Die Wagemutige von Caroline Bernard

Das Buch „Die Wagemutige“ habe ich tatsächlich auf Instagram entdeckt. Irgendwer hatte es dort gelesen und rezensiert und ich bin drauf aufmerksam geworden. Ich liebe generell Bücher, welche im Zweiten Weltkrieg spielen und vor allem, wenn es sich um starke weibliche Hauptprotagonisten handelt. Auch in diesem Buch finden wir wieder einen Hauch Feminismus, es zeigt uns, dass Frauen auch in den Kriegsjahren schon ein sehr starkes Geschlecht waren und das Frauen meistens auch sehr praktisch unterwegs waren und viele Dinge verbessern konnten. Aber nun kommen wir erst einmal zu diesem tollen Buch, welches Caroline Bernard sehr gut recherchiert hat und was zumindest zum Teil der Wahrheit entspricht.

Frankreich zu Kriegszeiten

Lisa ist im Wiederstand. Sie selbst ist jüdischer Abstammung und hat Deutschland bereits 1933 verlassen. Zusammen mit ihrem Mann Hans verließ sie damals Berlin und setzte sich nach Frankreich ab. Sie arbeiteten beide für den Widerstand und halten Menschen, Ware und andere wichtige Dinge über die Grenzen zu bringen. Sie halfen den Menschen, die keinem helfen wollten. In Frankreich konnten sie einige Jahre ohne Angst leben, doch der Krieg breitete sich immer weiter auf. Frankreich bot den Flüchtlingen zu Beginn immer noch Schutz an, doch die Grenzen verschoben sich und es gab ein freies Frankreich und ein gesperrtes Frankreich. Die Linie zog sich irgendwo durch Paris. Lisa und Hans gingen immer weiter Richtung Süden und erhofften sich in Marseille weiter zu kommen. Lisa’s Familie war noch in Paris und auch diese galt es in den Süden zu holen und von dort aus in die Sicherheit außerhalb Europas. Wie bereits geschichtlich bekannt ist, sind damals viele Menschen in die USA ausgewandert.

Lisa musste aber leider noch einen Zwischenstopp nehmen. Währenddessen Hans bei der Armee war, wurde Lisa interniert und in ein Lager Namens Gurs gebracht. Gurs steht in dem Fall als Synonym für damalige Läger in Frankreich. Diese Läger waren damals überfüllt von Frauen, welche interniert worden waren. Sie waren lange nicht so schlimm, wie die KZ’s in Deutschland, aber angenehm waren sie auch nicht. Lisa lebte mit tausenden von Frauen auf engstem Raum und die Verhältnisse waren grauenhaft. Im Lager lerne sie unter anderem Persönlichkeiten wie Hannah Arendt kennen. Ob das wirklich so war damals, weiß man nicht genau. Doch gekannt haben die beiden sich bestimmt, denn sie verfolgten das gleiche Ziel. Lisa lernte im Lager auch ihre Freundin Paulette kennen. Die beiden haben keine Angst der schweren Weg zu gehen und schaffen es gemeinsam ein paar Frauen aus den Fängen von Gurs zu befreien.

Als Lisa dann irgendwann endlich im Süden angekommen ist, gibt es auch ein Wiedersehen mit Hans. Doch auch ihn hat die Zeit verändert und an eine einfache Ehe in Zeiten des Krieges war sowieso nicht zu denken. In einem Café in Marseille lernt Lisa dann Louis kennen, einen Amerikaner. Sie verbringt einige nette Abende mit ihm, sie gehen Tanzen, sie Essen ordentlich und sie trinkt ihren erstem Champagner. Sie verliebt sich tatsächlich, doch als er ihr vorschlägt, sie mit nach Amerika zu nehmen, da wird ihr bewusst wo sie hin gehört. Sie gehört zu Hans und ihrer Familie und sie muss erst anderen Menschen helfen, bevor sie selbst das Land verlassen kann.

Freiheitskämpfer

Lisa und Hans werden zu Freiheitskämpfern, denn sie helfen einigen Hundert Menschen über die Pyrenäen in die Freiheit nach Spanien. In dem kleinen Ort Banyuls Sur Mer überwandern sie das Gebirge und bringen jede Menge Menschen in Sicherheit. Sie selbst erleiden Verletzungen und müssen jeden Tag Angst haben erwischt zu werden. Lisa würde man sofort in ein KZ schicken. Dennoch helfen sie Hunderten Menschen und gehen als nichts mehr geht selbst den Weg über die Pyrenäen und finden die Freiheit. Von 1933 bis 1948 lebten sie quasi als Staatenlose und halfen so vielen Menschen und sich selbst diesem Grauen zu entfliehen. Lisa und Hans Frittko gab es wirklich. Lisa hat sogar irgendwann eine Biographie über diese Zeit veröffentlicht. Die Autorin Caroline Bernards schreibt ganz klar, dass viele Informationen aus dem Buch von Lisa Frittko und von Erzählungen stammen, aber das es sich dennoch um einen Roman handelt. Vieles bleibt fiktiv oder es steht als Synonym zu den tatsächlichen Ereignissen.

Meine eigene Meinung

Wahrscheinlich habe ich schon viel zu viel verraten in diesem kurzen Blog, aber ich mochte das Buch wirklich sehr und da fällt es leicht in eine Erzählweise überzugehen. Zum Glück passiert in dem Buch noch so einiges mehr und es lohnt sich immer noch es zu lesen. Ich mochte den Schreibstil von Caroline Bernards sehr gerne und die Geschichte sowieso. Ich finde es erstaunlich, dass es Lisa und Hans wirklich gab und das ich noch nie von Ihnen gehört habe. Für meine Begriffe waren dies Helden! Sie haben so vielen Menschen geholfen und oftmals unter eigener Lebensgefahr, nur um dem bösen Machthaber in die Quere zu kommen und ihm einige Menschen vor den Augen weg zu schnappen. Da gehört Mut zu und vollkommene Selbstaufgabe. Diese Zeiten kann man sich gar nicht vorstellen, aber es gibt einem Mut, dass es immer auch solche wahnsinnig guten Menschen in diesen Kriegen gab. Es gibt immer die Guten und die Bösen und in diesem Fall „Die Wagemutige„. Tolles Buch!

Selbst gekauft/ Aufbau Verlage/ Rütten & Loening/ Auflage 2022/ Paperback/ 384 Seiten/ 18,00€

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