Louise Brown – Was bleibt wenn wir sterben

„Was bleibt wenn wir sterben“ ist ein unerwartet motivierendes Buch. Louise Brown beschreibt, wie sie den Verlust ihrer Eltern verarbeitet hat und was sich daraus in ihrem beruflichen Leben verändert hat. Ein schweres Thema, was in diesem Roman sehr gut verpackt wird. Ein Buch was dazu auffordern soll aus einem Schicksalsschlag etwas positives zu ziehen. Louise Brown beschreibt, wie man Trauer verarbeiten kann. Besonders inspirierend ist die Tatsache, dass die Autorin selbst ihre Erlebnisse autobiographisch verarbeitet.

Die Trauerrednerin

Louise’s Eltern sterben quasi hinter einander. So ist es leider oftmals, dass wenn der eine Partner stirbt, dass der zweite folgen könnte. Bei Paaren, die seit Jahrzehnten verheiratet sind, nicht unüblich. Dennoch ist genau diese Tatsache für die Hinterbliebenen nicht immer einfach. Louise Brown hatte ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern und der doppelte Schicksalsschlag setzt ihr zu. Bei der Trauerfeier stellt sie fest, dass der Trauerredner ihr nicht zu einem Abschied verhelfen kann. Seine Rede ist es, die Louise über die Trauer nachdenken lässt. Was empfinden Menschen in ihrer Trauer, was kann helfen und welche Worte sollte ein Trauerredner in dem Moment finden. Es gibt zahlreiche tolle Redner auf Hochzeiten, aber eher selten einen sehr guten Trauerredner. Mit Trauer verbindet man meistens etwas schlechtes. Louise Brown lehrt uns aber in diesem Buch, dass man sich nicht Trauer hingeben soll, sondern aus ihr etwas positives ziehen soll.

Erinnerungen die bleiben

Eine Sache die aus ihrem Buch herausgeht, ist, dass man immer noch Erinnerungen hat. Meistens denken wir immer an die ganz großen Momente im Leben. Ein Geburtstag, eine Hochzeit und so weiter, aber meistens sind es die kleinen Dinge die im Gedächtnis bleiben. Momente, wo Menschen einem selbst nah waren. Kleine Gespräche, Gesten oder ganz simple witzige Situationen. Louise Brown beschreibt es ganz treffend, sie sagt es sei wie mit den Schnappschüssen aus einem Fotoalbum, diese landen meistens lose ganz hinten im Album. Aber genau auf diese Momente kommt es an, diese Momente zählen in einem Leben und machen die Geschichte des Verstorbenen rund. Louise möchte genau solche Momente in ihrem Reden aufleben lassen. Die Hinterbliebenen sollen genau an diese besonderen Momente denken. An einer anderen Stelle im Buch vergleicht sie es mit einem Film, dessen Abspann unbedingt gezeigt werden sollte, die sogenannten Out Takes.

Meine eigene Meinung

Ich war am Anfang sehr skeptisch, ob mir ein Buch, welches sich mit Trauer beschäftigt überhaupt gefallen könnte. Wobei ich sagen muss, dass die Autorin mal wieder sehr sympathisch ist. Nach dem Buch kann ich sagen, dass es jeder lesen sollte. Es öffnet uns die Augen. Louise Brown verrät uns in ihrem Roman “ Was bleibt wenn wir sterben“ vieles über uns selbst und darüber, welche Momente im Leben wirklich zählen. Sie gibt einen Hinweis darauf, dass wir auch die kleinen Momentaufnahmen nicht vergessen sollten. Das wir eben das Fotoalbum ganz füllen sollten und die vermeintlichen Schnappschüsse nicht außer Acht lassen sollten. Am Ende ergibt nur das ganze Puzzle unseres Lebens Sinn. Es gibt den Spruch, dass man jeden Moment leben sollte. Und genau das, sagt Louise Brown auch mit ihrem Buch aus. Eine Trauer zu bewältigen macht es deswegen nicht leichter, aber es hilft, sich an spezielle Ereignisse besser erinnern zu können. Rein aus ihren Erzählungen glaube ich, dass Louise Brown eine ganz besondere Trauerrednerin sein muss. Würde ich Sterne vergeben, dass sind es ganz klar 5 Sterne! Vielen Dank an der Stelle an den Diogenes Verlag für dieses tolle Leseexemplar. Ich finde übrigens auch das Cover wunderschön und sehr passend. Auch wenn man nicht an den Himmel glauben mag, dann zumindest daran, dass unsere Seelen hier irgendwo weiter leben, zumindest bleibt unsere Aura irgendwo in der Luft und tanzt mit den Vögeln. Ich persönlich finde so eine Vorstellung schön.

Rezensionsexemplar / Diogenes Verlag / Auflage 2021 / Taschenbuch / 250 Seiten / 22,00 €

Nicolas Barreau- Das Lächeln der Frauen / Die Zeit der Kirschen

Nicolas Barreau zählt für mich zu den wunderbarsten Liebesroman Autoren. Wobei ich sagen muss, dass ich nicht genau weiß, ob es tatsächlich ein Autor ( männlich ) ist. Es gibt Gerüchte, dass es eine Autorin ist mit einem Pseudonym. Mir persönlich reichlich egal, denn ich mag die Bücher von ihm/ihr sehr gerne. „Das Lächeln der Frauen“ gibt es schon etwas länger und die Fortsetzung „Die Zeit der Kirschen“ ist ganz frisch erschienen. Zusammen ergeben sie eine Hommage an die Stadt Paris.

