„Wenn du auslöschst Sinn und Ton – was hörst du dann.“ Diese Frage muss Simon sich stellen, nachdem der Künstler nicht mehr Geige spielen kann. Doch die Geige ist sein Lebensinhalt…

Simon und die einsame Insel

Mitten im Konzert kann Simon seine Hand nicht mehr bewegen, seine Finger krampfen. Er bemerkt schon länger, dass seine Hand beim spielen schmerzt. Doch die Geige und seine Konzerte sind alles was er hat. Seine Kollegin Mai bemerkt es als Erste und verhilft Simon aus dem Rampenlicht. Sie bringt ihn ins Hotel, bevor unangenehme Fragen aufkommen können. Simon ist im Schockzustand. Kurzerhand beschließt Mai ihm ihre Insel zur Verfügung zu stellen. Sie besitzt ein kleines Haus auf einer einsamen Insel in der Ostsee. Im finnischen Süden soll Simon sich erholen und zu sich selbst finden.

Umgeben von Meer und Natur muss Simon lernen ohne seine Geige klar zu kommen. Er muss sich Gedanken machen, wie seine Zukunft aussehen kann. Er muss überlegen, ob es ein Leben ohne Musik geben kann, oder ob es Optionen gibt die Musik trotzdem zu erhalten. Seine einzigen Freunde auf der Insel sind zwei Möwen. Sie leben in der Nähe des Hauses und akzeptieren ihn irgendwann als Gast und er wird Zeuge der Familiengründung und wie wunderbar und zugleich grausam die Natur sein kann. Er versteht, dass auch er zu dieser Natur gehört und das eben nicht nur gute Dinge passieren können.

Immer wieder schweifen seine Gedanken zu Daria ab. Eine ukrainische Musikern, welche er bei einem Konzert kennen lernen durfte. Er vergöttert sie, würde ich sagen. Er macht sich Gedanken über sie, denn der Ukraine Krieg mit Russland ist in vollem Gang und er ist besorgt um sie. Er würde ihr auch gerne von seinem Schicksal erzählen. Doch auch über Mai denkt er viel nach. Er weiß nicht viel über sie und dennoch bietet sie ihm einfach ihr Haus an.

Meine eigene Meinung

Seit langem mal wieder ein Buch aus dem Mare Verlag. Und ich muss sagen, ich lag bei diesem Verlag noch nie daneben. Auch „Bin das noch ich“von Stefan Moster konnte mich überzeugen. Ein stiller Roman, aber mit sehr viel Tiefe und Gefühl. Ich konnte dem musikalischen Wissen nicht immer ganz folgen, aber das war auch nicht so wichtig. Simon’s Geschichte war ergreifend. Auch die Beschreibungen der Landschaft und des Lebens auf der Insel fand ich wunderbar. Ich würde dem Buch 4/5 Sterne 🌟🌟🌟🌟 geben, da ich es wunderschön fand und der Schreibstil und die tiefen Gefühle von Simon zu seiner Leidenschaft abholen konnten. Gewünscht hätte ich mir allerdings noch, dass man noch erfährt, ob Simon Daria wieder sehen wird.

Rezensionsexemplar / Auflage 2023 / Mare Verlag / 269 Seiten / 24€

Hinterlasse einen Kommentar

Angesagt