„Ich glaube, dass all der Schmerz, mit dem wir im Laufe unseres Lebens konfrontiert werden, niemals so ganz verschwindet. Er ebbt ab und brandet wieder auf, wir lernen, besser mit ihm umzugehen, ihn in gewisser Weise zu ertragen, ihn auszuhalten und geschehen zu lassen, doch er ist immer da….“

Mathilde und Marie

Mit diesem Roman, lesen wir den Debütroman von Torsten Woywod. Ich kenne Torsten seit ein paar Jahren als Bloggerin und war daher sehr gespannt auf seinen ersten eigenen Roman. Auf Instagram wurde dieser direkt gehyped und auch auf der Spiegel Besteller Liste ist er steil nach oben gegangen. Das muss ja gut werden, dachte ich mir.

Die junge Französin Marie flüchtet sich aus der lauten Stadt in das kleine Bücherdorf Redu in den belgischen Ardennen. Das idyllische Örtchen mit gerade einmal 390 Einwohnern liegt umgeben von Wäldern und Bergen und die Zeit scheint hier wesentlich langsamer zu gehen. Für Marie perfekt, denn eine Entschleunigung hat sie bitter nötig. Sie trifft als erstes auf Jónina, durch sie lernt sie das Dorf und die Gewohnheiten kennen. Alle Menschen im Dorf sind sehr freundlich, bis auf Mathilde, diese lebt sehr zurückgezogen und geht jedem aus dem Weg. Marie und Mathilde begegnen sich jedoch des öfteren beim Spaziergang. Marie bringt frischen Wind in das Dörfchen und auch Mathilde‘s raue Mauer beginnt zu bröckeln. Die beiden lernen sich nach und nach kennen und Marie hilft Mathilde das Geheimnis ihres verstorbenen Mannes zu lösen. Und auch rund um Jónina gibt es einiges heraus zu finden. Für Marie eine sehr spannende Reise zu sich selbst und auch eine spannende Zeit mit verschiedensten Menschen.

Neben der Hauptgeschichte um die beiden Frauen, erfasst Torsten aber auch die Umgebung von Redu ganz intensiv. Die Beschreibungen der wunderbaren Natur in dieser Gegend regen zum Reisen an. Man kann sich Redu wunderbar vorstellen und auch das es in diesem Ort die ein oder andere Buchhandlung gibt. Nach meiner eigenen Internet Recherche bestätigt sich dieses auch, jede Buchhandlung ist in gewisser Weise auf etwas spezialisiert, sodass alle parallel existieren können. Ein Ort wo Ruhe und Zeit wichtiger sind, als Termine und Stress – klingt doch eigentlich wunderbar.

„In einer Zeit, die im Allgemeinen von Eile und dem Wunsch nach sofortigen Ergebnissen geprägt wird, ist es schön zu sehen, dass nicht alles auf diese Weise funktioniert. Nur wer warten kann, wird mit dem gewünschten Ergebnis belohnt und darf entdecken, dass aus einfachen Zutaten etwas wunderbares entstehen kann.“

Meine eigene Meinung

Zu Beginn habe ich mich schwer getan, dass muss ich zugeben. Die Landschaftsbeschreibungen fand ich direkt super schön, aber die Geschichte brauchte etwas Zeit. Manche Sätze waren mir zu lang, zu stark formuliert. Ich denke, mir geht es wie Marie in diesem Buch. Man ist es vielleicht gewöhnt, dass ein Buch schnell zur Sache kommt. Kurze, prägnante Sätze und viel Spannung. Und kommt nun ein Buch etwas ruhiger daher und mit viel mehr Sprache, dann muss ich mich daran gewöhnen, so wie auch Marie die Ruhe von Redu annehmen musste. Sodass ich auch erst am Ende wirklich tief in das Buch eintauchen konnte und den Sinn verstanden habe. Die Geschichte rund um Marie und Mathilde hilft wirklich die innere Ruhe zu suchen und zu überlegen, wo man selbst vielleicht auch mal wieder einen Gang runter schalten sollte. Torsten Woywod hat es also schlussendlich geschafft mich zu überzeugen, auch wenn ich etwas gebraucht habe. Ich vergebe hier nun sehr verdiente 4/5 Sterne 🌟🌟🌟🌟

Selbst gekauft/ Dtv Verlag/ Gebundene Ausgabe/ 22,00€/ 336 Seiten

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