Das Nest von Katrine Engberg

Ein neuer Teil der Kopenhagen Krimi‘s – endlich! Ab dem ersten Buch „Krokodilwächter“ verfolge ich nun die Kopenhagen Fälle von Jeppe Koerner und Anette Werner. Jeder Krimi für sich war bisher immer spannend und hatte dennoch auch einen kleinen Roman Part enthalten. Katrine Engberg selbst ist super sympathisch und ihre Krimi‘s einfach nur super spannend. Und Jeppe und Anette über alle Krimi‘s hinweg zu begleiten ist auch immer wieder interessant.

Familie Dreyer-Hoff

Oscar Dreyer-Hoff wird vermisst und seine gesamte Familie benimmt sich äußerst komisch. Aber auch der Vater seiner besten Freundin benimmt sich sonderbar. In einem Abfallentsorgungswerk wird eine Leiche gefunden, Oscar‘s Lehrer. Ist Oscar also geflohen, weil er seinen Lehrer umgebracht hat?! Oder sind beide einfach nur in Gefahr geraten. Sein Lehrer hatte auf jeden Fall eine starke Bindung zu seinem Schüler. Oscar‘s Bruder Victor allerdings hatte eher ein schwieriges zu dem Lehrer.

Victor viel in der Schule auf, weil er angeblich Oscar‘s beste Freundin sexuell belästigt hat und der Lehrer wollte diesen Fall aufklären. Aber ob das ein Mordgrund ist?! Der Familienvater selbst hat aber auch Dreck am stecken. Denn er ist in illegale Geschäfte gewickelt und macht gemeinsame Sache mit dem Vater der besten Freundin von Oscar. Zusammen verpfuschen sie CO2 Zahlen an der Abfallentsorgungsanlage. Und dann gibt es da noch Jenny, die Schwester von Oscar‘s Mutter. Sie handelt mit gestohlenen Kunstwerken.

Jeppe & Anette

Auch die beiden Ermittler erleben in diesem Krimi ihre persönlichen Höhen und Tiefen. In der Beziehung zwischen Jeppe und Sara läuft jede Menge schief. Und Anette beginnt auf einmal an einen anderen Mann zu denken, anstatt an ihren eigenen. Beide durchlaufen eine emotionale Achterbahnfahrt. Und nebenbei müssen sie aber noch den spannenden Fall rund um Oscar Dreyer- Hoff lösen.

Auch Esther die Laurenti spielt in diesem Krimi wieder eine Rolle. Die alte Dame hatte Jeppe schon mal bei einem Fall den entscheidenen Hinweis gegeben. Und auch dieses Mal stößt sie wieder, wenn auch spontan, auf den eigentlichen Mörder und kann zur Lösung des Falles beitragen.

Meine eigene Meinung

Ich mag Katrine Engberg super gerne. Und „Das Nest“ ist wieder mal sehr spannend. Ich finde nicht, dass man im Vorfeld den Mörder erahnen kann und das ist immer ein gutes Zeichen. Und die Figuren Jeppe und Anette machen mir jedes Mal auf‘s neue riesen Spaß. Einzig das Cover und der Titel bleiben für mich noch ein Rätsel. Ich hoffe da auch Erkenntnis in meiner Leserunde zu diesem Buch. Für mich ist diese Kopenhagen Reihe aus dem Diogenes Verlag immer eine Empfehlung wert. Ich bedanke mich bei Diogenes für dieses tolle Leseexemplar.

Rezensionsexemplar / Diogenes Verlag / Gebundene Ausgabe / Auflage 2021 / 415 Seiten / 22,00€

Honigtot von Hanni Münzer

Nachdem ich meine neue Liebe für Hörbücher entdeckt habe, kam ich nicht umhin das kostenlose Wunschbuch bei Audible auch noch zu testen. Dort habe ich mir dann Honigtot von Hanni Münzer heraus gesucht und ich muss gestehen, dass meine Entscheidung keine schlechte war. Witziger Weise habe ich auf meinem Stapel ungelesener Bücher auch den zweiten Band aus der Reihe ( Marlene ) schon liegen und daher passte diese Kombi prima zusammen.

Felicity

Das Buch startet in der modernen Zeit und spielt zuerst in den USA. Felicity’s Oma stirbt und ihre Mutter reist von heute auf morgen ohne ein Wort ab. Sie begibt sich auf eine Reise nach Rom, um dort ihre Mutter zu finden. Ihre Mutter kommt ursprünglich aus Rom, so glaubt sie zumindest und daher startet Felicity dort ihre Suche. Als sie ihre Mutter endlich findet, muss sie erfahren, dass ihre Familiengeschichte noch weitere dunkle Geheimnisse zu bieten hat. Denn ihre Urgroßmutter Elisabeth lebte in München zur Zeit des zweiten Weltkrieges und war mitten im Geschehen, als der damalige Führer an die Macht kam.

Elisabeth

Elisabeth ist eine begnadete Opernsängerin und keine Unbekannte in ganz Europa. Sie ist ursprünglich aus Österreich gekommen und hat in München ihren Mann Gustav kennen und lieben gelernt. Mit ihm zog sie nach München und verlebte seither ein ruhiges und gutes Leben. Gustav war Arzt und konnte somit eine Familie ernähren, eine Köchin und ein Hausmädchen halten. Man könnte sagen, es ging ihnen gut. Bis irgendwann die braune Politik immer stärker wurde und die Juden verfolgt wurden. Gustav war Jude und verschwand eines Tages spurlos.

