Honigtot von Hanni Münzer

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Nachdem ich meine neue Liebe für Hörbücher entdeckt habe, kam ich nicht umhin das kostenlose Wunschbuch bei Audible auch noch zu testen. Dort habe ich mir dann Honigtot von Hanni Münzer heraus gesucht und ich muss gestehen, dass meine Entscheidung keine schlechte war. Witziger Weise habe ich auf meinem Stapel ungelesener Bücher auch den zweiten Band aus der Reihe ( Marlene ) schon liegen und daher passte diese Kombi prima zusammen.

Felicity

Das Buch startet in der modernen Zeit und spielt zuerst in den USA. Felicity’s Oma stirbt und ihre Mutter reist von heute auf morgen ohne ein Wort ab. Sie begibt sich auf eine Reise nach Rom, um dort ihre Mutter zu finden. Ihre Mutter kommt ursprünglich aus Rom, so glaubt sie zumindest und daher startet Felicity dort ihre Suche. Als sie ihre Mutter endlich findet, muss sie erfahren, dass ihre Familiengeschichte noch weitere dunkle Geheimnisse zu bieten hat. Denn ihre Urgroßmutter Elisabeth lebte in München zur Zeit des zweiten Weltkrieges und war mitten im Geschehen, als der damalige Führer an die Macht kam.

Elisabeth

Elisabeth ist eine begnadete Opernsängerin und keine Unbekannte in ganz Europa. Sie ist ursprünglich aus Österreich gekommen und hat in München ihren Mann Gustav kennen und lieben gelernt. Mit ihm zog sie nach München und verlebte seither ein ruhiges und gutes Leben. Gustav war Arzt und konnte somit eine Familie ernähren, eine Köchin und ein Hausmädchen halten. Man könnte sagen, es ging ihnen gut. Bis irgendwann die braune Politik immer stärker wurde und die Juden verfolgt wurden. Gustav war Jude und verschwand eines Tages spurlos.

Für Elisabeth brach eine Welt zusammen und sie reiste nach Berlin, um dort Nachforschungen direkt bei der SS einzufordern. Sie war tatsächlich in meinen Augen in vielen Punkten ganz schön naiv unterwegs. Sie ließ ihre Kinder alleine zurück in München und brachte sich dann auch noch selbst in Gefahr und das obwohl ihr Ehemann doch schon längst verschwunden war. Es begannen rasante Monate für die junge Mutter und die Schlinge zog sich immer weiter zu. Ob sie ihren Gustav wieder sehen durfte, dass wusste sie nicht. Einzig ihre Tochter Deborah und der kleine Sohn Wolfgang blieben ihr noch und um deren Wohl musste sie kämpfen. Zumal die beiden Kinder Halbjuden waren und somit auch nicht gewollt im eigenen Land. Nun war es an Elisabeth ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Als die offizielle Meldung kommt, dass Gustav angeblich tot sei, brach für die kleine Familie eine Welt zusammen. Ob die Nachricht denn stimmt, dass wussten sie nicht. Doch Elisabeth war gezwungen zum eigenen Schutz einen SS Offizier zu heiraten und sich und die Kinder damit zu schützen.

Deborah oder Maria

Ich glaube Deborah ist die Schlüsselfigur in diesem Buch und sie stellt am Ende die Verbindung zur Zukunft her. Nach dem Tot ihrer Mutter musste sie sich dem Offizier annehmen und hatte somit das Erbe dieser Bürde angetreten. Deborah war ein gebrochenes Mädchen, zu viel war in ihrer Kindheit schon geschehen und zu sehr ließ sie sich von der neuen Welt beeindrucken. Der Offizier offenbart ihr eine neue Welt und reist mit ihr durch einige Städte in Europa. Sie essen in noblen Restaurants und besuchen die Kaffeehäuser Europas. Und das alles, obwohl doch Krieg herrschte. Also irgendwie surreal die Vorstellung in der heutigen Zeit, dass es damals auch so etwas wie Normalität gab. Aber wahrscheinlich hatten SS Offiziere auch einfach ein „normaleres“ Leben.

Deborah lernt auf ihrer Reise auch Marlene kennen. Marlene gibt vor Schauspielerin zu sein und ist tatsächlich aber Spionin. Die beiden Frauen beginnen eine tiefe Freundschaft und sie verbindet mehr als sie erahnen. Marlene hilft Deborah erwachsen zu werden und die Welt in anderem Licht zu sehen. Marlene wird auch die Hauptfigur im Zweiten Teil der Honigtot Saga sein. Eine sehr spannende Protagonistin wie ich finde.

Meine eigene Meinung

Ich muss gestehen, dass ich Geschichten aus dem Ersten & Zweiten Weltkrieg sehr mag. Ich mag die Tragödie in diesen Geschichten und auch hier mag ich wieder die Generationsunterschiede der verschiedenen Frauen. Dennoch waren die Frauen in diesen Büchern immer auch ein wenig naiv. Ob das in der realen Welt auch so war, kann ich nicht bezeugen, aber in den meisten Büchern über diese Zeit war das so. Hanni Münzer hat einen wunderbaren Schreibstil in meinen Augen. Sie beschreibt diese grauenhafte Zeit in einer wunderbar bildlichen Sprache mit sehr viel literarischem Hintergrund. Sie verbindet Fakten mit Fantasie und schafft ein perfektes Familiendrama. Tatsächlich gefällt mir die Figur der Deborah bisher am besten, ich mag Charaktere in Büchern die einen Zwiespalt leben. Honigtot ist kein herausragendes Buch, denn ähnliche Geschichten gibt es wie Sand am Meer, aber ich mochte die Art der Autorin dennoch sehr gerne. Und ich muss sagen als Hörbuch fand ich es wunderschön. Die Stimmen waren super gewählt, ich liebte den bayrischen Akzent beim Hören und die Hintergrund Musik der Oper war auch super gewählt. In Summe ein in sich stimmendes Hörbuch und eine Empfehlung von mir. Marlene werde ich nun als Taschenbuch auch noch lesen, mal sehen, wie es als Buch wirken wird- anstelle eines Hörbuches.

Keine Kooperation mit Audible an der Stelle, dass Hörbuch gab es kostenlos, weil ich Prime Mitglied bin.

Kostenloses Hörspiel aus Audible/ keine Kooperation/ Auflage 2015/ 480 Seiten Taschenbuch/ 11€

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