Das Lächeln der Frauen

Aurelie ist eine junge Restaurantbesitzerin im Herzen von Paris. Sie ist in einer Beziehung, hat eine tolle Freundin und führt das vererbte Restaurant/ Bistro ihres Vaters. Lesen lag ihr noch nie so sehr, sie liebt die Küche. Als ihr Partner sie verlässt fällt sie in ein tiefes Loch. Sie hatte Claude geliebt und war am Boden zerstört. Durch Zufall landet sie in einem kleinem Buchladen und entdeckt dort ihren ersten Lieblingsroman „ Das Lächeln der Frauen“. In diesem Roman entdeckt sie auf einmal sich selbst. Als hätte der Autor Robert Miller sie vorher schon einmal gesehen, als ob er Gast in ihrem Restaurant gewesen ist. Sie musste unbedingt herausfinden, was es damit auf sich hat.

Es stellt sich heraus, das es Robert Miller eigentlich gar nicht gibt und das er schon gar nicht aus England kam, sondern Franzose war. Es war ihr gleich seltsam vorgekommen, dass ein Engländer so wunderbar über Paris schreiben konnte. Doch nun hatte sie sich schon fast in diesen Autoren verliebt und lud ihn zum Abendessen in ihr Restaurant ein. Sie kochte das bekannte Gericht ihres Vater „Menu D‘ amour“. Ihr Autor aka Lektor war begeistert. Denn der Lektor selbst hat das Buch geschrieben und seit seinem ersten Besuch im Restaurant „Le Temps des Cerises“ ist er verliebt in das Lächeln von Aurelie.

Die Zeit der Kirschen

Im zweiten Roman „Die Zeit der Kirschen“, welches nach dem Restaurant von Aurelie benannt ist, greift Nicolas Barreau die Liebesgeschichte von Aurelie und Andre erneut auf. Während Andre versucht einen Heiratsantrag zu machen, verguckt sich Aurelie in einen Sternekoch und eine wilde Jagd nach der Liebe beginnt. Beide erfahren in diesem Buch einen Karriereaufschwung. Andre wird als Autor gefeiert und besucht eine Lesung nach der nächsten. Aurelie bekommt durch Zufall einen falschen Michellin Stern und lernt dadurch den Sternekoch Jean-Marie Marronnier kennen. Durch ihn wird sie in neue Kochkünste verführt und lernt jede Menge neue Gerichte kennen. Der Sternekoch lebt allein, weil seine Frau nicht aufs Land ziehen möchte und er findet Gefallen an Aurelie. Andre ist auf äußerste eifersüchtig und begeht dadurch einen Fehler nach dem nächsten. Auf der anderen Seite lernt er aber auch nette Buchhändlerinnen kennen, auf die Aurelie dann eifersüchtig ist. Am Ende steht die Frage im Raum, ob die beiden sich noch lieben und ob sie zusammen gehören?

Mein persönliches Fazit

Was ich in beiden Büchern sehr schön fand, waren die Beschreibungen über Paris. Die Stadt wird super beschrieben und man fühlt sich wie im Traumland beim Lesen. Man bekommt Lust diese wunderbare Stadt noch einmal zu bereisen. Auch die Gerichte in der Küche machen durchaus Hunger auf mehr. Wobei ich kein Fan von französischer Küche bin und auch noch vegan lebe. Dennoch mochte ich die Leidenschaft, die man förmlich bei beiden Köchen spüren konnte.

Die Story an sich ist im ersten Buch noch sehr, sehr romantisch, verliert sich aber im zweiten Buch. Die Geschichte mit der Eifersucht wird einfach zu lang und auch zu anstrengend. Ich finde das sehr schade, denn das erste Buch hat mir richtig gut gefallen. Aber leider ist es oft so, dass einen Fortsetzung nicht an den Erstroman ran kommt. So ist es hier leider auch. Dennoch mochte ich beide in Kombi, Paris reißt es Gott sei Dank wieder raus. Würde ich Sterne vergeben, dann hätte das erste Buch 5 Sterne und das zweite 3, sodass wir in Kombi auf 4 Sterne kommen. Ich finde, das ist ein guter Schnitt. Nicolas Barreau bleibt für mich aber immer eine Empfehlung wenn es um Romantik in Paris geht.

Beide selbst gekauft, daher keine Werbung

Wild Heart – Wo der Himmel den Ozean berührt von Melanie Lane

Wild Heart von Melanie Lane ist mein zweites EBook von ihr und ich kann sagen, ich bin ein Fan geworden. Melanie ist sehr sympathisch und das kommt auch in ihren Romanen immer wieder raus. Denn auch ihre Protagonisten sind super sympathisch. „Wild Heart- wo der Himmel den Ozean berührt“ ist eine super spannende romantische Komödie würde ich sagen und in meinen Augen sogar Stoff für einen tollen Liebesfilm. Eine tolle Location, spannende Abenteuer, nette Protagonisten und zwei verliebte Pärchen, was braucht es mehr?! Wild Heart war für mich die perfekte Urlaubslektüre in diesem Sommer.

Ellie Mansfield

Ellie ist eine lustige, engagierte junge Frau, die in ihrem Leben bisher noch nicht zu 100-prozent angekommen ist. Ellie hat das Talent zu einer großartigen Schreiberin, aber arbeitet in einer Immobilienfirma. Sie hatte geglaubt, dass ihr Leben eigentlich in eine bestimmte Richtung bestimmt war. Ihr Freund ist bei einem Verkehrsunfall tragisch ums Leben gekommen und seitdem steht ihr Leben irgendwie still. Sie hatte Pläne, sie wollte ihn heiraten und eine Familie gründen und von jetzt auf gleich waren diese Pläne vergessen. Nach dem Tot ihres Verlobten hat sie eigentlich nur noch gearbeitet und sich vor der Liebe verschlossen. Ihr Job bezahlt ihr zwar ihr Leben, aber leidenschaftlich gerne macht sie ihn nicht.

