Unschuld von Takis Würger

Ich muss direkt zu Anfang gestehen, dass ich ein Riesen Takis Würger Fan bin. Nun komme ich nicht umhin, dieses Buch zu lesen. „Unschuld“ ist ein Roman, welcher wieder genau ins Schwarze trifft. Takis Würger versteht es gesellschaftskritische Themen anzusprechen und kritisch durch einen Roman zu hinterfragen. So auch in „Unschuld„.

Molly

Molly wächst in einer Wohnwagensiedlung in der Stadt Rosendale im Bezirk New York auf. Ihre Mutter gibt es nicht mehr und sie lebt dort mit ihrem Vater Florentin. Ihr Vater hat allerdings die Huntington Krankheit, die in der Regel auch tödlich verlaufen kann. Vor seiner Tochter gibt er aber den fürsorglichen Vater. Eines Abends steht ein schwarz gekleideter Mann vor ihrem Wohnwagen und Molly wird zu ihrem Onkel nach Queens New York gebracht. Molly kann sich keinen Reim darauf machen, bis sie erfährt, dass ihr Vater wegen Mordes an Casper Rosendale im Gefängnis sitzt und die Todesstrafe bekommen soll.

Molly reist zurück in ihre Geburtsstadt und gibt sich als Reporterin aus. Sie möchte mehr erfahren über den Tot von Casper. Im Hause der Rosendales erhofft sie sich Hinweise zu finden. Nichts ahnend, dass sie vom ersten Tag an durchschaut wird. Die Rosendales sind bekannte Waffenlobbyisten und gehen damit auch offen um. Sie stehen dahinter, dass jeder Bürger*in in den Vereinigten Staaten eine Waffe tragen sollte. Ansonsten sind sie eine ganz normale, reiche Familie. Frau Rosendale allerdings befindet sich zu Molly’s Ermittlungen nicht im Haus, sie ist in einer Klink um sich zu erholen. Sie steht tatsächlich dem Thema Tabletten sehr offen gegenüber. Für meine Begriffe sind viel zu viele Medikamente in den USA zu schnell zugänglich für die Menschen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Casper hatte einen Bruder, Joel. Als Molly ihn antrifft, scheint er komplett durch den Wind zu sein. Er ist ziemlich merkwürdig und irgendwie auch stoned. Eigentlich ist die gesamte Familie etwas speziell. Molly’s Vater war hier Gärtner und Hausmeister gewesen und hatte sich eigentlich immer sehr wohl gefühlt. Beide Jungs mochten Florentin auch sehr. Doch Molly konnte sich nicht vorstellen, dass ihr Vater einen Menschen umbringt und sie gerät im Laufe des Buches ganz schön in Zeitdruck, denn die Todesstrafe ist nicht mehr weit entfernt. Joel bietet Molly eines Tages seine Hilfe an und zeigt ihr einige Einblicke in das Leben von Casper. Warum er das tut, erfährt sie erst zum Ende.

Meine eigene Meinung

Ich muss sagen, ich wusste bis zum Schluss nicht, wer Casper nun wirklich umgebracht hat. Ich hatte mehrere Verdächtige. Es blieb also spannend. Ich finde aber in dem Buch geht es nicht primär um den Mord, der ist nur Beiwerk, sondern es geht um die Gesellschaft in Rosendale. Rosendale steht für mich als Synonym für ganz viele Kleinstädte in den Vereinigten Staaten. Es gibt die Reichen und es gibt die Armen. Die einen können sich eine Behandlung leisten, die anderen nicht. Und nebenbei noch das Geschäft mit den Waffen. Molly’s Vater hatte wie gesagt die Huntington Krankheit und ihm fehlte eindeutig das Geld für Behandlungen. Er brauchte einen Ausweg. Er gibt seine Tochter sogar weg, damit sie die Ausmaße der Krankheit gar nicht mit erleben muss. Im Gegenzug bekommt jeder zweite irgendwelche Tabletten in diesem Land verschrieben. Wenn sie denn tatsächlich alle verschrieben sind, oder sogar frei verkäuflich. Ein Gesundheitssystem, welches man nicht verstehen muss. In diesem Buch kommt am Ende alles zusammen, ein Mord der entsteht, weil Medikamente und Waffen eben manchmal Leben kosten können. Ich mochte das Buch sehr, es war spannend und lehrreich zugleich. Ich hatte mich auch vorher noch nie mit der Huntington Krankheit beschäftigt und habe mich jetzt aber mal schlau gelesen. Also alles in Allem eine tolle Leseerfahrung.

Rezensionsexemplar/ Pinguin Verlag/ Gebundene Ausgabe/ Bloggerportal Randomhouse/ 2.Auflage 2022/ 296 Seiten/ 22,00€

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