Der Honigbus von Meredith May

Der Honigbus von Meredith May – ich muss es leider direkt zu Anfang sagen: Ich glaube das könnte eines meiner Lieblingsbücher in 2019 werden. Ein so mitfühlender und ergreifender Roman und dann noch auf wahren Begebenheiten, dass konnte nur gut werden. Eine Geschichte über ein kleines Mädchen, was alles verliert und durch die Liebe ihres Großvaters und dessen Bienenstamm wieder neuen Mut erlangt.

Meredith

Sie war gerade einmal vier Jahre alt, als sich Meredith’s Eltern trennen und das auf unschöne Art und Weise. Die Mutter völlig mit sich selbst beschäftigt und zu keiner Beziehung fähig, reißt die Kinder aus ihrem zu Hause in Rhode Island raus und zieht mit ihnen nach Big Sur Kalifornien zu ihren Großeltern. Meredith und ihr Bruder Matthew verstehen die Welt nicht mehr und vor allem verstehen sie nicht, warum ihr Vater denn nun der Böse sein muss. Gerade für Meredith ändert sich alles, sie ist die Ältere und sie ist es, die den ganzen Druck abbekommt.

Angekommen bei den Großeltern schließt die Mutter sich für Jahre ins Schlafzimmer ein und ist nicht im Stande sich um ihre Kinder zu kümmern. Die Kinder wirken wie eine ständige Belastung für sie und wären dort nicht die Großeltern, so hätten sie kein sicheres zu Hause. Vor allem aber der Großvater der Beiden hilft besonders Meredith wieder neuen Mut zu fassen.

„Die Bienen lehrten mich auf einer unbewussten Ebene die Wichtigkeit, mich um mich selbst zu kümmern. Ich sah mit eigenen Augen, dass eine Niederlage keine natürliche Daseinsweise war, nicht einmal für Insekten. Die Bienen zeigten mir, dass ich die Wahl hatte, wie ich leben wollte. Ich konnte unter der Trauer, dass ich meine Eltern verloren hatte, zusammenbrechen, oder ich konnte mich nicht unterkriegen lassen.“

Die Bienen

Der Großvater von Meredith war Bienenhalter und brachte ihr alles bei, was sie wissen musste. Auf eine wundersame Weise beschreibt Meredith May in ihrem Roman, wie sich ein Bienenfolk organisiert und was das besondere an jeder einzelnen Honigbiene ist. Sie vermittelt somit nicht nur ihre Geschichte, sondern auch Grundwissen rund um die Honigbienen. Es zeigt mal wieder, wieviel wir Menschen von der Natur noch lernen können. Meredith hat gelernt mit sich selbst zurecht zu kommen und die Familie so zu nehmen, wie sie nun mal ist. Sie wird in dem Buch immer stärker und findet ihren eigenen Weg. Ihr Großvater und seine Bienen haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass Meredith sich nie selbst aufgegeben hat.

Eine Wendung

Zu Anfang des Buches habe ich Meredith’s Mutter gehasst. Ich habe nicht verstanden, wie eine Mutter ihre Kinder so im Stich lassen kann. Wie kann man seine Kinder schlagen und psychisch fertig machen. Im Prinzip hatte man zwischendurch das Gefühl, als ob sie nie Kinder gewollt hatte. Es geht immer wieder hervor, dass die Mutter gerne einen reichen Mann gehabt hätte. Einen Mann, der ihr ganzes Leben regelt, was der Vater der Kinder nicht geschafft hat. Zum Ende kommt heraus, dass Sally selbst von ihrem Vater geschlagen wurde. Nun schließt sich das Bild und es ist nicht verwunderlich, dass sie selbst keine Liebe geben kann und das sie einen Mann sucht, der ihr alles das gibt was ihr Vater hatte. Sie ist selbst so tief verletzt, dass sie ihren Kindern keine Mutter sein kann. Eine unglaublich traurige Wendung und dennoch eine Erklärung für viele Reaktionen in diesem Roman.

„Mutter Natur hatte einen sorgfältigen Plan gestrickt, und wenn man auch nur einen Faden herauszog, könnte sich das gesamte Gewebe auflösen. Diese Insekten, vor denen die meisten Menschen voller Angst davonliefen, waren der unsichtbare Klebstoff der Erde, der uns alle zusammenhielt.“

Mein Schlusswort

Der Honigbus ist ein wunderbares Buch und ich finde es ganz groß, dass Meredith May ihre Geschichte niedergeschrieben hat. Ich habe durch dieses Buch etwas über Bienen gelernt und finde, dass es mehr solche Bücher geben sollte. Das was ihr Großvater für die Natur getan hat und was Meredith weitergeführt hat ist ein ganz großer Anteil an Naturschutz, welchen mehr Menschen haben sollten. Dieses Buch beschreibt, was uns in unseren Herzen wirklich bewegen sollte. Eine absolute Leseempfehlung und vielen Dank an den S.Fischer Verlag für dieses tolle Leseexemplar.

Rezensionsexemplar/ S.Fischer Verlag/ Auflage 2019/ 317 Seiten/ 22,00€

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.