Für Elisabeth brach eine Welt zusammen und sie reiste nach Berlin, um dort Nachforschungen direkt bei der SS einzufordern. Sie war tatsächlich in meinen Augen in vielen Punkten ganz schön naiv unterwegs. Sie ließ ihre Kinder alleine zurück in München und brachte sich dann auch noch selbst in Gefahr und das obwohl ihr Ehemann doch schon längst verschwunden war. Es begannen rasante Monate für die junge Mutter und die Schlinge zog sich immer weiter zu. Ob sie ihren Gustav wieder sehen durfte, dass wusste sie nicht. Einzig ihre Tochter Deborah und der kleine Sohn Wolfgang blieben ihr noch und um deren Wohl musste sie kämpfen. Zumal die beiden Kinder Halbjuden waren und somit auch nicht gewollt im eigenen Land. Nun war es an Elisabeth ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Als die offizielle Meldung kommt, dass Gustav angeblich tot sei, brach für die kleine Familie eine Welt zusammen. Ob die Nachricht denn stimmt, dass wussten sie nicht. Doch Elisabeth war gezwungen zum eigenen Schutz einen SS Offizier zu heiraten und sich und die Kinder damit zu schützen.

Deborah oder Maria

Ich glaube Deborah ist die Schlüsselfigur in diesem Buch und sie stellt am Ende die Verbindung zur Zukunft her. Nach dem Tot ihrer Mutter musste sie sich dem Offizier annehmen und hatte somit das Erbe dieser Bürde angetreten. Deborah war ein gebrochenes Mädchen, zu viel war in ihrer Kindheit schon geschehen und zu sehr ließ sie sich von der neuen Welt beeindrucken. Der Offizier offenbart ihr eine neue Welt und reist mit ihr durch einige Städte in Europa. Sie essen in noblen Restaurants und besuchen die Kaffeehäuser Europas. Und das alles, obwohl doch Krieg herrschte. Also irgendwie surreal die Vorstellung in der heutigen Zeit, dass es damals auch so etwas wie Normalität gab. Aber wahrscheinlich hatten SS Offiziere auch einfach ein „normaleres“ Leben.

Deborah lernt auf ihrer Reise auch Marlene kennen. Marlene gibt vor Schauspielerin zu sein und ist tatsächlich aber Spionin. Die beiden Frauen beginnen eine tiefe Freundschaft und sie verbindet mehr als sie erahnen. Marlene hilft Deborah erwachsen zu werden und die Welt in anderem Licht zu sehen. Marlene wird auch die Hauptfigur im Zweiten Teil der Honigtot Saga sein. Eine sehr spannende Protagonistin wie ich finde.

Meine eigene Meinung

Ich muss gestehen, dass ich Geschichten aus dem Ersten & Zweiten Weltkrieg sehr mag. Ich mag die Tragödie in diesen Geschichten und auch hier mag ich wieder die Generationsunterschiede der verschiedenen Frauen. Dennoch waren die Frauen in diesen Büchern immer auch ein wenig naiv. Ob das in der realen Welt auch so war, kann ich nicht bezeugen, aber in den meisten Büchern über diese Zeit war das so. Hanni Münzer hat einen wunderbaren Schreibstil in meinen Augen. Sie beschreibt diese grauenhafte Zeit in einer wunderbar bildlichen Sprache mit sehr viel literarischem Hintergrund. Sie verbindet Fakten mit Fantasie und schafft ein perfektes Familiendrama. Tatsächlich gefällt mir die Figur der Deborah bisher am besten, ich mag Charaktere in Büchern die einen Zwiespalt leben. Honigtot ist kein herausragendes Buch, denn ähnliche Geschichten gibt es wie Sand am Meer, aber ich mochte die Art der Autorin dennoch sehr gerne. Und ich muss sagen als Hörbuch fand ich es wunderschön. Die Stimmen waren super gewählt, ich liebte den bayrischen Akzent beim Hören und die Hintergrund Musik der Oper war auch super gewählt. In Summe ein in sich stimmendes Hörbuch und eine Empfehlung von mir. Marlene werde ich nun als Taschenbuch auch noch lesen, mal sehen, wie es als Buch wirken wird- anstelle eines Hörbuches.

Keine Kooperation mit Audible an der Stelle, dass Hörbuch gab es kostenlos, weil ich Prime Mitglied bin.

Kostenloses Hörspiel aus Audible/ keine Kooperation/ Auflage 2015/ 480 Seiten Taschenbuch/ 11€

Wer wird überleben? Lothar Frenz

„ Lasst mit noch etwas übrig! Es wird eine Zukunft geben, die ihr nicht mehr erlebt! Wieso wollt ihr mir eine so viel ärmere Welt hinterlassen?!“ Eines der ersten Sätze in diesem Buch, aber ein Satz mit viel Kraft und mit Ansichten die auch heute junge Menschen, wie zum Beispiel Greta Thunberg bereits mehrfach ausgesprochen haben.

