Das Jahr ohne Worte von Syd Atlas

Das Jahr ohne Worte ist definitiv ein Buch, was man nicht so schnell wieder vergessen kann. Syd Atlas erlebt eine wahre Geschichte über die Krankheit ihres Mannes und was diese mit ihrem eigenen Leben anrichtet. Wenn der Ehepartner auf einmal tödlich erkrankt verläuft das für jeden Einzelnen von uns in unterschiedlicher Weise ab, doch für Syd Atlas wurde es zum persönlichen Alptraum. Zwischen Liebe, Verlust und Betrug spielt sich dieser Roman ab, welcher im Rowohlt Verlag erschienen ist.

Ein Leben mit ALS

Theo ist der Mann von Syd und er sollte ihre große Liebe sein. Nach der Scheidung ihres ersten Mannes und der Vater des ersten Kindes, wollte sie mit Theo noch einmal neu beginnen. Ein gemeinsamer Sohn und eine Hochzeit sollen das Ganze bestärken. Doch Theo bekommt die Diagnose ALS – die Krankheit die Steven Hawking hatte. Tatsächlich kann man auch sehr viele Parallelen zu dem Krankheitsverlauf von Steven Hawking und Theo beobachten. Von ersten Lähmungserscheinungen bis hin zum kompletten Stimmverlust. Auch Theo muss irgendwann mit einem Computer das sprechen neu lernen.

„Sich zu verlieben ist, als würde man Zirkusartisten dabei zusehen, wie sie durch die Luft wirbeln, sich drehen und rollen, immer mit dem Risiko, in den Tod zu stürzen, aber mühelos Schwerkraft überwinden wie eine Zeitfalte. Genau so habe ich mich gefühlt.“

Syd erlebt eine Zeit voller Angst, denn diese Krankheit verläuft in der Regel tödlich. Und voller Überforderung, denn zwei Kinder einen kranken Mann und einen Job, dass schaffen die wenigsten. Zumal Theo in seinem Charakter auch von Monat zu Monat schwieriger wird und sie nicht mehr wirklich an ihn heran kommen kann. Im Unterschied zu der Geschichte rund um Steven Hawking, bleibt Syd ihrem Theo immer treu und versucht alles, um die Beziehung nicht aufzugeben. Es fällt ihr sichtlich schwer, denn neben den krankheitsbedingten Beschwerden wird Theo einfach unerträglich zu Hause. Sogar ihre beiden Jungs können den Vater nur noch schwer ertragen.

Irgendwann kommen Syd auch Gedanken wie: “ Was wäre, wenn ich ihn nie kennen gelernt hätte? Wäre ich dann glücklicher?“ Man kann sich nur vorstellen in welcher Zwickmühle sie sich befunden hat und als Theo sie dann auch noch richtig verletzt kann man nur Mitleid mit Syd haben. Ihr Leben ist zu dieser Zeit unglaublich schwer und es wird ihr noch schwerer gemacht. Zum Glück ergeben sich in dieser Zeit aber auch neue Job Angebote, denn Syd ist Motivations Coach und das nicht einmal un erfolgreich. Der Job hält sie am Leben und bringt ihr ein wenig Glück.

„Glauben wir, was wir glauben wollen? Oder ist es, wenn man sein Leben in der Wüste vollbracht hat, vielmehr unmöglich, sich vor einem heraufziehenden Schneesturm zu fürchten, weil man keine Vorstellung davon hat?“

Meine eigene Meinung zum Buch

Ich mochte das Buch sehr und ich habe es auch sehr schnell durch gelesen. Syd Atlas hat einen sehr angenehmen und ehrlichen Schreibstil, sodass man flüssig lesen kann. Ihre Geschichte hat mich bewegt und es hat mich beeindruckt, wie stark Syd ist. Tatsächlich fand ich es ein bisschen störend, dass so vieles in diesem Buch an die Geschichte von Steven Hawking erinnert. Nicht nur die Krankheit sondern auch das drum herum. Ich möchte nicht anmaßend sein und behaupten Teile sind dessen entsprungen, denn wenn Syd Atlas wirklich dieses erlebt hat, wie es in dem Buch „Ein Jahr ohne Worte“ erzählt wird, dann ist dieses wirklich grausam und bewundernswert.

Ich bedanke mich bei Syd Atlas und den Rowohlt Verlag, dass ich dieses Buch lesen durfte. Tatsächlich hat mir übrigens dieses tolle bunter Cover auch sehr viel Freude bereitet. Die Geschichte sollte auf jeden Fall gelesen werden und ich wünsche der Autorin alles erdenklich Gute und hoffe, dass sie ihr Glück wieder finden wird und das das Leben ihr etwas zurück geben wird.

Rezensionsexemplar/ Rowohlt Verlag/ Auflage 2020/ Gebundene Ausgabe/ 20,00€/ 256 Seiten

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