Durch einen dummen Zufall trifft Ellie eines Tages auf Jacob. Jacob ist Extremsportler und ist bekannt für seine waghalsigen Stunts, welche im Internet viral gehen. Man findet Jacob auf sämtlichen Sportzeitschriften des Landes, er ist sozusagen berühmt. Ellie ist an einem Abend völlig verzweifelt und beschließt zum Flughafen zu fahren, sie mag die Atmosphäre. Dort entdeckt sie in einem Schreibwarenladen eine Zeitschrift mit Jacobs Abbild darauf und prompt steht der berühmte Jacob vor ihr. Er verwechselt sie mit einer Journalistin und eine spannende Geschichte beginnt. Denn Ellie klärt den Fall gar nicht erst auf, sondern tut so, als ob sie wirklich eine Journalistin wäre. Wann hat man schon mal die Möglichkeit eine bekannte Person so hautnah kennen zu lernen. Und dann sieht er auch noch so gut aus.

Die Vietnam Reise

Nachdem Ellie Jacob hat glauben lassen, dass sie eine Journalistin einer großen Zeitschrift ist, hat er sie kurzerhand zu einem Promo Trip nach Vietnam geplant. Er nimmt eigentlich ungerne Journalisten mit auf Reisen, aber Ellie war ihm sympathisch. Von da an beginnt ein großes Abendteuer. Jacob und seine Crew entführen Ellie in eine ganz andere Welt. Mit der Crew und besonders mit Sarah versteht sich Ellie direkt sehr gut und mit Jacob beginnt es zu knistern.

Natürlich läuft nicht alles super gut, denn immerhin hat Ellie zwei Geheimnisse von denen Jacob nichts weiß, glaubt Ellie zumindest. Und natürlich muss sie ihm beichten, dass sie keine Journalistin ist und sie möchte ihm erzählen, dass ihr Verlobter gestorben ist und sie in Sachen Liebe eher unsicher ist. Doch irgendwie geht beim Wahrheit sagen alles schief und eine rasante Achterbahnfahrt beginnt.

Mein persönliches Fazit

Ich mag Melanie Lane‘s Romane wirklich sehr. Ihre Charaktere sind immer sehr sympathisch und dennoch haben sie auch Tiefgang. Jeder Protagonist bekommt seine eigene Geschichte in der Geschichte, das mag ich sehr. In Wild Heart gefiel mir auch, dass Melanie Lane Vietnam super schön beschrieben hat. Man möchte sofort hinreisen. Alles in allem ein sehr gelungenes und leichtes Buch, welches ich sehr mag.

Rezensionsexemplar/ More EBook/ 346 Seiten

Joyce Summer – Jenseits des Kaps

Ich habe mal wieder ein Ebook gelesen. Eigentlich mag ich Bücher lieber, aber hin und wieder gefällt mir auch dieses. Zumal ich einen kleinen feinen Krimi gelesen habe. „Jenseits des Kaps“ von Joyce Summer spielt in Südafrika, in Kapstadt und Umgebung. Alleine die Kulisse kann man sich sehr gut vorstellen, sodass ich atmosphärisch schon direkt mittendrin war. Es war mein erster Krimi von Joyce Summer und ich glaube, dass bleibt nicht der Letzte.

Ich musste am Anfang ein wenig mit der Sprache klarkommen, da viele südafrikanische Akzente im Text inkludiert waren, mit denen ich erst einmal zurechtkommen musste. Zum Glück fand man am Ende des Buches auch eine Erklärung der Begrifflichkeiten. Sehr hilfreich. Generell hat das aber dem Lesegefühl keine Minuspunkte verschafft, denn ansonsten war der Schreibstil sehr angenehm.

Pieter Strauss

Pieter ist Polizist bei den sogenannten Valke in Kapstadt. Sein neuster Auftrag führt ihn allerdings zurück zu seinem Heimatort im Elgin-Tal. Denn auf der Farm seines Vaters wurde eine Leiche gefunden. Das farbige Mädchen war die Tochter des Farmarbeiters seines Vaters und Pieter kannte das Mädchen seit frühester Kindheit. Tansey hatte sich die letzten Monate an eine radikale Gruppe angeschlossen, welche weiße Farmer ihres Landes enteignen wollte. Daher kam es immer wieder zu Unstimmigkeiten. Die Rassendiskussion ist leider auch in diesem Jahrtausend noch nicht vom Tisch und rund um Kapstadt wird anscheinend immer noch über Land diskutiert. Natürlich vermutet man als Mörder zuallererst Pieters Vater, denn auf dessen Farm wurde die Leiche des Mädchens gefunden. 

Die Farmer in der Umgebung haben aber auch alle ihre eigene Geschichte und so könnten auch andere Täter in Betracht kommen. Pieter möchte daher ins Elgin-Tal reisen, um zu ermitteln. Unterstützt wird er von seinem guten Freund und Kollegen Jan. Er wird sich Undercover als Farmarbeiter einschleusen, um etwas bei den anderen Farmarbeitern zu erfahren. Jan neigt aber dazu, sich von hübschen Frauen ablenken zu lassen und das wird im in seinem Undercover Job schnell zum Verhängnis.

Neben der Geschichte um das tote Mädchen werden auch viele zwischenmenschliche Themen behandelt. Zum Beispiel das Verhältnis zwischen Pieter und seinem Vater. Denn Pieter fühlt sich immer falsch verstanden von seinem Vater und hat auch ein ganz schlechtes Bild von ihm. Im Laufe der Geschichte zeigt der Vater von Pieter aber auch eine andere Seite und diese kann ein neues Verhältnis für die beiden zur Folge haben. Auch Jan und seine Liebschaften bekommen ein anderes Bild. Krimi und Roman in einem würde ich sagen, wäre die beste Buchbeschreibung.

Meine eigene Meinung

Ich mochte den Roman/Krimi von Joyce Summer sehr. Sie hat einen angenehmen Schreibstil und die Charaktere sind super gezeichnet. Viele Protagonisten in diesem Buch sind sehr sympathisch und man möchte gerne mehr erfahren. Ich denke, dass ich auch noch die anderen Krimi Romane von Joyce Summer lesen werde. Die Atmosphäre rund um Kapstadt gefällt mir nämlich auch sehr gut. Danke an der Stelle an die Autorin, dass ich dieses Ebook lesen durfte und gerne empfehle ich es an dieser Stelle weiter.

