren in einen reichen Jungen. Sie kommen sich näher und sie erwartet ein Kind von ihm. Sie liebt ihn, aber er sie nicht. Er würde sie trotzdem heiraten, aber sie entscheidet sich, dass Kind alleine groß zu ziehen. Kurzerhand entscheidet sie sich für einen Umzug in die Hauptstadt Cagliari. Diese Stadt hat sie schon immer begeistert, sie liegt am Meer, hat einen tollen Hafen und die Menschen in der Stadt sind bunt gemischt.

„Felicita, die noch daran glaube, dass die Ressourcen der Allgemeinheit gehörten, und an die friedliche Lösung von Konflikten, kurzum an die Zukunft der Menschheit…“

Felicita zieht bei einer mürrischen Frau als Vermieterin ein, die sich als Freundin entpuppen wird. Eine ungewöhnliche Freundschaft, die aber beide vor der Einsamkeit rettet. Felicita bekommt einen gesunden Sohn und lebt glücklich alleine mit ihm in Cagliari. Hin und wieder meldet sich der Vater, doch die Hoffnung auf eine verspätete Liebe stellt sich nicht mehr ein. Eines Tages erhält sie die Diagnose Krebs und selbst dann noch ist Felicita absolut positiv gestimmt. Selbst mit Glatze lernt sie dann noch einen netten Mann kennen und erkennt, dass es immer die kleinen Dinge im Leben sind. Vor allem aber liebt sie ihren Sohn Gregorio über alles und unterstützt ihn sogar dabei nach New York auszuwandern. Auch hier sieht Felicita bei einem Besuch in der Metropole nur die guten Dinge. Eine Stadt mit so viel Gegensätzen und auch negativen Erlebnissen, aber sie zieht sich das absolut positive heraus.

Zitat von Felicita über New York: „So viele verschiedene Leute aus verschiedenen Ländern waren hier gelandet, aus unterschiedlichen Motiven, unzählige Weiße, Schwarzem Gelbe, Rote, alle auf der Suche nach der perfekten Welt. Sie hatten New York gefunden und waren dort geblieben, hatten beschlossen, hier ihre strapaziöse Reise zu beenden. Und in weniger als drei Jahrhunderten hatten sie ein wahres Meisterwerk erschaffen.“

Meine eigene Meinung

Ich mochte das Buch sehr, weil es so einfach ist. Genau so, ist auch Sardinien. Die Menschen auf der Insel sind auch eher simpel, schlichte Einrichtungen und jede Menge Bauern. Das Leben gerade auf dem Land ist unaufgeregt und nahezu langweilig, aber diese Menschen haben alle ein großes Herz. Das was Felicita verkörpert, spiegelt die Insel wieder. Wer schon mal zu Gast war, der weiß, dass man von diesen Menschen auch noch das letzte Hemd haben kann. Sie sind Meister im selbst versorgen und kennen ihre Natur wie niemand anderes auf der Welt. Nicht zu vergessen natürlich diese unglaublich schönen Strände. Mich hat dieses Buch zurück auf die Insel gebracht. Es beschreibt, dass man in einer unperfekten Welt auch etwas Gutes entdecken kann. Milena Agus hat dazu noch einen sehr angenehmen Schreibstil und ihre poetischen Züge mochte ich dabei sehr. Ich werde auf jeden Fall noch ein weiteres Buch von ihr lesen.

Selbst gekauft/ Dtv Verlag/ Auflage 2020 / Gebundene Ausgabe/ 207 Seiten/ 20,00€

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