„Und jetzt bin ich hier“ von Jessica Andrews

Endlich kann ich Euch von diesem Roman erzählen, mir fehlte in letzter Zeit ein wenig die Luft zum Schreiben. „Und jetzt bin ich hier“ von Jessica Andrews habe ich bereits in der letzten Woche beendet und freue mich, Euch nun berichten zu können. Diesen tollen Roman habe ich aus dem Hoffmann und Campe Verlag erhalten und es war mir eine Freude ihn zu lesen.

Lucy und ihre Geschichte

Die Protagonistin Lucy lebt auf dem einsamen Cottage ihres Großvaters in Irland, sie ist aus der Metropole London geflüchtet, um zu sich selbst zurück zu finden. Ihren Beschreibungen nach hat London sie erdrückt und der Zwang dazu zugehören hat sie selbst verändert. Auf dem idyllischen Land, mitten im nichts, versucht sie sich wieder an sich selbst zu erinnern.

Im Laufe des Buches erleben wir immer wieder Zeitsprünge durch die Geschichte von Lucy. Wir erfahren von ihrer Kindheit und der Probleme ihrer Jugend. Wir erleben eine schillernde Mutter und wie das ganze Glitzer auf Lucy abgefärbt hat. Die klassische Working Class in England wird hier beschrieben und sie trifft das ein oder andere Klischee eines Teenagers in England. Lucy hat scheinbar in jeder Etappe eine bestimmte Herausforderung zu meistern und wird ihrer Entwicklung geprägt. Auch der Einfluss ihrer Mutter auf Lucy wird ganz deutlich klar. Eine Mutter die viel unterwegs ist und die ihre Tochter viel sich selbst überlässt und auf der anderen Seite aber auch ein Vorbild sein möchte und sei es nur, ihr das passende Glitzerkleid auszusuchen.

Lucy ist eine Person, die immer versucht in ein bestimmtes Muster zu passen. Sich selbst vergisst sie meistens und gerade in London ist der Druck noch größer geworden als je zuvor. Als ihr Großvater dann stirbt, zieht es Lucy nach Irland. Im abgelegenen Cottage kann sie endlich wieder Luft holen und findet langsam zu sich selbst zurück oder besser gesagt, lernt sich selbst erst richtig kennen.

Und jetzt bin ich hier, ist eigentlich auch die passende Überschrift zu diesem Buch, denn in Irland ist Lucy erst richtig im hier und jetzt.

Meine eigene Meinung

Ich mochte das Buch. Ich hatte zu Anfang Schwierigkeiten hinein zu finden, da die Abfolge der Ereignisse wie eine Art Tagebuch verfasst wurde. Jessica Andrews springt in ihren Erzählungen durch die einzelnen Etappen von Lucy’s Erinnerungen. Erst zum Ende des Buches wird das Bild über die Protagonistin komplett und man kann sich seine Meinung dazu bilden. Ich mochte daran, dass man sich mit Lucy identifizieren kann. Auch mir geht es oft selbst so, dass ich eine Pause brauche, um zu mir selbst zu finden. Durchatmen und einen Reset durchführen. Und der Druck der Gesellschaft ist nichts, was man nicht auch im wahren Leben kennt, daher mochte ich es wirklich sehr.

Danke an den Hoffman und Campe Verlag für dieses tolle Exemplar, welches ich hiermit empfehlen möchte.

Rezensionsexemplar/ Hofmann und Campe Verlag/ 23,00€/ Auflage 2020/ 352 Seiten

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