Rezensionsexemplar/ Ebook/ 267 Seiten/ 12,99€ als Taschenbuch

Yaa Gyasi – Ein erhabenes Königreich

Mein zweites Buch von Yaa Gyasi und ich muss direkt im ersten Satz sagen, ich bin ein Fan. Sie hat einen ergreifenden Schreibstil, dass man ihre Bücher einfach mögen muss. Bei „Ein erhabenes Königreich“ brauchte ich tatsächlich ein wenig länger, um in die Geschichte hinein zu finden, aber zum Schluss war es wieder einmal superschön.

Gifty

Die Hauptprotagonistin Gifty lebt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einer kleinen Wohnung. Sie sind zusammen nach Amerika gekommen, um ein besseres Leben als zu Hause in Ghana zu haben. Gifty kennt Ghana eigentlich auch gar nicht wirklich und empfindet Amerika als ihre Heimat. Eigentlich war der Vater auch mitgekommen, doch relativ früh verlässt er die Familien und kehrt nach Ghana zurück. Für Gifty’s Bruder fehlt die Vaterrolle ganz besonders, er fühlt sich allein gelassen. Nana macht viel Sport und ist sehr angesehen in seinem Team. Durch eine schwere Verletzung muss er leider aussetzen und stürzt sich in den Drogen Konsum. Leider stirbt der Bruder an einer Überdosis und Gifty’s Mutter verfällt in eine tiefe Depression. Generell scheinen psychische Probleme die Familie zu prägen. Sie können alle vier ihre Schicksalsschläge nur schwer verkraften. Man muss aber sagen, dass dieses Buch zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer oder Verlust umgehen. Man sieht deutlich, dass jeder in der Familie komplett anders auf die Ereignisse reagiert. Das macht dieses Buch so vielschichtig.

Gifty wird Wissenschaftlerin und erforscht das Suchtverhalten der Menschen an Tierversuchen mit Mäusen. So versucht sie ihre Trauer zu erarbeiten und versucht heraus zu finden, was in einem süchtigen Menschen vor geht. Sie erhofft sich Antworten auf ihre eigenen Fragen in ihrer Arbeit zu finden. Ihre Mutter wohnt nach dem Tod des Sohnes bei ihr und bewegt sich nicht mehr aus dem Bett heraus. Gifty versucht alles, um ihre Mutter wieder aus dem Bett zu bekommen, leider vergebens. Währenddessen wird auch Gifty’s Gefühlswelt auf den Kopf gestellt und allgemein ist es nie wirklich leicht für die junge Frau. Der geflohene Vater ist gar keine Hilfe und hat ein neues Leben in Ghana bekommen inklusive neue Familie. Auch das macht Gifty und ihrer Mutter schwer zu schaffen.

Der Glauben

Eine zentrale Rolle in diesem Buch spielt der Glaube zu Gott. Für mich sehr schwierig, da ich selbst nicht so sehr gläubig bin. Gifty glaubt eigentlich an Gott, doch die Geschehnisse mit ihrem Bruder lassen sie zweifeln. Ihre Mutter ist sehr gläubig, doch auch sie fühlt sich nach dem Tod von Nana verlassen. Gifty begibt sich aber dann in die Kirchengemeinde ihrer Mutter und versucht ihren Glauben neu aufzubauen, sie schreibt sogar ein Tagebuch an Gott in jungen Jahren. Ich denke, dass der Glaube ihr am Ende auch hilft, dass alles zu überstehen. Denn leicht hat sie es nie und hatte sie auch niemals. Sie tut mir tatsächlich sehr leid, denn auch die Mutter vergisst, dass sie noch ein zweites Kind hat. Gifty versucht alles mit Arbeit davon abzulenken, aber ich denke im Inneren fühlt sie genau dieses allein gelassen sein und nur Gott hört ihr in dem Moment richtig zu.

Meine eigene Meinung

Ich brauchte ein paar Seiten, um in dieses Buch herein zu kommen. Die vielen Gespräche mit Gott waren mir persönlich ein bisschen zu viel, aber das ist auch nur eine eigene Meinung. Als Autorin mag ich sie sehr und ich frage mich bei ihren Büchern immer wieder, wie viel Autobiographisches dort verarbeitet wurde. Ghana ist für mich als Land interessanter geworden durch ihre Bücher. Ihren Schreibstil mag ich sehr und ich mag ihre tiefgründigen Gedanken. Yaa Gyasi schafft es, den Leser*in in den Bann zu ziehen und tief zu treffen. Man kann ihre Bücher nicht lesen, ohne danach darüber nachdenken zu können. Danke an den Dumont Buchverlag, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen durfte.

Rezensionsexemplar/ Dumontbuchverlag/ Auflage 2021/ Gebundene Ausgabe/ 299 Seiten/ 22,00€

Die Überlebenden von Alex Schulman

Familiengeschichten können zum Teil wirklich erschütternd sein und diese hier, hat es besonders in sich. Der Autor erzählt zum Teil biographisch von seiner Kindheit und seinen beiden Brüdern. Eine Kindheit, welche die drei Männer erst im Erwachsenenalter verarbeiten können. Alex Schulman nutzt dazu eine sehr intensive Erzählweise und viele Sinnbilder, die der Leser erst einmal verstehen muss. Literarisch in meinen Augen ganz groß und ergreifend.

Benjamin & seine Familie

Der junge Benjamin fährt mit seinen Eltern und den beiden Brüdern jeden Sommer in ein Sommerhaus am See. Das rote Sommerhaus steht markant und ruhig an seinem Platz, wie jedes Jahr. Doch den einen Sommer ereignen sich sehr traurige Dinge an diesem Ort. Die Landschaftsbeschreibungen aus Schweden gefallen mir dabei besonders gut. Zumal ich unbedingt mal nach Schweden möchte.