Der Autor Lothar Frenz

Die Zukunft von Natur und Mensch bestimmen ganz bestimmte Faktoren. Lothar Frenz erklärt in seinem Roman „ Wer wird überleben“? ganz genau, worauf es aus biologischer Sicht ankommt und wo der Mensch bereits zu viel von der Natur genommen hat. Er beschreibt die noch so kleinste Lebensart als etwas besonderes und das wir Menschen oftmals nicht den Wert des Lebewesens zu schätzen wissen. Ich meine wer kennt es nicht, dass man kleine Insekten gerne mal als lästig und nervig empfindet und diese unter Umständen auch mal eben schnell zerquetscht. Man ist ja schließlich die stärkere Spezies und man möchte seine Ruhe haben. Das wir aber mit solchen Taten unter Umständen eine Art auslöschen können, darüber ist sich niemand bewusst. Lothar Frenz beschreibt aber solche ähnlichen Dinge. Er schreibt über Arten, welche auf dieser Erde existiert hatten, die ich vorher noch nie gekannt hatte. Er berichtet von einer Artenvielfalt und von deren Nutzen, wie ich es zuvor noch nie gelesen hatte. Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch in Etappen lesen musste, weil es einfach sehr viel zu lernen gab. Es ist das klassische Sachbuch mit dem Puls der Zeit und mit unfassbar viel Wissen darin. Lothar Frenz ist Biologe und Journalist für GEO und ist seit jeher auf der Suche nach solchen Arten, nach den Wundern der Natur und berichtet darüber. Man könnte ihn auch als Forscher bezeichnen, denn er erforscht seine Welt und nimmt alle wichtigen Aspekte auf. Und mit seinem Buch schafft er einen Grundstein an Wissen, welches vielen bisher vorenthalten wurde. Woher soll ein jeder auch solche Artenvielfalten kennen, umso wichtiger ist ein Roman/ Sachbuch wie dieses.

Eine kleine Geschichte über zwei Delfine

Es wäre zu viel jede einzelne Geschichte in diesem Buch zu beschreiben, das könnte ich auch nicht annähernd so gut wie Lothar Frenz selbst, aber eine Geschichte hat mich beeindruckt. Wusstet ihr, das im Amazonas Regenwald zwei Delfinarten leben? Ich wusste es nicht und fand es beeindruckend. Und das interessante ist, das eine Delfinart dem Atlantik entstammt und die andere aus dem Pazifik kommt. Das ist unfassbar cool und man bekommt einen Eindruck davon, wie großartig unsere Natur ist. Zumal das Amazonas Gebiet an sich schon super spannend ist. Bedroht aber leider auch, wie wir wissen. Neben dieser tollen Geschichte erzählt er auch zu Anfang von dem Fastausterben des Blauwals. Als er selbst noch ein Junge war, war diese Art schon bedroht und auch heute gibt es noch immer nicht viele Tiere aus dieser Art. Mir war gar nicht bewusst, wie lange gewisse Wale schon vom aussterben bedroht sind. Ich mag Delfine und auch Wale sehr, daher fand ich diesen Teil super interessant. Zumal gerade auch die Wale eine elementare Rolle in unserem Ökosystem spielen.

„ Corona zeigt, wie fragil unsere Welt ist, von der wir glaubten, wir hätten sie gezähmt. Die Krise sollte uns aber auch bewusst machen, dass wir sie selbst geschaffen haben – ähnlich wie dem Klimawandel.“

Mein eigenes Fazit

Ich muss sagen ich mochte dieses Buch sehr. Zwischendurch ein wenig zäh wegen den ganzen biologischen Erklärungen, aber dadurch nicht weniger interessant. Man sollte von diesem Buch keinen klassischen Roman erwarten, sondern wirklich ein Sachbuch, was einem hier und da die Augen öffnen kann. Die Message geht ganz klar hervor: „Wer wird überleben?“ Wenn wir nicht anfangen etwas zu verändern und vor allem wieder in Einklang mit unserer Erde zu kommen, dann wird es nicht der Mensch sein, der überlebt. Utopisch gedacht. Aber wer möchte schon in einer Welt leben, wo es neben dem Menschen keine andere Spezies mit gibt. Wir müssen aufhören diese Welt auszubeuten und müssen lernen, dass jede noch so kleine Zelle in diesem System wichtig ist. Und auch jedes Bakterium, so wie Lothar Frenz es beschreibt, hat seinen Sinn im großen Ganzen. Ich gebe also eine Buchempfehlung ab, aber auch nur an die Menschen, die wirklich etwas verändern wollen, denn genau die wird dieses Buch ansprechen. Und es wird hoffentlich noch dem ein oder anderen Leser die Augen öffnen.

Selbst gekauft/ Rowohlt Verlag/ Ausgabe 2021/ Gebundene Ausgabe/ 443 Seiten/ 24€

Mein erstes Hörbuch – Auris

Normalerweise bin ich ein überzeugter Bücherfan. Ich liebe es durch Seiten zu blättern und ich mag den Geruch von neuen Büchern. Doch natürlich bin ich auch offen für etwas Neues und so kam ich zu diesem Hörbuch. Oder besser gesagt zu dieser Hörbuch Reihe – die Auris Reihe. Ich bin Sebastian Fitzek Fan und als ich die Chance bekam mit Audible zusammenzuarbeiten, konnte ich nicht nein sagen.

Audible

Der Anfang war relativ einfach, denn man kann bei Audible einen Probemonat nutzen. Wenn man Prime Mitglied ist, dann sogar zwei Monate. Und somit kann man das erste Hörbuch kostenlos hören. Was ich persönlich sehr cool finde, denn so kann man schauen, ob es einem gefällt. Theoretisch gibt es so ziemlich jedes Buch als Hörbuch, aber mich hat die Auris– Reihe interessiert. Und ich glaube einen Thriller gewählt zu haben, war eine gute Idee. Bei einem Hörbuch kommt tatsächlich richtig Stimmung auf und es ist bisher super spannend.

