Ein Leben lang lieben von Marissa Stapley

Der letzte Liebesroman ist nun schon eine Weile her. Ich muss für einen Liebesroman echt so richtig Lust haben. Ein Leben lang lieben von Marissa Stapley hat mich seit langem noch einmal angesprochen. Hin und wieder darf ein kitschiger Liebesroman einfach nich fehlen. Nachdem der Rowohlt Verlag mir dieses Buch empfohlen hatte, konnte ich nicht umhin doch noch einmal in das Genre Liebe abzudriften. Der Grund warum ich keine Liebesromane mag ist recht simpel, die meisten von Ihnen sind einfach unrealistisch und viel zu kitschig. Meistens haben sie nichts mit dem wahren Leben zu tun und diese ständigen Happy End’s sind irgendwann auch einfach anstrengend. Ich mag es, wenn die Personen in dem Buch erkennen, dass Liebe manchmal auch nicht alles ist.

Ein Leben lang lieben

In dem Buch von Marissa Stapley spielen zum Glück gleich mehrere Frauen die Hauptrollen. Helen und ihre Töchter wollen wie jedes Jahr ihren Sommer gemeinsam am See verbringen, doch als Fiona kurzfristig absagt, verläuft das geplante Wochenende anders als geplant. Alle vier Frauen befinden sich in einer gewissen Zwickmühle. Unglücklich mit ihren Beziehungen oder Ehen und auf der Suche nach sich selbst. Helen die Mutter hat es in Sachen Liebe nie einfach gehabt und genau deshalb lässt sie auch ganz schwer einen neuen Mann in ihr Leben – bei ihr siegt das Misstrauen. Fiona scheint eine perfekte Ehe zu führen, bis eines Tages der Anruf kommt, dass ihr Mann bereits ein uneheliches Kind haben soll. Liane lebt in einer Beziehung und steht eigentlich kurz vor ihrer Verlobung, als sie merkt, dass dieser Mann nicht der Richtige sein kann. Auch die vierte Tochter, Ilsa, ist verheiratet, hat Kinder, doch glücklich ist sie nicht. Die Künstlerin hat sich selbst verloren und ist auf der Suche nach einem Ausweg. Alle vier Frauen sind absolut unterschiedlich und doch haben sie eines gemeinsam – sie suchen Liebe und vor allem die Liebe zu sich selbst. Denn man muss sich erst selbst lieben können, bevor man Liebe geben kann.

Die Message von Liebe

In diesem Buch erkennt man, dass Liebe so viele verschiedene Fassetten haben kann. Es ist nie immer nur einfach und unbeschwert und gerade das Suchen nach Liebe ist unglaublich schwierig. Oftmals glauben wir, dass wir sie gefunden haben und dann stellen wir nach Jahren doch fest, dass es das alles nicht sein kann. Die Frau in diesem Buch, die mich am meisten beeindruckt hat, ist Ilsa. Sie lebt in einer Ehe mit zwei Kindern, in die sie doch irgendwie zufällig hinein geraten ist. Eigentlich liebte sie den besten Freund ihres Mannes, dieser jedoch war mit ihrer Schwester Fiona verheiratet. Mit der „zweiten Wahl“ ist sie nun verheiratet und absolut unglücklich. Das Paar hat sich nichts mehr zu sagen und Ilsa fühlt sich mehr und mehr verloren. Eigentlich ist sie Künstlerin, hat aber seit Jahren kein Bild mehr zu Stande gebracht, weil ihr die Inspiration fehlte. Sie begeht den Fehler und betrügt ihren Mann, doch am Ende ist es der erste Schritt in ein anderes Leben. Betrug ist in dem Fall die schlechteste Wahl gewesen, aber für Ilsa eine reine Befreiung. Das Paar trennt sich, die Kinder bekommen dennoch das beste von Beiden und Ilsa beginnt endlich wieder zu malen. Sie eröffnet ihre eigene Vernissage und hat sich endlich selbst wieder gefunden. Mich faszinieren solche Geschichten.

Marissa Stapley

Marissa Stapley kannte ich vorher noch nicht und kann daher keine Vergleich ziehen. Sie schreibt sehr einfach und verständlich. In meinen Augen mit dem gewissen Blick einer unabhängigen Frau. Man merkt in diesem Buch, dass es ihr darum geht, dass jede Frau sich selbst finden muss, bevor sie Liebe erfahren kann. Und das Liebe auf unterschiedliche Weise in dein Leben treten kann. Sie zeigt einem mit ihrem Buch, dass man zumindest niemals aufhören sollte daran zu glauben und das man manchmal auch etwas riskieren muss, um Liebe zu finden. Das Leben ist nunmal nicht Hollywood und es gibt auch für die Liebe nicht immer ein Happy End – aber für einen selbst wird es irgendwie immer ein Happy End geben. Von daher ist Ein Leben lang lieben ein schönes Buch für zwischendurch, wenn man mal Lust auf ein kleines bisschen Liebe hat.

In the end

Am Ende finden alle Frauen einen eigenen Weg und alle finden vor allem Liebe. Fiona lernt, dass sie nicht alles kontrollieren kann und das eine Stieftochter auch ganz nett sein kann. Liana verliebt sich neu und findet sich auch in der Rolle der Stiefmutter wieder – anfangs eine Herausforderung und zum Ende eine Bestimmung. Helen nimmt endlich ihren Mut zusammen und lernt wieder neu zu lieben und Ilsa bleibt meine persönliche Heldin in diesem Buch. Ich finde tatsächlich auch, dass Ilsa die Schlüsselfigur ist und der Anker all ihrer Schwestern. Eine wirklich schöne Geschichte über Liebe, Frauenpower und Schwesternzusammenhalt. Und zum Schluss bleibt noch zu sagen- ich liebe dieses Buchcover. 🙂

Rezensionsexemplar / Rowohlt Verlag / Broschierte Auflage / März 2019 / 398 Seiten / 16,00 €

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