Der Autor beginnt sein Buch in der Gegenwart und wandert immer mehr in die Vergangenheit rein. Er setzt quasi ein Puzzle an Erinnerungen zusammen, welche der Leser erst am Ende verstehen kann. In der Gegenwart treffen sich die Brüder wieder an diesem Sommerhaus, um die Asche ihrer Mutter in dem See zu verstreuen. Zu diesem Zeitpunkt ist auch der Vater der Brüder bereits gestorben. Es war der letzte Wille der Mutter, dass sie über dem See verstreut werden wollte. Sie hatte das Sommerhaus geliebt und es gab einen Grund, warum sie genau an diesem Ort bleiben wollte. Sie wollte eine ganz bestimmte Person im Jenseits wieder sehen. 

Die Eltern der Jungs sind wirklich schwer zu durch schauen. Beide sind meistens betrunken und meistens auch nicht wirklich nett. Dennoch kommt immer wieder heraus, dass Benjamin beide sehr geliebt hat und das er gerade zu seinem Vater ein gutes Verhältnis haben wollte. Seine Brüder Nils und Pierre können unterschiedlicher nicht sein. Nils ist der kluge in der Familie und wird von seinen Eltern gefördert, Pierre ist der wilde in der Familie und stellt jede Menge komische Dinge an und Benjamin ist eher der vernünftige. Doch gerade Benjamin wird von einem herben Schicksalsschlag getroffen, der seine komplette Wahrnehmung verändern wird. Denn die Familie hat ein dunkles Geheimnis, was keiner von ihnen so richtig verarbeiten kann. Doch der Leser erfährt das Ausmaß dessen erst am Ende des Buches.

Molly

Der kleine „Hund“ Molly ist das ein und alles der Familie. Doch Molly steht nur als Sinnbild in den Erinnerungen von Benjamin da. Im Grunde ist dieses nur eine Übertragung seiner Gedanken und seine Wahrnehmung von einem Unfall. Benjamin spielt gerne mit Elektrizität und bei einem Besuch in einem Umspannwerk setzt er damit fast sein Leben aufs Spiel. Aber am Ende stirbt nicht er, sondern Molly. Seitdem ist die Familie noch mehr zerrüttet als vorher. Doch das gesamte Bild dieses Vorfalls dürfen wir erst am Ende des Buches erwarten.

Die Überlebenden sind am Ende die drei Brüder und deren Geschichte. Zumindest in der Gegenwart scheinen sie sich anzunähern und man merkt, dass alles zwar unterschiedlich sind, aber sich dennoch sehr lieben. Alle drei haben sich als Kinder manchmal alleine gefühlt, Benjamin wahrscheinlich am meisten. Doch seine Einsamkeit war zum Teil auch nur ein Empfinden. Und auch die Mutter liebte alle ihre Kinder sehr, nur konnte sie es meistens schlecht zeigen, vor allem nach dem Sommer am See.

Meine eigene Meinung

Eine unglaubliche Geschichte und ich würde wirklich gerne wissen, welcher Teil der Geschichte autobiographisch ist und welcher nicht. Die Erlebnisse von Benjamin sind wirklich herzzerreißend. Auch das Verhalten der Eltern, welches ich zuerst als grauenhaft empfand, kann ich am Ende sogar verstehen. Der Titel des Buches passt perfekt, aber auch das kann ich erst jetzt am Ende sagen. Der Autor hat eine super Spannung gehalten und der Leser wird emotional total mitgenommen. Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall eindrücklich. Für mich, ist es ein Highlight in diesem Jahr und ich bin froh, dass ich es zusammen mit Kerstin von @glitzer.dings lesen durfte. Im Buddyread hat es gleich noch mehr Spaß gemacht, seine Gedanken auszutauschen.

Rezensionsexemplar- gewonnen bei einem anderen Instagram Account/ Gebundene Auflage/ Auflage 2021/ 304 Seiten/ Dtv Verlagsgesellschaft/ 22,00€

Das Nest von Katrine Engberg

Ein neuer Teil der Kopenhagen Krimi‘s – endlich! Ab dem ersten Buch „Krokodilwächter“ verfolge ich nun die Kopenhagen Fälle von Jeppe Koerner und Anette Werner. Jeder Krimi für sich war bisher immer spannend und hatte dennoch auch einen kleinen Roman Part enthalten. Katrine Engberg selbst ist super sympathisch und ihre Krimi‘s einfach nur super spannend. Und Jeppe und Anette über alle Krimi‘s hinweg zu begleiten ist auch immer wieder interessant.

Familie Dreyer-Hoff

Oscar Dreyer-Hoff wird vermisst und seine gesamte Familie benimmt sich äußerst komisch. Aber auch der Vater seiner besten Freundin benimmt sich sonderbar. In einem Abfallentsorgungswerk wird eine Leiche gefunden, Oscar‘s Lehrer. Ist Oscar also geflohen, weil er seinen Lehrer umgebracht hat?! Oder sind beide einfach nur in Gefahr geraten. Sein Lehrer hatte auf jeden Fall eine starke Bindung zu seinem Schüler. Oscar‘s Bruder Victor allerdings hatte eher ein schwieriges zu dem Lehrer.

Victor viel in der Schule auf, weil er angeblich Oscar‘s beste Freundin sexuell belästigt hat und der Lehrer wollte diesen Fall aufklären. Aber ob das ein Mordgrund ist?! Der Familienvater selbst hat aber auch Dreck am stecken. Denn er ist in illegale Geschäfte gewickelt und macht gemeinsame Sache mit dem Vater der besten Freundin von Oscar. Zusammen verpfuschen sie CO2 Zahlen an der Abfallentsorgungsanlage. Und dann gibt es da noch Jenny, die Schwester von Oscar‘s Mutter. Sie handelt mit gestohlenen Kunstwerken.