Es sprechen verschiedene Personen, was die Dialoge sehr gut unterstützt. Zumal das dem ganzen eine Art „miterleben“ verschafft. In dem Fall der Auris Reihe gefällt mir die Stimme von Svenja Jung alias Jula sehr gut. Sie ist authentisch und ich mag sie als Schauspielerin schon sehr gerne. Aber auch die Stimmen der „Bösen“ sind sehr gut gewählt und auch Jula‘s Bruder Elias. Ich muss gestehen, ich habe das Hörbuch erst auf der Couch gelesen und bin leider schnell eingeschlafen. Ich wurde quasi in den Schlaf erzählt. Daher habe ich es mal beim Auto fahren getestet und ich muss sagen- super gut. Zumal ich ein paar Kilometer fahre und auch viele Kapitel schaffe. Also für Pendler sind Hörbücher echt Gold wert, finde ich. Aber bitte dennoch auf den Verkehr achten, versteht sich!

Auris – das erste Buch

Im ersten Kapitel erfahren wir etwas von Professor Dr. Hegel, einem angesehenem Forensiker. Wir erfahren, wie er bei seinen Fällen vorgeht und welche Fähigkeiten er besitzt. Wir erfahren aber auch, dass er einen Mord begangen haben soll, denn er stellt sich selbst und gesteht. Zunächst bleibt der Hörer verwirrt zurück, denn die Geschichte springt an dieser Stelle. Ein kluger Schachzug von jedem Autor, wenn am Anfang ein Riesen Spannungsbogen aufgebaut wird.

Ab Kapitel 2 erfahren wir mehr über Jula. Die junge Journalistin hat einen „True Crime“ Podcast und möchte alte Fälle neu aufdecken, wo die Justiz unter Umständen einen Fehler begangen hat. Dabei stößt sie auf den Fall von Hegel und ist überzeugt, dass dieser unschuldig sein muss. Eine rasante Recherche beginnt und Jula ahnt noch nicht, was sie da für einen Fall aufgedeckt hatte. Vor allem ahnt sie nicht, welche Verbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten besteht. Auch der Leser kann bis zum Schluss nicht das ganze Ausmaß erahnen – großartig!

Angetrieben ist Jula wegen ihren eigenen schlechten Erfahrungen mit der Justiz. Ihr Bruder Moritz wurde ihrer Meinung nach unschuldig verurteilt und sie ist nie darüber hinweg gekommen, zumal ihr Bruder nach der Verurteilung Selbstmord begangen hatte. Nun hatte sie nur noch ihren kleinen Halbbruder Elias. Doch im Zuge ihrer brisanten Recherche wird Elias entführt und Jula weiß sich nicht mehr zu helfen…

Meine eigene Meinung

Zum Buch: Es ist so spannend! Ein Muss für Thriller Fans, zumal Fitzek einfach großartig ist. Ich werde die nächsten beiden Teile von Auris auf jeden Fall auch hören. So langsam gewöhne ich mich an ein Hörbuch und ich muss sagen, dass meine Erfahrung mit Audible echt super war. Sehr einfach zu installieren und sehr leicht zu bedienen. Wer also mal ein Hörbuch hören möchte, der sollte Audible mal checken.

In Zusammenarbeit mit Audible

Wenn ihr Euch für Auris Teil 2 & 3 interessiert, dann kommen hier noch die Links dazu:

https://www.audible.de/pd/Auris-2-Hoerbuch/B086XGQ2SC

https://www.audible.de/pd/Auris-3-Hoerbuch/B08WRPM23G

Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger

Der Wal und das Ende der Welt ist ein Buch, was einen glauben lässt, dass der Autor in die Zukunft schauen konnte. John Ironmonger beschreibt in seinem Roman eine Situation, die uns heute sehr bekannt sein dürfte. Der Wal wird als Symbol beschrieben, als Bote, der uns das Ende der Welt prophezeien soll. Oftmals findet man solche Symbole auch in der Traumdeutung, denn der große Wal kann eine Bedrohung darstellen, eine Warnung. Sehr gut eingearbeitet von unserem Autoren muss ich sagen.

Der Wal

Joe ist Broker aus London und schaut eigentlich täglich nach den besten Kursen an der Börse und versucht heraus zu finden, wo er zuschlagen könnte. Er ist eigentlich Mathematiker und hat eine Maschine entwickelt, die Prognosen erstellt. „Cassie“ so heißt dieses System, kann durch Ereignisse und durch Aussagen von Experten ein Szenario erstellen, welche die Weltbörse beeinflussen kann. Viele politische und wirtschaftliche Ereignisse können Einfluss auf das Börsengeschehen nehmen und dieses filtert Cassie heraus und erstellt Prognosen. Joe ist stolz auf sein System, bis eines Tages Cassie eine grauenhafte Prognose gibt. Joe glaubt, dass er alles Geld verspielt hat und das durch seine Cassie eine Wirtschaftskrise entstehen könnte. Aus lauter Angst flüchtet er aus der Stadt und landet in einem kleinen, unbekannten Fischerdorf. In St. Piran geht er nackt schwimmen und droht unter zu gehen, wäre da nicht der Wal, der ihn sieht und an Land spült. Der Wal hatte ihm das Leben gerettet. Doch leider blieb dadurch der Wal auch im Watt stecken und kam nicht mehr zurück in den Ozean.

