Nachtflug von Sofie Cramer & Kati Naumann

„Manchmal braucht es einen Fremden, um sich selbst zu finden“

Eine Geschichte aus zwei Perspektiven – Nachflug von den Autorinnen Sofie Cramer & Kati Naumann ist der neuste Roman aus dem Rowohlt Verlag. Nachtflug ist eine süße Erzählung von zwei ganz unterschiedlichen Charakteren, welche sich auf einem Flug von Berlin nach New York begegnen. Beide erleben diesen Nachtflug ganz unterschiedlich und Sofie Cramer & Kati Naumann beschreiben die Gedanken der Beiden auf eine sehr humorvolle und liebevolle Art.

Der Klappentext

Für Jakob ist es ein Flug wie jeder andere. Für Ingrid der erste ihres Lebens. Die Mittfünfzigerin und der smarte Jurist sitzen zufällig nebeneinander auf dem Weg von Berlin nach New York. Zwischen den ungleichen Sitznachbarn entspinnt sich ein Gespräch über Sehnsüchte,  falsche Entscheidungen und das ganz große Glück. Denn Ingrid fliegt nach über drei Jahrzehnten endlich zur Liebe ihres Lebens. Jakob hingegen ist bereit, für seine Karriere alles zu opfern. Während die Maschine in Turbulenzen gerät, werden die Leben der beiden Weggefährten jedoch heftig durcheinandergewirbelt…

Jakob und Ingrid

Wie schon Eingangs erwähnt, sind diese beide absolut unterschiedlich. Jakob ist der Karrieremann, der über seinen Job hinaus seine Familie vergisst und sogar eine Affäre mit einer anderen Frau in New York betreibt. Das klassische Bild eines karrieregetriebenen Mannes mit Ego Problem. Ingrid hingegen ist die naive Mittfünfzigerin, die im Leben bisher nicht viel alleine gemeistert hat. Sie ist getrieben von einer Liebe, welche eigentlich niemals existiert hat. Auf dem Flug nach New York begeht sie beinahe den selben Fehler wie vor über drei Jahrzehnten.

Ich persönlich mochte beide Charaktere nicht besonders. Jakob konnte ich aber ein wenig mehr verstehen. Er sitzt im Flieger auf dem Weg zu einem Business Termin und wird von einer nervigen Frau mit Flugangst penetriert. Ingrid hingegen versucht durch pausenloses quatschen ihre Flugangst zu überwinden. Ich persönlich an Jakobs Stelle wäre unglaublich genervt gewesen, was seine Gedanken in dem Buch nun auch wieder spiegeln. Im Laufe der Geschichte finden die beiden allerdings einen Weg auf einander zu und können sich sogar gegenseitig helfen. Das was dem einem fehlt, kompensiert die andere wieder. Naivität und Egoismus finden hier zusammen.

Natürlich gibt es in gewisser Weise ein Happy End. Ingrid erkennt ihre Fehlentscheidungen aus der Vergangenheit und versteht wer wirklich ihre große Liebe ist und Jakob versteht was wirklich im Leben zählt. Beide können von der Begegnung auf dem Nachtflug nach New York eine positive Wendung für ihrer beider Leben mitnehmen.

Mein Fazit über Nachtflug

Nachflug von Sofie Cramer & Kati Naumann ist ein ganz nettes Buch für zwischendurch. Eine süße Geschichte mit einem Happy End – der Klassiker. Ich mochte wie gesagt beide Protagonisten nicht so richtig, da ich beide als Schwach bezeichnen würde. Gerade Frauen, welche sich Jahrzehnte nur von Männern abhängig machen liegen bei mir nicht besonders hoch im Kurs. Schön fand ich allerdings die Idee der beiden Perspektiven. Ich vermute beide Autorinnen haben die jeweils andere Perspektive geschrieben und das ist eine schöne Idee und bringt einen gewissen Lesefluss mit sich. Auch wenn es mir nicht zu einhundert Prozent zugesagt hat, würde ich es empfehlen. Für einen verregneten Sonntag im Herbst/Winter ist es perfekt, einfach zusammen mit einer schönen Tasse Tee genießen. Das Schöne ist, dass es einem leicht von der Hand geht, da es einen guten Schreibstil hat. Und ein Happy End für zwischendurch kann ja auch nicht schaden. Danke an den Rowohlt Verlag für das Exemplar.

Rezensionsexemplar/ Rowohlt Verlag/ Ausgabe Oktober 2018/ Taschenbuch/ Preis: 10,30€

Olga von Bernhard Schlink

Heute habe ich „Olga“ von Bernhard Schlink aus dem Diogenes Verlag für Euch im Gepäck. Es ist tatsächlich der erste Roman von Bernhard Schlink, den ich bisher gelesen habe und „Olga“ ist wirklich eine sehr beeindruckende Geschichte. Die Protagonistin Olga ist eine so starke und mutige Persönlichkeit und das obwohl sie vom Schicksal geprägt wird. Ich habe in letzter Zeit oft Romane von starken Frauen gelesen, aber Olga von Bernhard Schlink wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Der Klappentext

Eine Frau, die kämpft und sich findet, ein Mann, der träumt und sich verliert. Leben zwischen Wirklichkeit, Sehnsucht und Aufbegehren. Vom späten 19. bis zum frühen 21. Jahrhundert, von Deutschland nach Afrika und in die Arktis, von der Memel an den Neckar- die Geschichte einer Liebe, verschlungen in die Irrwege der deutschen Geschichte.