Jeppe & Anette

Auch die beiden Ermittler erleben in diesem Krimi ihre persönlichen Höhen und Tiefen. In der Beziehung zwischen Jeppe und Sara läuft jede Menge schief. Und Anette beginnt auf einmal an einen anderen Mann zu denken, anstatt an ihren eigenen. Beide durchlaufen eine emotionale Achterbahnfahrt. Und nebenbei müssen sie aber noch den spannenden Fall rund um Oscar Dreyer- Hoff lösen.

Auch Esther die Laurenti spielt in diesem Krimi wieder eine Rolle. Die alte Dame hatte Jeppe schon mal bei einem Fall den entscheidenen Hinweis gegeben. Und auch dieses Mal stößt sie wieder, wenn auch spontan, auf den eigentlichen Mörder und kann zur Lösung des Falles beitragen.

Meine eigene Meinung

Ich mag Katrine Engberg super gerne. Und „Das Nest“ ist wieder mal sehr spannend. Ich finde nicht, dass man im Vorfeld den Mörder erahnen kann und das ist immer ein gutes Zeichen. Und die Figuren Jeppe und Anette machen mir jedes Mal auf‘s neue riesen Spaß. Einzig das Cover und der Titel bleiben für mich noch ein Rätsel. Ich hoffe da auch Erkenntnis in meiner Leserunde zu diesem Buch. Für mich ist diese Kopenhagen Reihe aus dem Diogenes Verlag immer eine Empfehlung wert. Ich bedanke mich bei Diogenes für dieses tolle Leseexemplar.

Rezensionsexemplar / Diogenes Verlag / Gebundene Ausgabe / Auflage 2021 / 415 Seiten / 22,00€

Honigtot von Hanni Münzer

Nachdem ich meine neue Liebe für Hörbücher entdeckt habe, kam ich nicht umhin das kostenlose Wunschbuch bei Audible auch noch zu testen. Dort habe ich mir dann Honigtot von Hanni Münzer heraus gesucht und ich muss gestehen, dass meine Entscheidung keine schlechte war. Witziger Weise habe ich auf meinem Stapel ungelesener Bücher auch den zweiten Band aus der Reihe ( Marlene ) schon liegen und daher passte diese Kombi prima zusammen.

Felicity

Das Buch startet in der modernen Zeit und spielt zuerst in den USA. Felicity’s Oma stirbt und ihre Mutter reist von heute auf morgen ohne ein Wort ab. Sie begibt sich auf eine Reise nach Rom, um dort ihre Mutter zu finden. Ihre Mutter kommt ursprünglich aus Rom, so glaubt sie zumindest und daher startet Felicity dort ihre Suche. Als sie ihre Mutter endlich findet, muss sie erfahren, dass ihre Familiengeschichte noch weitere dunkle Geheimnisse zu bieten hat. Denn ihre Urgroßmutter Elisabeth lebte in München zur Zeit des zweiten Weltkrieges und war mitten im Geschehen, als der damalige Führer an die Macht kam.

Elisabeth

Elisabeth ist eine begnadete Opernsängerin und keine Unbekannte in ganz Europa. Sie ist ursprünglich aus Österreich gekommen und hat in München ihren Mann Gustav kennen und lieben gelernt. Mit ihm zog sie nach München und verlebte seither ein ruhiges und gutes Leben. Gustav war Arzt und konnte somit eine Familie ernähren, eine Köchin und ein Hausmädchen halten. Man könnte sagen, es ging ihnen gut. Bis irgendwann die braune Politik immer stärker wurde und die Juden verfolgt wurden. Gustav war Jude und verschwand eines Tages spurlos.

Für Elisabeth brach eine Welt zusammen und sie reiste nach Berlin, um dort Nachforschungen direkt bei der SS einzufordern. Sie war tatsächlich in meinen Augen in vielen Punkten ganz schön naiv unterwegs. Sie ließ ihre Kinder alleine zurück in München und brachte sich dann auch noch selbst in Gefahr und das obwohl ihr Ehemann doch schon längst verschwunden war. Es begannen rasante Monate für die junge Mutter und die Schlinge zog sich immer weiter zu. Ob sie ihren Gustav wieder sehen durfte, dass wusste sie nicht. Einzig ihre Tochter Deborah und der kleine Sohn Wolfgang blieben ihr noch und um deren Wohl musste sie kämpfen. Zumal die beiden Kinder Halbjuden waren und somit auch nicht gewollt im eigenen Land. Nun war es an Elisabeth ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Als die offizielle Meldung kommt, dass Gustav angeblich tot sei, brach für die kleine Familie eine Welt zusammen. Ob die Nachricht denn stimmt, dass wussten sie nicht. Doch Elisabeth war gezwungen zum eigenen Schutz einen SS Offizier zu heiraten und sich und die Kinder damit zu schützen.

Deborah oder Maria

Ich glaube Deborah ist die Schlüsselfigur in diesem Buch und sie stellt am Ende die Verbindung zur Zukunft her. Nach dem Tot ihrer Mutter musste sie sich dem Offizier annehmen und hatte somit das Erbe dieser Bürde angetreten. Deborah war ein gebrochenes Mädchen, zu viel war in ihrer Kindheit schon geschehen und zu sehr ließ sie sich von der neuen Welt beeindrucken. Der Offizier offenbart ihr eine neue Welt und reist mit ihr durch einige Städte in Europa. Sie essen in noblen Restaurants und besuchen die Kaffeehäuser Europas. Und das alles, obwohl doch Krieg herrschte. Also irgendwie surreal die Vorstellung in der heutigen Zeit, dass es damals auch so etwas wie Normalität gab. Aber wahrscheinlich hatten SS Offiziere auch einfach ein „normaleres“ Leben.

Deborah lernt auf ihrer Reise auch Marlene kennen. Marlene gibt vor Schauspielerin zu sein und ist tatsächlich aber Spionin. Die beiden Frauen beginnen eine tiefe Freundschaft und sie verbindet mehr als sie erahnen. Marlene hilft Deborah erwachsen zu werden und die Welt in anderem Licht zu sehen. Marlene wird auch die Hauptfigur im Zweiten Teil der Honigtot Saga sein. Eine sehr spannende Protagonistin wie ich finde.