St. Piran

Die Bewohner des kleinen Fischerdorfes entdecken den nackten Joe und glauben, dass er sich umbringen wollte. Und auch den großen Wal entdecken sie und überlegen, wie sie helfen können. Einen so großen Wal hatte das Dorf bisher noch nie gesehen. Und das, wo in St. Piran doch nichts lange im Verborgenen bleibt. Die Bewohner retten dem Wal das Leben und sehen in Joe eine Art Messias. Was die Bewohner nicht wissen, Joe hat durch Cassie das Ende der Welt gesehen. Eine Grippe Epidemie bricht aus und das Öl wird knapp. St. Piran muss sich abschotten, um die Leben der Bewohner zu retten. Joe kommt auf den Gedanken, dass das Dorf Lebensmittel brauchen wird und davon jede Menge. Kurzerhand beschließt er, dass er den Kirchturm des Dorfes als Lager nutzen möchte, um genügend Lebensmittel für das Dorf zu kaufen. Er spendiert den Menschen eine Lösung für die annähernde Epidemie Welle. Man könnte meinen, dass der Autor Corona schon vor uns allen im Kopf gehabt haben muss. Die Gemeinsamkeiten der Geschichte sind erschreckend echt nachzuvollziehen.

„Das ist der größte Wahnsinn in der Geschichte der Menschheit, Joe. Wir haben die großartigste Gesellschaft erschaffen, die der Mensch je kannte – eine globale Gesellschaft. Wir kommunizieren über Kontinente hinweg, wir denken uns nichts dabei, wenn wir in ein Flugzeug steigen und zu einem Meeting nach Zürich oder Seattle oder Shanghai jetten. Und all das, alles, was wir erschaffen haben, beruht auf einer endlichen Flüssigkeit, die wir fleißig verbrennen. Haben Sie mal darüber nachgedacht, Joe?“

Meine eigene Meinung

Dieses Buch ist irgendwie erschreckend. John Ironmonger kennt unsere Zukunft ganz offensichtlich. Das unser Öl irgendwann knapp werden wird ist kein Geheimnis, aber die Kombination mit einer Grippe Epidemie ist schon erstaunlich. Im Prinzip beschreibt er mit seinem Roman die bittere Wahrheit unserer Gesellschaft. Wir klauen der Erde Ressourcen ohne darüber nachzudenken und müssen dann mit den Konsequenzen leben. Sie wie unser Körper sich gegen Antikörper wehrt, so wert sich auch die Erde vor unserem Eindringen. Ein großartiger Roman in meinen Augen, der uns die Augen öffnen soll. Noch dazu wird ein Protagonist erschaffen, der sich mehr um andere als sich selbst sorgt. Er erklärt uns, dass bei allen Prognosen nicht der menschliche Egoismus eingeschätzt werden kann. Und Joe macht es richtig und denkt nicht nur an sich selbst, aber Corona hat uns gezeigt, dass es doch einige Menschen gibt, die mit Egoismus durch diese Welt ziehen. Augenöffnendes Buch in meinen Augen und eine klare Empfehlung.

Selbst gekauft/ S.Fischer Verlag/ Taschenbuch Sonderedition/ 539 Seiten/ Auflage 2020/ 12€

Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte von T.J. Klune

Ein Fantasy Roman mit richtig viel Tiefgang. T.J. Klune schafft in seinem Roman „Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“ eine bezaubernde Welt, mit tollen Protagonisten und wunderschönen Bildern. Aber nicht nur das! Er schafft ein Buch, was den Leser zum Nachdenken motivieren soll. Es soll dem Leser zeigen, dass jeder Mensch wertvoll ist und das man keine Vorurteile haben sollte.

Linus Baker

Linus ist ein armer, einsamer Mensch, der im Hamsterrad des alltäglichen Lebens fast untergehen zu droht. Jeden Tag geht er seinem langweiligen Sachbearbeiter Job nach und akzeptiert, dass seine Chefin ihn mies behandelt. Er soll als Sachbearbeiter Kinderheime begutachten und darüber seine Berichte abgeben. Manche Heime werden sogar nach seinem Besuch geschlossen, weil sie nicht den Ansprüchen genügen. Seine einzige Freundin, ist seine Katze Calliope. Und auch sie ist nicht immer eine zutrauliche Begleiterin. Linus wirkt zu Anfang fade und uninteressant. Er ist einem aber dennoch sympathisch, weil man Mitleid mit ihm hat. Seine Chefin ist ein richtiges Biest und seine Regierung versucht magische Wesen zu unterdrücken, mit nicht immer den richtigen Mitteln.

Das Heim für magisch Begabte

Linus bekommt einen Spezialauftrag. Er soll einen Monat im Waisenhaus von Arthur Parnassus verbringen und dieses genauer Prüfen. Angeblich wohnt der Teufel selbst unter diesem Dach. Für Linus beginnt also ein Abenteuer in einer magischen Welt. Raus aus der grauen Stadt, auf eine Insel am Ozean gelegen mit Sonne und frischer Luft. Aber nicht nur das Wetter wird ihm besser tun, denn auch die dort lebenden magischen Kinder werden sein Leben verändern.

Um jedes einzelne Kind zu beschreiben, bräuchte ich mehrere Seiten in diesem Blog und das soll auch mal lieber schön das Buch übernehmen. Ich kann nur sagen, dass T.J. Klune ein paar wunderbare Protagonisten geschaffen hat. Man kann sich jedes der Kinder vorstellen und spürt die Verbindung der einzelnen Personen. Jedes einzelne Kind ist etwas Besonderes und hat spezielle Talente. Und auch Mr. Parnassus wurde großartig gezeichnet. Linus kann gar nicht anders, als sich in diese Welt einzufügen. Er lernt von den Kindern, dass es egal ist wie man aussieht oder woher man kommt. Es ist egal wen man liebt und was man bisher erreicht hat. Einzig der Mensch zählt und was ein einzelner bewirken kann, wenn er seine Stimme erhebt. Linus lernet selbstbewusst zu sein und Dinge in Frage zu stellen. Sein ganzes Leben beginnt er zu hinterfragen. Alles durch den positiven Einfluss in diesem Waisenhaus.

