Der Sprung von Simone Lappert

Ein neues Buch aus der Lesegruppe vom Diogenes Verlag #backlistlesen und eine neue Autorin für mich, die ich mir merken werde. Der Sprung von Simone Lappert war mal wieder ein Buch, welches ich fast in einem Zug durch gelesen habe. Ich mag es, wenn der Schreibstil so einfach und flüssig zu lesen ist. Simone Lappert baut am Anfang des Buches bereits einen Spannungsbogen auf und lässt den Leser dann tiefer in die Geschichte einsteigen. Ich finde es gut, wenn ein Buch so beginnt.

Zum Inhalt

Manu steht auch dem Dach und ist versucht zu springen, so zumindest die Ausgangslage. Rund um Manu gibt es aber weitere Elf Menschen, die von ihrem Sprung abhängig sind. Auf einem kleinen Marktplatz versammeln sich verschiedene Menschen, um zu sehen ob die Frau da oben auf dem Dach auch wirklich springen will. Simone Lappert beschreibt in ihrem Buch der Sprung jeden einzelnen Charakter dieser Elf Menschen. Den einen ein wenig mehr und den anderen ein bisschen weniger. Ich finde tatsächlich, dass sie schon noch tiefer hätte gehen können. Einige der Protagonisten mochte ich sehr und da hätte ich mir auch noch mehr Geschichte gewünscht.

Eine Schlüsselbeziehung in diesem Buch ist für mich die Verbindung von Manu zu ihrer Schwester. Manu’s Schwester ist in der Politik tätig und möchte um jeden Preis ihr Gesicht wahren. Sie ist hin und hergerissen, ob sie handeln soll oder ob sie abwarten soll. Verkleidet mit einem Tuch und Sonnenbrille wagt sie sich dann doch ans Dachfenster und versucht ihre Schwester zu beruhigen. Vielleicht hat Manu auch genau das am Ende erreichen wollen. Ich habe sonst keine andere Erklärung für ihren Dachaufstieg. Es stellt sich zwar heraus, dass eine simple Handlung dieses ausgelöst hat, aber ich glaube da steckt noch viel mehr dahinter. Vielleicht ein Hintergrund, den die Autorin extra so versteckt gelassen hat.

Meine Lieblingsfigur

Ich mochte den Charakter von Winnie. Sie ist ein Teenager mit den üblichen Problemen der heutigen Zeit, sie ist ein bisschen zu dick und ist ziemlich uncool, zumindest in den Augen ihrer Mitschüler. Sie wird von den Jungs geärgert und versucht innerlich stark zu sein. In der Geschichte wird erzählt, dass sie Comics zeichnet und sie Superhelden toll findet. Ein Metapher, denn im Verlauf des Buches wird sie selbst ganz kurz zur Heldin. Bei ihr hätte ich mir gerne noch mehr Tiefe gewünscht, ein kleines Kapitel mehr wäre da schön gewesen. Generell fand ich, dass die Frauen in dem Buch doch weitaus besser weg gekommen sind, als die Männer. Das starke Geschlecht – die Frau, so kommt es rüber. Ich mochte es sehr.

Fazit

Ein Buch was ich gerne mochte und was ich wie bereits erwähnt vor allem wegen dem Schreibstil gut fand. Kein Riesen Hurra und keine absolute „musst du lesen“ Empfehlung, aber ein wirklich gutes Buch. Ich finde, dieses Buch kann eine perfekte Reiselektüre sein oder etwas für einen verregneten Sonntag zu Hause. Würde ich Sterne vergeben, so wie viele das ja gerne in ihren Blog’s tun, dann hätte Der Sprung von Simone Lappert drei von fünf Sternen verdient. Danke an der Stelle an den Diogenes Verlag für das Exemplar.

Rezensionsexemplar / Diogenes Verlag / August 2019 / 334 Seiten / 22 €

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Olivia sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag. Ich bin immer wieder fasziniert wie unterschiedlich Inhalte wahrgenommen werden. Dadurch bekommt man selbst nochmal einen anderen Blickwinkel aufgezeigt. Vielen Dank dafür!

    1. sarahspancake sagt:

      Danke für deine Antwort. Wie fandest du das Buch denn? Klingt als hattest du andere Eindrücke? 🙂

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