Meine eigene Meinung

Ich muss gestehen, dass ich Geschichten aus dem Ersten & Zweiten Weltkrieg sehr mag. Ich mag die Tragödie in diesen Geschichten und auch hier mag ich wieder die Generationsunterschiede der verschiedenen Frauen. Dennoch waren die Frauen in diesen Büchern immer auch ein wenig naiv. Ob das in der realen Welt auch so war, kann ich nicht bezeugen, aber in den meisten Büchern über diese Zeit war das so. Hanni Münzer hat einen wunderbaren Schreibstil in meinen Augen. Sie beschreibt diese grauenhafte Zeit in einer wunderbar bildlichen Sprache mit sehr viel literarischem Hintergrund. Sie verbindet Fakten mit Fantasie und schafft ein perfektes Familiendrama. Tatsächlich gefällt mir die Figur der Deborah bisher am besten, ich mag Charaktere in Büchern die einen Zwiespalt leben. Honigtot ist kein herausragendes Buch, denn ähnliche Geschichten gibt es wie Sand am Meer, aber ich mochte die Art der Autorin dennoch sehr gerne. Und ich muss sagen als Hörbuch fand ich es wunderschön. Die Stimmen waren super gewählt, ich liebte den bayrischen Akzent beim Hören und die Hintergrund Musik der Oper war auch super gewählt. In Summe ein in sich stimmendes Hörbuch und eine Empfehlung von mir. Marlene werde ich nun als Taschenbuch auch noch lesen, mal sehen, wie es als Buch wirken wird- anstelle eines Hörbuches.

Keine Kooperation mit Audible an der Stelle, dass Hörbuch gab es kostenlos, weil ich Prime Mitglied bin.

Kostenloses Hörspiel aus Audible/ keine Kooperation/ Auflage 2015/ 480 Seiten Taschenbuch/ 11€

Wer wird überleben? Lothar Frenz

„ Lasst mit noch etwas übrig! Es wird eine Zukunft geben, die ihr nicht mehr erlebt! Wieso wollt ihr mir eine so viel ärmere Welt hinterlassen?!“ Eines der ersten Sätze in diesem Buch, aber ein Satz mit viel Kraft und mit Ansichten die auch heute junge Menschen, wie zum Beispiel Greta Thunberg bereits mehrfach ausgesprochen haben.

Der Autor Lothar Frenz

Die Zukunft von Natur und Mensch bestimmen ganz bestimmte Faktoren. Lothar Frenz erklärt in seinem Roman „ Wer wird überleben“? ganz genau, worauf es aus biologischer Sicht ankommt und wo der Mensch bereits zu viel von der Natur genommen hat. Er beschreibt die noch so kleinste Lebensart als etwas besonderes und das wir Menschen oftmals nicht den Wert des Lebewesens zu schätzen wissen. Ich meine wer kennt es nicht, dass man kleine Insekten gerne mal als lästig und nervig empfindet und diese unter Umständen auch mal eben schnell zerquetscht. Man ist ja schließlich die stärkere Spezies und man möchte seine Ruhe haben. Das wir aber mit solchen Taten unter Umständen eine Art auslöschen können, darüber ist sich niemand bewusst. Lothar Frenz beschreibt aber solche ähnlichen Dinge. Er schreibt über Arten, welche auf dieser Erde existiert hatten, die ich vorher noch nie gekannt hatte. Er berichtet von einer Artenvielfalt und von deren Nutzen, wie ich es zuvor noch nie gelesen hatte. Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch in Etappen lesen musste, weil es einfach sehr viel zu lernen gab. Es ist das klassische Sachbuch mit dem Puls der Zeit und mit unfassbar viel Wissen darin. Lothar Frenz ist Biologe und Journalist für GEO und ist seit jeher auf der Suche nach solchen Arten, nach den Wundern der Natur und berichtet darüber. Man könnte ihn auch als Forscher bezeichnen, denn er erforscht seine Welt und nimmt alle wichtigen Aspekte auf. Und mit seinem Buch schafft er einen Grundstein an Wissen, welches vielen bisher vorenthalten wurde. Woher soll ein jeder auch solche Artenvielfalten kennen, umso wichtiger ist ein Roman/ Sachbuch wie dieses.

Eine kleine Geschichte über zwei Delfine

Es wäre zu viel jede einzelne Geschichte in diesem Buch zu beschreiben, das könnte ich auch nicht annähernd so gut wie Lothar Frenz selbst, aber eine Geschichte hat mich beeindruckt. Wusstet ihr, das im Amazonas Regenwald zwei Delfinarten leben? Ich wusste es nicht und fand es beeindruckend. Und das interessante ist, das eine Delfinart dem Atlantik entstammt und die andere aus dem Pazifik kommt. Das ist unfassbar cool und man bekommt einen Eindruck davon, wie großartig unsere Natur ist. Zumal das Amazonas Gebiet an sich schon super spannend ist. Bedroht aber leider auch, wie wir wissen. Neben dieser tollen Geschichte erzählt er auch zu Anfang von dem Fastausterben des Blauwals. Als er selbst noch ein Junge war, war diese Art schon bedroht und auch heute gibt es noch immer nicht viele Tiere aus dieser Art. Mir war gar nicht bewusst, wie lange gewisse Wale schon vom aussterben bedroht sind. Ich mag Delfine und auch Wale sehr, daher fand ich diesen Teil super interessant. Zumal gerade auch die Wale eine elementare Rolle in unserem Ökosystem spielen.