Meine eigene Meinung

Ich habe dieses Buch geliebt! Und ich finde, es ist ein Buch, was jeder mal lesen sollte der Vorurteile hat. Die Botschaft in diesem Buch ist so stark, dass muss man einfach mögen. Hautfarbe, Geschlecht, Orientierung – voll egal- der Mensch zählt und was du von ihm erfahren kannst. Super zusammengefügt in einer wundervollen Geschichte über Freundschaft, Liebe und Akzeptanz. Ganz, ganz große Leseempfehlung an dieser Stelle. Es sei erwähnt, dass ich das Buch selbst gekauft habe und dieser Blog nicht in Verbindung zu einer Kooperation steht. Dennoch, vielen Dank an den Heyne Verlag, dass dieses Buch heraus gegeben wurde. 💝🌈

Selbsts gekauft/ Heyne Verlag/ Auflage 2021/ 473 Seiten/ 14,99€ / Broschierte Ausgabe k

Roman D‘amour von Sylvie Schenk

Der Roman der Liebe, so nennt Sylvie Schenk ihr eigenes Buch. Die Liebe ist quasi Mittelpunkt des Romans, eine Liebe die süchtig macht und die nicht immer richtig sein muss. Es geht um Affären, Verrat und einer einseitigen Verliebtheit. Sylvie Schenk hat einen wunderbar ehrlichen Stil, um den Nagel auf den Kopf zu treffen. Das Buch erschien im Carl Hanser Verlag und ich durfte diesen im Zuge der #gemeinsammitlesen Lesegruppe lesen.

Über die Liebe

Die Protagonistin Charlotte ist selbst Autorin und soll für einen ihr unbekannten Preis ausgezeichnet werden. Sie schrieb ein Buch über unerfüllte Liebe. Ich denke man erkennt die Parallelen. Sie soll zu Ehren dieser Auszeichnung ein Interview führen und gerät an eine sehr penetrante Journalistin. Frau Sittich treibt sie mit ihren Fragen in die Enge und versucht heraus zu finden, wie viel Wahrheit in der eigenen Geschichte der Autorin auch in diesem Buch zu finden ist. Charlotte beschreibt in ihrem Buch wie ihre Protagonistin eine Affäre führt und wie sie diese zu vertuschen versucht. In den Erzählungen zieht sie Parallelen zu ihrem eigenen Leben und die Journalistin versucht auch genau dieses heraus zu finden. Sie möchte förmlich die Wahrheit aus der Autorin heraus pressen.

Frau Sittch ist irgendwie eine sehr unangenehme Person und vielleicht vertuscht sie selbst auch etwas. Man hat das Gefühl, dass Frau Sittich die Autorin besser kennt als man denkt und das erklärt sich aber leider bis zum Ende nicht. Charlotte beschreibt sehr ehrlich was sie in ihrer eigenen Affäre erlebt und wie abhängig sie von der Liebe war. Sie hatte ihren Ludo sehr gerne, aber er war eben verheiratet. Dennoch fährt er mit seiner Affäre in den Urlaub nach Irland. Sylvie Schenk beschreibt auch hier wieder diese Reise sehr intensiv, als ob sie selbst diese Reise unternommen hat. Die Bilder dieses tollen Landes haben mich auf jeden Fall einmal mehr begeistert. Generell mag ich einen solchen ehrlichen Schreibstil sehr.

Ich schaute ihn an, der Blick tauchte unausweichlich in seine Augen, um dem Innigsten, dem Tiefsten, dem Schönsten, dem Dunkelsten und dem Hellsten, dem Weichsten, dem Härtesten seines Wesens beizuwohnen: Amour, ich bin bei dir. Die Liebe ist ernst und schweigsam….“

Meine eigene Meinung

Ich persönlich mochte sehr viele Passagen in diesen Buch. Vieles war sehr poetisch und wundervoll formuliert und dazu gepaart diese absolute Ehrlichkeit. Ich bin zwar schlussendlich nicht sicher, ob ich das Buch komplett mochte oder nur einige Seiten davon. Meine brennenden Fragen wurden leider nicht beantwortet. Ich weiss immer noch nicht, ob Frau Sittich in Verbindung zu Ludo stand oder nicht. Vielleicht hat die Autorin diesen Punkt auch extra offen stehen lassen, eben weil dem so ist und weil sie diese Geschichte sehr gut selbst kennt. Wer weiß, aber ich mag solche Spekulationen nach einem Buchende. Ich glaube ich möchte es nicht zwingend empfehlen, denn ohne die Lesegruppe hätte ich es nicht unbedingt gekauft. Aber es hat auch so viel Gutes. Entscheidet also selbst. 🙂 Ich bin hin- und hergerissen.

Selbst gekauft/ Carl Hanser Verlag/ Gebundene Ausgabe/Auflage 2021/ 18€/ 128 Seiten

Bittersüße Zitronen von Luca Ventura

Nach seinem Roman „ Mitten im August“ erschien nun der zweite Capri Krimi von Luca VenturaBittersüße Zitronen“ im Diogenes Verlag. Ich mag leichte Krimis wie diesen sehr und vor allem im Sommer, im Urlaub sind solche Krimis wirklich klasse geeignet. Luca Ventura ist ein Pseudonym, der Autor selbst wohnt am Golf von Neapel. Und wie man hört, schreibt er bereits an einem dritten Buch aus der Capri Reihe.