Die Geschichte

Olga kommt in jungen Jahren von Polen nach Deutschland und lebt dort bei ihrer Großmutter, eine Großmutter die aus der Polin gerne eine Deutsche gemacht hätte. Selbst ihren Namen wollte sie der liebevollen Olga nicht lassen, doch die junge Polin setzt sich durch. Kaum angekommen im neuen zu Hause lernt sie Herbert kennen, die Liebe ihres Lebens. Doch Herbert träumt von weit mehr als einem ruhigen Leben auf dem Land. Herbert möchte die Welt verändern und lebt Jahr um Jahr immer fanatischer seinen Traum, während Olga immer länger zu Hause auf ihn wartet und das obwohl Olga doch einfach nur gerne seine Frau werden möchte. Unser Protagonist reist nach Afrika und in die Arktis, doch am Ende werden seine Abenteuer immer gefährlicher und irgendwann kommt er nicht mehr zurück. In Deutschland beginnt zum dem Zeitpunkt der erste Weltkrieg, diesen und auch den nächsten Krieg muss Olga alleine durch stehen….

Olga

Olga ist eine großartige Persönlichkeit! Sie hat es von Anfang an nicht leicht und muss sich alleine durch das Leben kämpfen. Sie verliert ihre Eltern, ihre Großmutter hasst sie, ihre große Liebe verschwindet und dann muss sie auch noch ihr Heim verlassen und die deutschen Kriege überstehen. Und trotzdem verliert Olga nicht ihren Mut und ihre Zielstrebigkeit, sie kämpft sich immer wieder weiter. Trotz zerrütteter Familienverhältnisse wird sie Lehrerin und bestreitet ihr Leben völlig selbstständig, was in der damaligen Zeit alles andere als „normal“ war. Sie lässt sich nicht unterkriegen und überlebt bis ins hohe Alter alle Hürden die das Schicksal für sie bereit hält. Am Ende der Geschichte lüftet Olga dann noch ein großes Geheimnis und hinterlässt bis zum Schluss einen bleibenden Eindruck.

Brief an Herbert

„Mein Lieber, letztes Jahr wolltest Du vor Weihnachten zurück sein, dieses Jahr wollten es die Soldaten. Auf Euch Männer ist kein Verlass“

Schlusswort

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für dieses tolle Exemplar- ich kann es jeden nur empfehlen. Olga ist ein wunderbares Buch, welches eine Message enthält: Gib niemals auf und glaube immer an dich selbst! Denn genau das, hat Olga immer getan, auch wenn das Leben nie einfach war.

Magnifica von Maria Rosaria Valentini

( Anzeige )Heute möchte ich Euch den Roman “ Magnifica“ aus dem Dumont Buchverlag vorstellen. Die deutsche Übersetzung dieses Wortes heißt: ausgezeichnet! Seit Begin des Buches begleitet mich also dieses Wort: Magnifica! Und bis zum Ende weiß ich noch nicht so richtig, warum Maria RosariaValentini diesen Titel gewählt hat und warum gerade so, eine der Protagonistinnen getauft wurde. „Magnifica“ ist ein sehr entspannter Roman ohne extreme Höhen und Tiefen und dennoch beschäftigt er dich, nachdem du ihn beendet hast.

Der Klappentext

Ein karges Leben- poetisch erzählt. Als ihr Sohn verschwindet, hinterlässt er Magnifica nur einen Füllfederhalter- mit der Bitte, die Geschichte der Familie aufzuschreiben. Diese beginnt in einem abgeschiedenen Dorf im Apennin nach dem zweiten Weltkrieg und erzählt von Magnificas Mutter und einem Fremden, der in den Wäldern lebt.

Die Handlung

In „Magnifica“ geht es um ein scheinbar einfaches Leben im wunderschönen Italien nach dem zweiten Weltkrieg. Für mich die Protagonistin mit dem größten Teil der Geschichte ist Ada Maria, die Mutter von Magnifica. Denn Ada Marie erlebt unfassbar schwere Schicksalsschläge und muss sich das ganze Buch hindurch immer wieder ihren Ängsten und Erinnerungen stellen. Ihre Geschichte bewegte mich am meisten, da sie so unglaublich tragisch ist. Ihre große Liebe Benedikt, der Fremde aus dem Wald, ist für mich auch ein sehr wichtiger Teil in diesem Buch- sozusagen eine Schlüsselfigur. Gerade er ist ausschlaggebend für alles, was danach in der Geschichte folgt. Eine Erzählung von ganz viel Liebe, Trauer und dem Tod und das alles in der vermeintlich ruhigsten Gegend die es je gegeben hat.

Meine persönliche Meinung

Ich mag diesen Roman irgendwie, obwohl er so einfach ist. Die Protagonisten sind spannend und vor allem absolut herzlich. Jeder Einzelne von Ihnen bleibt dir im Gedächtnis und jeder schafft es ein Lächeln auf dein Gesicht zu zaubern. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die Tatsache das sie so abrupt über den Tod hinweg geht. Auf keinen der Todesfälle geht sie so richtig ein, nur auf die tiefe Trauer danach, darauf stürzt sie sich in dem Roman. „Magnifica“ ist nicht zwingend ein Buch zum „noch einmal“ lesen, aber es ist ein sehr netter Roman für einen schönen warmen Sommertag auf dem Balkon.

( Werbung )Danke an den Dumont Buchverlag, dass ich diesen Roman lesen durfte.