„ Corona zeigt, wie fragil unsere Welt ist, von der wir glaubten, wir hätten sie gezähmt. Die Krise sollte uns aber auch bewusst machen, dass wir sie selbst geschaffen haben – ähnlich wie dem Klimawandel.“

Mein eigenes Fazit

Ich muss sagen ich mochte dieses Buch sehr. Zwischendurch ein wenig zäh wegen den ganzen biologischen Erklärungen, aber dadurch nicht weniger interessant. Man sollte von diesem Buch keinen klassischen Roman erwarten, sondern wirklich ein Sachbuch, was einem hier und da die Augen öffnen kann. Die Message geht ganz klar hervor: „Wer wird überleben?“ Wenn wir nicht anfangen etwas zu verändern und vor allem wieder in Einklang mit unserer Erde zu kommen, dann wird es nicht der Mensch sein, der überlebt. Utopisch gedacht. Aber wer möchte schon in einer Welt leben, wo es neben dem Menschen keine andere Spezies mit gibt. Wir müssen aufhören diese Welt auszubeuten und müssen lernen, dass jede noch so kleine Zelle in diesem System wichtig ist. Und auch jedes Bakterium, so wie Lothar Frenz es beschreibt, hat seinen Sinn im großen Ganzen. Ich gebe also eine Buchempfehlung ab, aber auch nur an die Menschen, die wirklich etwas verändern wollen, denn genau die wird dieses Buch ansprechen. Und es wird hoffentlich noch dem ein oder anderen Leser die Augen öffnen.

Selbst gekauft/ Rowohlt Verlag/ Ausgabe 2021/ Gebundene Ausgabe/ 443 Seiten/ 24€

Mein erstes Hörbuch – Auris

Normalerweise bin ich ein überzeugter Bücherfan. Ich liebe es durch Seiten zu blättern und ich mag den Geruch von neuen Büchern. Doch natürlich bin ich auch offen für etwas Neues und so kam ich zu diesem Hörbuch. Oder besser gesagt zu dieser Hörbuch Reihe – die Auris Reihe. Ich bin Sebastian Fitzek Fan und als ich die Chance bekam mit Audible zusammenzuarbeiten, konnte ich nicht nein sagen.

Audible

Der Anfang war relativ einfach, denn man kann bei Audible einen Probemonat nutzen. Wenn man Prime Mitglied ist, dann sogar zwei Monate. Und somit kann man das erste Hörbuch kostenlos hören. Was ich persönlich sehr cool finde, denn so kann man schauen, ob es einem gefällt. Theoretisch gibt es so ziemlich jedes Buch als Hörbuch, aber mich hat die Auris– Reihe interessiert. Und ich glaube einen Thriller gewählt zu haben, war eine gute Idee. Bei einem Hörbuch kommt tatsächlich richtig Stimmung auf und es ist bisher super spannend.

Es sprechen verschiedene Personen, was die Dialoge sehr gut unterstützt. Zumal das dem ganzen eine Art „miterleben“ verschafft. In dem Fall der Auris Reihe gefällt mir die Stimme von Svenja Jung alias Jula sehr gut. Sie ist authentisch und ich mag sie als Schauspielerin schon sehr gerne. Aber auch die Stimmen der „Bösen“ sind sehr gut gewählt und auch Jula‘s Bruder Elias. Ich muss gestehen, ich habe das Hörbuch erst auf der Couch gelesen und bin leider schnell eingeschlafen. Ich wurde quasi in den Schlaf erzählt. Daher habe ich es mal beim Auto fahren getestet und ich muss sagen- super gut. Zumal ich ein paar Kilometer fahre und auch viele Kapitel schaffe. Also für Pendler sind Hörbücher echt Gold wert, finde ich. Aber bitte dennoch auf den Verkehr achten, versteht sich!

Auris – das erste Buch

Im ersten Kapitel erfahren wir etwas von Professor Dr. Hegel, einem angesehenem Forensiker. Wir erfahren, wie er bei seinen Fällen vorgeht und welche Fähigkeiten er besitzt. Wir erfahren aber auch, dass er einen Mord begangen haben soll, denn er stellt sich selbst und gesteht. Zunächst bleibt der Hörer verwirrt zurück, denn die Geschichte springt an dieser Stelle. Ein kluger Schachzug von jedem Autor, wenn am Anfang ein Riesen Spannungsbogen aufgebaut wird.

Ab Kapitel 2 erfahren wir mehr über Jula. Die junge Journalistin hat einen „True Crime“ Podcast und möchte alte Fälle neu aufdecken, wo die Justiz unter Umständen einen Fehler begangen hat. Dabei stößt sie auf den Fall von Hegel und ist überzeugt, dass dieser unschuldig sein muss. Eine rasante Recherche beginnt und Jula ahnt noch nicht, was sie da für einen Fall aufgedeckt hatte. Vor allem ahnt sie nicht, welche Verbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten besteht. Auch der Leser kann bis zum Schluss nicht das ganze Ausmaß erahnen – großartig!

Angetrieben ist Jula wegen ihren eigenen schlechten Erfahrungen mit der Justiz. Ihr Bruder Moritz wurde ihrer Meinung nach unschuldig verurteilt und sie ist nie darüber hinweg gekommen, zumal ihr Bruder nach der Verurteilung Selbstmord begangen hatte. Nun hatte sie nur noch ihren kleinen Halbbruder Elias. Doch im Zuge ihrer brisanten Recherche wird Elias entführt und Jula weiß sich nicht mehr zu helfen…

Meine eigene Meinung

Zum Buch: Es ist so spannend! Ein Muss für Thriller Fans, zumal Fitzek einfach großartig ist. Ich werde die nächsten beiden Teile von Auris auf jeden Fall auch hören. So langsam gewöhne ich mich an ein Hörbuch und ich muss sagen, dass meine Erfahrung mit Audible echt super war. Sehr einfach zu installieren und sehr leicht zu bedienen. Wer also mal ein Hörbuch hören möchte, der sollte Audible mal checken.

In Zusammenarbeit mit Audible

Wenn ihr Euch für Auris Teil 2 & 3 interessiert, dann kommen hier noch die Links dazu:

https://www.audible.de/pd/Auris-2-Hoerbuch/B086XGQ2SC

https://www.audible.de/pd/Auris-3-Hoerbuch/B08WRPM23G