Bittersüße Zitronen

Inselpolizist Enrico Rizzi steht erneut vor einem Rätsel. Eine junge Frau verunglückt mit einer Ape und ihr letzten Worte an Rizzi waren: „Es war kein Unfall“. Für den Inselpolizist steht fest, dass mehr hinter der Geschichte stecken muss und das die bekannte Limoncello Firma der Insel in irgendeiner Form involviert sein muss. Seine Komplizin Antonia Cirillo ist wieder seine Partnerin in diesem Fall, doch ganz grün sind die beiden sich immer noch nicht. Im ersten Buch konnte man schon erahnen, dass Cirillo auf die Insel zwangsversetzt wurde, aber leider wurde diese Tatsache auch im zweiten Buch noch nicht aufgeklärt. Ich hoffe nun im dritten Krimi mehr über sie zu erfahren. Cirillo kommt vom Festland und ist daher nicht ganz so nah involviert wie Enrico Rizzi. Er lebt auf der Insel und kennt alle beteiligten gut. Seine Gutgläubigkeit auf Grund seiner Nähe zu den Menschen steht ihm allerdings eher im Weg.

Die Tote Elisa Constantini hatte ein Verhältnis mit dem Erben der großen Limoncello Fabrik und noch dazu, war er ein farbiger, ein ehemaliger Zitronenpflücker. Alles sprach gegen diese Liebe und die Tatsache das Elisa schwanger war, verkomplizierte die Geschichte noch. Die bekannte Familie Bellini, dieser gehörte auch die verunglückte Ape, ist nicht unwichtig in Capri und der gute Name muss gewahrt werden. Elisa war eigentlich verheiratet und hatte nur ein Verhältnis zu dem Erben der Fabrik, ein Skandal in der Geschichte beider Familien. Und natürlich hält man einen farbigen Mann auf der Insel zuerst als Tatverdächtig. Doch bis zum Schluss bleibt es dieses Mal spannend. Klar ist zu Beginn, die Ape wurde manipuliert – aber wer hat es getan? Wer tötet eine schwangere Frau?!

Meine eigene Meinung

Ich mag Luca Ventura gerne. Ich mochte bereits das erste Buch. Ich habe jeweils beide im Urlaub im Wohnmobil gelesen und finde weiterhin, dass eine solche Lektüre bestens dafür geeignet ist. Die Capri Krimis sind spannend und die Protagonisten sympathisch gezeichnet. Wie gesagt wünsche ich mir noch mehr Input zu Antonia Cirillo, denn ich glaube, da gibt es noch ein Geheimnis zu lüften. Ernico Rizzi mag ich voll gerne, es macht ihn so sympathisch wie er seiner Familie und anderen Menschen auf der Insel so selbstverständlich zur Seite steht. Danke an den Diogenes Verlag für dieses Rezensionsexemplar. Ich möchte es sehr gerne weiterempfehlen.

Rezensionsexemplar/ Diogenes Verlag/ Broschierte Auflage 2021/ 313 Seiten/ 16€

Die Buchhändlerin von Ines Thorn

Die Buchhändlerin von Ines Thorn spielt zum Ende des zweiten Weltkrieges in Frankfurt. Wir dürfen die Protagonistin Christa bis 1949 begleiten auf ihrem Weg zu einer gestandenen jungen Frau, die mit den Folgen des Krieges einige Stolpersteine erleben muss. Besonders stark kommt heraus, dass wir Frauen zu dieser Zeit noch sehr zweitrangig waren und wie schwer es Frauen nach Ende des Krieges tatsächlich hatten. Ines Thorn umfasst kritische Themen wie Feminismus, aber auch die Liebe zwischen zwei Männern oder dem restlichen Nazi Dasein. Umstrittene Themen bis heute, eingefasst in einer wunderbaren Geschichte über die Auferstehung der Literatur in Deutschland.

Zum Inhalt

Christa ist selbst noch Teenager, als sie selbst erwachsen werden muss. Der Krieg ist gerade erst vorbei und die Amerikaner ziehen in Frankfurt ein. Das hat zwar viele Vorteile, bringt aber auch Gefahren mit sich. Gerade die amerikanischen Soldaten nutzen die Not der ein oder anderen deutschen Frau schamlos aus. Christa lebt zusammen mit ihrem Onkel Martin und ihrer Mutter Helene. Martin ist Buchhändler und führt einen eigenen Laden. Christa‘s Vater wird seit Jahren vermisst und Helene muss sich alleine durchschlagen. Kurz vor Ende des Krieges hatte Martin sein Schaufenster neu dekoriert, leider nicht mit Literatur die von den Nazis geduldet wird. Er wurde von seinem Nachbarn Herr Klein verraten und die Nazis kamen und steckten ihn in ein KZ. Nun war es an Christa die Buchhandlung zu führen.

Nach dem Ende des Krieges kehrt Martin verändert zurück und Christa versucht ein Studium zu starten. Ein jeder in der Geschichte versucht nach dem Krieg sein Leben ein wenig zu ändern. Den einen gelingt es und die anderen kommen wieder in Gefahr. Eines Tages begegnet Christa Heinz. Einem kleinen Jungen, der auf der Straße lebt und seine Eltern im Krieg verloren hat. Christa kümmert sich um ihn und verschafft ihm ein zu Hause bei sich. Doch sicher ist Heinz dadurch noch lange nicht und auch Christa muss in Zukunft noch mehr von sich selbst opfern, als ihr lieb ist.

Martin, so stellt sich heraus, ist schwul und dieses galt zu damaligen Zeiten noch als Verbrechen. So kam es nicht in Frage, dass er als Adoptivvater für Heinz eingesetzt werden kann. Außerdem landet Martin durch einen groben Fehler im Gefängnis. Nun ist wieder an Christa die Dinge zu regeln. Anstatt studieren zu gehen muss sie die Buchhandlung schmeißen und muss einen Mann heiraten, den sie nicht liebt, um Heinz zu schützen.

Meine Meinung

Die Buchhändlerin ist ein Buch über eine starke, junge Frau, die versucht ihren eigenen Weg in einem chaotischen Land nach dem Krieg zu finden. Christa ist eine herzliche Person, die sich immer für andere aufopfern würde. Doch auch sie selbst ist wichtig und manchmal vergisst ihre Umwelt das leider. Ines Thorn schafft einen emotionalen Roman mit vielen interessanten Protagonisten. Ich mochte die Geschichte sehr und freue mich schon jetzt auf Teil 2. Ich hoffe das Christa ihren eigenen Weg finden wird und das auch sie irgendwann glücklich sein darf. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr man mit Protagonisten mitfühlen kann. So was schaffen nicht alle Autoren*innen.

Selbst gekauft/ Rowohlt Polaris Verlag/ Broschierte Auflage/ Taschenbuch 2021/ 336 Seiten/ 16€

Der erste letzte Tag – Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek kennt man normalerweise nur in Verbindung mit Leichen oder anderem Stoff aus dem ein Thriller gemacht ist. Doch dieses Mal hat er einen ganz anderen Roman geschrieben. Einen Roadtrip, bei dem er seinen letzten Tag erleben soll und wo die Protagonisten einfach mal etwas ganz verrücktes unternehmen werden. Von vorne bis hinten ein humorvoller Roman und ganz das Gegenteil zu sein sonst auch großartigen Werken.

„Ich will meinem Sohn zeigen, dass es wichtiger ist, etwas zu beginnen- auch auf die Gefahr hin, dass es schiefgeht -, als die wenige Zeit, die ihm bleibt, mit Plänen zu verplempern. Das Leben ist nun mal unperfekt, es klappert.“

Der erste letzte Tag

Ich glaube jeder kennt die klassische Bucketlist. In den letzten Jahren ist diese sogar wieder richtig Trendy geworden. Doch hat man sich wirklich mal Gedanken zum letzten Tag gemacht? Lea hat das offensichtlich getan und sie hat einen Plan, wie dieser aussehen soll. Ihr Begleiter Livius ahnt allerdings nicht, das Lea tatsächlich nicht mehr lange hat und das dieser Tag tatsächlich Ernst gemeint ist. Eigentlich möchte Livius mit einem Flugzeug von München nach Berlin fliegen, um sich dort mit seiner Frau zu versöhnen. Lea möchte nach Hamburg fliegen, um eine wichtige OP ihres Vaters nicht zu verpassen. Leider spielt das Wetter nicht mit und beide stranden am Flughafen. Zum großen Übel müssen sich beide auch noch einen gemeinsamen Leihwagen teilen. Dabei sind beide so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Livius ist sehr kontrolliert und durch geplant und Lea kommt rüber wie die klassische Berliner Naturschützerin von nebenan mit den Öko Klamotten. Dennoch können die beide sich irgendwie arrangieren.

Es beginnt eine turbulente Fahrt von München nach Hamburg mit einigen ungeplanten Zwischenstopps. Unterwegs wechseln sie sogar das Gefährt, wenn auch ungewollt, zumindest aus der Perspektive von Livius. Er erlebt den wahrscheinlich schlimmsten Tag seines Lebens und so manch ein Erlebnis lässt dem Leser auch ganz klar den Mund offen stehen. Lea hingegen erlebt diesen Tag als absolut nötig und wenn es nach ihr ginge, dürfte der Tag sogar noch mehr Abenteuer enthalten. Die Geschichte wird zumeist aus der Perspektive von Livius erzählt und dieser Protagonist ist einfach unglaublich wortgewandt. Ich frage mich, wieviel von Sebastian steckt in Livius!?

Nicht das ich nicht mehr über den Inhalt sagen möchte, aber glaubt mir, dass muss man selbst gelesen haben!

“ Ich war in einem True-Crime Magazin mal auf ein Interview mit einem Kriminalpsychologen gestoßen, der behauptete, dass jeder Mensch unter gegebenen Umständen zu einem Mord fähig sei. Nun, ich konnte diese These bestätigen, ich hatte soeben diesen Zustand erreicht….“

Meine eigene Meinung

Ich liebe dieses Buch! Ich mag Sebastian Fitzek generell sehr gerne, wobei ich mich sonst in seinen Büchern eher fürchte vor den nächsten Seiten. Im Buch “ Der erste letzte Tag“ habe ich jede Seite nur so verschlungen. Dieses Buch ist einfach grandios witzig! Es hat zwar auch traurige Stellen, aber so positiv verpackt, das man dennoch schmunzeln muss. Beide Protagonisten schließt man sofort ins Herz und ich möchte dieses Buch unbedingt empfehlen. Gerade jetzt zu Corona, wo wir eh meist negative Gedanken haben, hilft so ein lockeres Buch die Stimmung zu heben. Danke an den Droemer Verlag, dass ich dieses Buch lesen durfte.

„… Das ist das Einzige, was zählt. Nicht, wie lange jemand lebt, sondern wie gut. Nicht, wie sehr wir uns bemühen, unsterblich zu sein, sondern wie gewissenhaft wir danach streben, unsere Zeit mit Erinnerungen zu füllen.“

Rezensionsexemplar / Droemer Verlag / Broschierte Ausgabe / Auflage April 2021 / 271 Seiten / 16,00€